Koch-Olympiade: Bis in die Spitzengruppe vorgekocht

Von: Peter Stollenwerk
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Rurberg. Dabei sein ist alles: Dieses olympische Motto machte sich jetzt auch Anik Nishantha Warnakulasuriya Rodrigo zu eigen, als am vergangenen Wochenende in die thüringische Landeshauptstadt Erfurt reiste, um dort an der Olympiade der Köche teilzunehmen.

Die IKA/Olympiade der Köche (Internationale Kochkunst-Ausstellung) ist der weltweit älteste noch bestehende, größte und prestigeträchtigste Berufswettbewerb, der alle vier Jahre in Deutschland stattfindet.

Ausgerichtet wird die Olympiade vom Verband der Köche Deutschlands (VKD). Rund 2000 Köche aus 59 Ländern traten hier unter dem Motto „Grenzenlos kochen“ an, und am Ende reichte es für den 35-jährigen aus Sri Lanka stammenden Koch, der in Kesternich lebt und im traditionsreichen Rurberger Hotel-Restaurant Paulushof in der Küche beschäftigt ist, für eine vordere Platzierung.

Anik Rodrigo, der seit vier Jahren in der Eifel lebt und seit zwei Jahren am Rursee arbeitet, zeigt nach seiner Rückkehr stolz ein Diplom, dass jene Teilnehmer erhielten, die im Bereich zwischen 60 und 70 Punkten (von 100 möglichen) landeten. Die Auszeichnung der IKA bescheinigt Rodrigo die Anerkennung der Jury „für hervorragende Leistungen.“ Ab 70 Punkte hätte es eine Bronzemedaille gegeben.

Insgesamt wurde die Koch-Olympiade in sieben Wettbewerbsgruppen ausgetragen. Anik Rodrigo startete als Einzelteilnehmer in der Kategorie „Culinary Art“. Die Aufgabe lautete, vor den Augen der Jury ein Fünf-Gang-Menü und vier Sorten Fingerfood anzurichten. Dafür hatten die Teilnehmer, die in gläsernen Küche agierten, nur zwei Stunden Zeit.

Rund 800 Teilnehmer stellten sich dem Culinary-Art-Wettbewerb. Für die ersten 15 gab es Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, zehn weitere Teilnehmer, die knapp die Medaillenränge verpassten, erhielt ein Diplom. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit, und habe keine Fehler gemacht“, sagt der Koch aus der Eifel, der damit in der Spitzengruppe der 25 besten Köche landete. Sieger wurde ein Kollege aus Singapur, gefolgt von Köchen aus Finnland und der Schweiz. Die „totale Perfektion und ganz neue Kreationen“, sagt Anik Rodrigo, machten da den kleinen Unterschied aus.

Im wichtigsten Wettbewerb der Koch-Olympiade, der Nationenwertung, kam das deutsche Team übrigens unter den 59 Konkurrenten auf einen ordentlichen siebten Platz. Als Vorspeise wurde ein Heilbutt in Heuasche mit Wildkräutersalat und Blumenkohl-Cous Cous gereicht. Im Hauptgang gab es Ruppiner Weidelammhüfte und Nierenzapfen vom Hakenberger Havelland-Rind mit Maronenpüree, Buchenpilzen und marinierten Fichtensprossen. Beim Dessert schließlich ging es um Zitrus-Aromen mit einem deutschen Käsekuchen sowie Blutorangeneis und Bergamotte.

Insgesamt fünf Tage verbrachte Anik Rodrigo in Erfurt. Nach dem Wettbewerb stieß er noch zur italienischen Nationalmannschaft, die er bei Organisation vor Ort unterstütze. Nachdem Anik Rodrigo 1999 sein Heimatland verlassen hatte, arbeitete er viele Jahre im italienischen Verona als Koch. Zu einigen Kollegen aus dieser Zeit unterhält er immer noch einen guten Kontakt.

„Meine erste Teilnahme an der Koch-Olympiade war eine sehr gute Erfahrung“, sagt Anik Rodrigo, der ab heute wieder in der vertrauten Küche im Paulushof arbeitet. Vom Wettbewerb hat er viele Anregungen und neue Erfahrungen mitgebracht, von denen bei Bedarf auch gerne Gruppen und Gesellschaften im Restaurant profitieren können.

Für den Olympiateilnehmer ist es wichtig zu erwähnen, dass er im Vorfeld von vielen Seiten Unterstützung erhielt. Der Hotelbesitzer und der Betriebsleiter hätten ihn wie auch das gesamte Küchenteam bei seinem Vorhaben unterstützt. Ein internationaler Supermarkt aus Aachen stellte ihm einige Spezialitäten für die Zubereitung seines Menüs zur Verfügung, und nicht zuletzt kam der Fischfachhandel Schophoven aus Eicherscheid der Bitte des Kochs nach, für ihn einen geräucherten Schwertfisch zuzubereiten, der später im Wettbewerbs-Menu wieder auftauchte.

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