K.O.-Tropfen bei Hawaii-Party: 17-Jährige im Krankenhaus

Von: nile
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Kurz nicht aufgepasst, schon sind sie im Glas: Wer feiert sollte sein Getränk stets im Blick haben. Foto: dpa

Eicherscheid. Eigentlich wollte die junge Aachenerin feiern, den Abend genießen und Spaß mit ihren Freunden haben. Stattdessen endete die Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag für eine 17-Jährige jedoch im Krankenhaus.

„Ich wurde gegen ein Uhr nachts zur Hawaii-Party in Eicherscheid gerufen, um von dort aus drei Personen nach Roetgen zu fahren“, erinnert sich Taxifahrer Sascha Meurer. Gemeinsam mit der 17-Jährigen hätten dort noch ihre Schwester sowie ihr Freund auf das Taxi gewartet. „Dem Mädchen ging es ziemlich schlecht“, sagt Meurer. Zuerst habe er gedacht, sie hätte einfach zu viel getrunken. „Alle drei sagten mir jedoch, dass das Mädchen kaum Alkohol getrunken habe“, erzählt er.

Keine Pupillenreaktion

Als Meurer auf Höhe des Gerichts anhalten muss, weil das Mädchen befürchtet, sich übergeben zu müssen, wird der ausgebildete Sanitäter stutzig. „Ich erinnerte mich daran, was ich in der Ausbildung gelernt habe, und habe mit meiner Taschenlampe eine Pupillenreaktionskontrolle gemacht“, erzählt er. „Im Normalfall sind Pupillen geweitet und ziehen sich bei Lichteinfall zusammen, das war bei ihr aber nicht der Fall.“

Reagieren die Pupillen nicht mehr auf den plötzlichen Reiz, sei das häufig ein Hinweis auf Betäubungsmittel. Meurer alarmierte daher umgehend den Rettungsdienst.

Kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte begann das Mädchen zu krampfen. „Der Sanitäter hat mir noch vor Ort gesagt, wie gut es war, dass ich so schnell reagiert habe“, sagt Meurer. „Sonst hätte das auch böse ausgehen können.“

Dass Meurer richtig gehandelt hat, bestätigt auch Werner Schneider von der Pressestelle der Polizei Aachen. Denn auch er rät: Wer glaube, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein, solle sich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben. Nur so könnten rechtzeitig Blut- und Urinproben genommen werden, um die Substanzen im Körper noch nachweisen zu können.

Grundsätzlich sei die Zahl an Fällen mit K.O.-Tropfen jedoch verschwindend gering, sagt Schneider. Für das Jahr 2015 gebe es noch keine registrierten Fälle. „In der Häufigkeit, von der man oft hört, ist uns der Missbrauch von K.O.-Tropfen nicht bekannt“, sagt der Pressesprecher. Häufig diene eine entsprechende Aussage besonders bei Mädchen auch als „Ausrede“, wenn einmal zu viel Alkohol geflossen sei.

Nichtsdestotrotz müsse man dies aber natürlich von Einzelfall zu Einzelfall betrachten.

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