Klostergarten, Gästehaus und ein Friedhof für Reichenstein

Von: hes
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Von Wald umgeben ist das Kloster Reichenstein (hier eine Aufnahme von September 2014), das deshalb vollständig mit Holz beheizt wird. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Gerade einmal 25 Minuten benötigte der Monschauer Bau- und Planungsausschuss für die 16 Tagesordnungspunkte in seiner ersten öffentlichen Sitzung nach der Sommerpause. Gleichwohl wurden dabei wichtige Projekte auf den Weg gebracht.

So fasste der Bauausschuss für eine größere Fläche im Bereich Hargard einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, beschloss eine Veränderungssperre für diesen Bereich und sicherte sich ein Vorkaufsrecht. Hintergrund: Das Entsorgungsunternehmen Schönmackers hat angekündigt, sein Betriebsgelände im Bereich der ehemaligen Straßenmeisterei aufzugeben und zu veräußern.

Die Stadt Monschau aber hält das Gelände für überaus geeignet, um den direkt angrenzenden städtischen Bauhof um Unterstellmöglichkeiten für den Fuhrpark, einen Lkw-Waschplatz und Lagermöglichkeiten für Abfall und Baumaterialien erweitern zu können. „Die verkehrsgünstige Lage direkt an der B258, die Art der vorhandenen Gebäude und deren Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Gelände“, sind für die Verwaltung Argumente genug, in diesem Bereich die Planungshoheit zu behalten. Auch um dem benachbarten Kfz-Betrieb Entwicklungsmöglichkeiten zu sichern, stimmte der Ausschuss einstimmig Planaufstellung, Veränderungssperre und Vorkaufsrecht zu.

Keine Einstimmigkeit herrschte hingegen im Falle der zweiten Änderung des Bebauungsplans für die Historischen Klostergärten Reichenstein, die der SPD-Fraktion zumindest derzeit noch zu weit geht. Bereits seit 2008 laufen die Arbeiten zur Reaktivierung der mittelalterliche Klosteranlage, wobei die Planungen in der Zwischenzeit gravierende Änderungen erfuhren. So wurden 2014 bei einer Rodung der Waldflächen im Umfeld die ehemaligen Terrassengärten des Klosters entdeckt, die in Abstimmung mit der Denkmalbehörde unter Schutz gestellt wurden und nach Freilegung wieder als Garten genutzt werden sollen.

Im Bereich der westlichen Grünflächen ist eine Friedhofsfläche ausgewiesen, die ausschließlich dem Begräbnis der im Kloster lebenden Mönche dienen soll. Außerdem soll außerhalb der eigentlichen klösterlichen Anlage ein externes Gästehaus für Angehörige der Mönche entstehen und am Wirtschaftsgebäude eine Überdachung für größere Mengen Lagerholz geschaffen werden, da das gesamte Kloster mit Holz geheizt wird.

Das alles war SPD-Sprecher Gregor Mathar aber etwas viel und teils noch zu unausgegoren, um der Planänderung den Segen seiner Fraktion zu geben. So verwies Mathar unter anderem auf die wasserrechtliche Erlaubnis, die für einen Friedhof erforderlich sei, auch wenn auf der Ruhestätte ausschließlich in geschlossene Grabkammern bestattet werde.

Der Ausschuss beschloss dennoch mit Mehrheit die Aufstellung der Bebauungsplanänderung und die Offenlage zur Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Eine Vielzahl von Änderungen und Anpassungen war für das Baugebiet Steinrötsch/Rulertsweg in Imgenbroich erforderlich, die der Bauausschuss nun im Paket absegnete. „Wir hoffen, dass damit nun auch keine Einzelanfragen und -anträge mehr nachfolgen“, sagte Gregor Mathar.

Einstimmigkeit gab es dann auch wieder bei zwei weiteren Einzelandelserweiterungen in Imgenbroich. Das historische Gebäude „Wernershof“ mit einem Fachgeschäft für Schmuck und Brillen darf um einen zweigeschossigen Anbau erweitert werden. „Es freut uns immer, wenn ortsansässiges Handwerk expandiert“, sagte Gregor Mathar (SPD).

Von einer „wertvollen Ergänzung der Nahversorgung“ sprach Hilmar Weber (CDU) bezüglich der Ansiedlung eines Fachgeschäfts für Tierbedarf im Gewerbegebiet Nord-West an der Straße „Auf Beuel“. Der Bauausschuss stimmte hier einer Überschreitung der Grundflächenzahl zu, da die Grundstückseigentümerin sich verpflichtet hat, auf einer weiteren, im Plangebiet liegenden Parzelle entsprechend kleiner zu bauen.

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