Königin der Wiederkäuer auf dem Laufsteg

Von: nap
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Linda, Anna, Benno und Rolf Marx (v. li.) präsentieren zusammen mit dem Auszubildenden David (re.) eine Kuh und zwei Kälber, die auf der Kuhschau in Aachen ihren großen Auftritt haben. Foto: Nadine Palm

Nordeifel. Pamela, Kamelle, Montana und McMorning stehen zufrieden im Stall und lassen sich keinerlei Nervosität anmerken. Kein Wunder, denn die vier Jungrinder wissen noch nicht, was am Freitagabend auf sie zukommen wird.

Gemeinsam mit ihren Vorführern Anna (10), Linda (12), Benno (16) und David (20) werden die frisch gestylten Tiere in der Reithalle Zintzen in Würselen im Rampenlicht stehen und durch den Vorführring, der von neugierigen Zuschauern umringt ist, ihre Kreise ziehen.

Bereits seit zwei Wochen proben die Jungzüchter für ihren Auftritt, denn so ein Kalb lässt sich nicht freiwillig am Strick führen. Da heißt es vor allem, eine enorme Menge an Geduld mitzubringen und eine extra Portion Feingefühl, denn die Bindung zwischen Mensch und Tier ist sehr wichtig.

Rolf Marx aus Rollesbroich ist Vorstandsmitglied des Rindviehzuchtvereins Aachen und bereitet die Tiere gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen für die dritte Aachener Kuhschau vor.

„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um für einen einzigen Abend solch einen großen Aufwand zu betreiben, aber für den Verein tut man es gerne”, betont der leidenschaftliche Landwirt, dass für so eine Kuhschau müssen eine Menge Vorbereitungen getroffen werden. „Vor allem das Scheren nimmt viel Zeit in Anspruch”, erklärt sein Sohn Benno.

Vor dem Schauabend werden die Kühe mehrere Male gewaschen. Das Fell wird kurzgeschoren und auch die Frisur des Schwanzes muss stimmen. Am Abend der Vorführung werden die Tiere dann „gefittet”. Bei diesem Styling der besonderen Art werden die Schwänze auftoupiert, das Fell mit bestimmten Materialen zum Glänzen gebracht und die Rückenbehaarung, die so genannte „Top Line”, in Form geföhnt, ehe diese dann mit Schaumfestiger und Haarspray fixiert wird.

Spaß an der Arbeit ist wichtig

Beim Jungzüchterwettbewerb im Rahmen der Kuhschau kommt es jedoch weniger auf das perfekte Styling der Kälber an. Bei diesem Programmpunkt steht das richtige Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier im Vordergrund, denn der Preisrichter achtet auf jedes noch so kleine Detail. Die richtige Armhaltung und der synchrone Gleichschritt sind ein Muss, um bei dem Jungzüchterwettberwerb ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Aber der Erfolg ist nicht das Wichtigste. Linda und Anna Marx, die bereits auf der ersten Aachener Kuhschau im Oktober 2005 dabei waren, sind sich sicher, dass man den Spaß an der Arbeit mit den Kälbern bei all der Hektik nicht vergessen darf.

Bei dem anschließenden Schauwettbewerb mit rund 70 schwarz- und rotbunten Kühen wird es da schon ernster, denn hier steht das Aussehen und Styling der Kühe an erster Stelle. Es kann eben nur eine Wiederkäuerin zur „Miss Aachen 2010” gekört werden.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Verlosung eines wertvollen Kalbes. Der Erlös aus dieser Verlosung wird für wohltätige Zwecke verwendet. Die Spende der Aachener Kuhschau soll dazu beitragen, dass das Krankheitsbild der Mukoviszidose weiter erforscht wird.

Schirmherr Helmut Etschenberg wird die Gäste am Abend bei der ersten Schau der Städteregion Aachen begrüßen und sich selbst ein Bild von den top-gestylten Kühen machen. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt.
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