Monschau - Klimawandel macht auch vor dem Denkmal nicht halt

Klimawandel macht auch vor dem Denkmal nicht halt

Von: P. St.
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Denkmalpflege als gemeinsame Aufgabe: Günter Kozlowski, Staatssekretär im Bauministerium (li.) Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Christof Sommer, Bürgermeister aus Lippstadt und Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Historischer Stadtkerne NRW, die gestern in Monschau tagte. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. „Jeder kennt Monschau”, sagt Christof Sommer, Bürgermeister von Lippstadt im westfälischen Kreis Soest. Sommer ist derzeit Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in NRW, die erstmals in Monschau tagte, und für den Vorsitzenden war es zugleich auch der erste Monschau-Besuch.

Um das Erlebnis zu vertiefen, ist er sogar schon ein Tag früher angereist. Außerdem galt es, das umfangreiche Tagungsprogramm im Carat-Hotel vorzubereiten.

In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an den in diesem Jahr viel zu früh verstorbenen Monschauer Bauamtsleiter Reinhold Thönnessen, der engagiert in der Arbeitsgemeinschaft mitarbeitete, aber nicht erleben konnte, dass die Jahrestagung in seiner Heimatstadt stattfindet.

Rund 150 Teilnehmer aus allen Ecken des Landes fanden sich am Donnerstag im Konferenzsaal ein und erwarteten mit Spannung die Fortbildungsveranstaltung in der Rurstadt. „Denk mal an Energie” lautete das doppelsinnige Thema der Fachtagung, denn ein gutes Klima ist auch in historischen Stadt- und Ortskernen unverzichtbar.

Auch hier ist der Klimawandel zum Dauerthema geworden, wobei das Spannungsfeld Denkmalschutz und Energie-Effizienz ganz besondere Herausforderungen stellt.

Architekten, Bauingenieure, Denkmalschützer und Stadtentwickler hatten sich als Referenten angesagt. Vorträge über moderne Heiz- und Lüftungstechniken im Denkmal, Gestaltungsmöglichkeiten bei Solaranlagen, aber auch die Nachteile einer zu starken Dämmung oder auch Praxisbeispiele der energetischen Ertüchtigung bestimmten das rund siebenstündige Tagungsprogramm.

Die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in NRW wurde im Jahr 1989 gegründet. Monschau gehört zu den Gründungsmitgliedern der AG. Heute gehören insgesamt 56 kleinere Städte und Gemeinden in NRW der Arbeitsgemeinschaft an. Die Tendenz ist steigend, nicht nur weil Fördergelder vom Land winken.

Paul-Gerhard Sommer von der Stadt Lippstadt, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, sagt, dass dem Wunsch nach Mitgliedschaft ein strenges Auswahlverfahren vorangestellt wird. Die Kommunen müssen sich der Verpflichtung unterwerfen, ihr kulturelles Erbe sorgsam zu erhalten und behutsam zu entwickeln. Das war auch letztlich die Ursache für die Entstehung der Arbeitsgemeinschaft.

„In den 70er und 80er Jahren wurden ganze Stadtviertel platt gemacht”, blickt Sommer zurück. So entstand ein Netzwerk und ein Austausch darüber, wie es funktionieren kann, kulturelles Erbe in einen Kontext mit einer behutsamen Weiterentwicklung zu stellen. „Der Denkmalschutz macht diese Entwicklung nicht unbedingt leichter”, stellt Sommer fest.

Zum Netzwerk gehört auch die enge Kooperation mit der Landesregierung, die auch Mitveranstalter der Fachtagungen ist. Günter Kozlowski, Staatssekretär im Bau- und Verkehrsministerium, hob hervor, dass die Nutzung von Denkmälern durch die Verwendung neuer Energietechniken bezlowski, Staatssekretär im Bauminsiteriumzahlbar bleibe. „Die Stadtkerne sollen keine Museen sein sondern belebt werden.”

Zuvor hatte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter die Gäste begrüßt, und auch ein großes Ziel für Monschau formuliert: Die Stadt soll im Jahr 2020 CO2-neutral sein. Von der Altstadt Monschau wisse sie um die Verantwortung für eine historisches Erbe. Von der Fachtagung erhoffe sie sich einen regen Erfahrungsaustausch für die besonderen Aufgabenstellungen in historischen Stadtkernen.
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