Schmidt - Kletterwald-Projekt: Flatterband im Wald sorgt für Irritationen

Kletterwald-Projekt: Flatterband im Wald sorgt für Irritationen

Von: Andreas Gabbert
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Gleich nach der Bürgerinformationsveranstaltung am Montag wurden im Wald bei Eschauel Bäume mit Flatterband und Farbe markiert: Bei den Gegnern des Projektes kam das gar nicht gut an. Foto: Andreas Gabbert
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Die von Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp moderierte Bürgerinformationsveranstaltung stieß am Montag in Schmidt auf großes Interesse. Foto: A. Lauscher

Schmidt. Die Gemüter waren nach der Bürgerinformationsveranstaltung in Schmidt am vergangenen Montag zum geplanten Kletterwald in Eschauel noch nicht ganz abgekühlt, da wurden bereits Bäume mit Flatterband und Sprühfarbe markiert - was von den Gegnern des Projektes kritisch beobachtet wurde.

„Wir fühlen uns etwas verschaukelt“, sagt Kurt Hilgers aus Schmidt. Am Montag habe es noch geheißen, eine Entscheidung über den geplanten Kletterwald falle erst im Frühjahr im Rahmen einer Sitzung des Rates der Stadt Nideggen. Auch die Beteiligung der Öffentlichkeit laufe erst am 20. Februar aus. „Man greift vor und versucht, Fakten zu schaffen“, sagt Hilgers, der zu den Gegnern des Kletterwalds gehört.

„Mich stört, dass der Bürgermeister gesagt hat, es wäre noch nichts entschieden“, sagt auch Werner Löhrer, der sich als Kulturwart der Eifelverein-Ortsgruppe und als Vorsitzender des Segelclubs Eschauel am Montag klar gegen das Projekt ausgesprochen hatte. Nun hätten Unterstützer der Investorin, die in Sachsen mehrere Kletterparks betreiben würde, in dem betreffenden Gebiet Bäume markiert, obwohl der Bürgermeister am Montag gesagt habe, dass dort noch nichts passiert sei. „Für mich ist das ein Widerspruch“, sagt Löhrer.

„Es geht darum, Fakten zu schaffen und aufzuklären, wie die Gestaltung des Kletterwaldes aussehen könnte“, erklärt Investorin Yasmin Kalmuth-Büyükdere auf Anfrage. Die Aktion solle keinen Entscheidungen vorgreifen und auch nicht provozieren, vielmehr solle sie einen Beitrag zur Aufklärung leisten. Am Montag seien viele Unwahrheiten verbreitet worden, etwa über eine „Superseilbahn“. Es handele sich aber um ein „klassisches Kletterwaldprojekt“.

„Es ist bedauerlich, dass unsere Bemühungen missverstanden werden“, sagt Kalmuth-Büyükdere. Nach der Versammlung habe sie sich daher spontan entschlossen, mit der Planung konkreter zu werden, „um die Sorgen vor etwas zu nehmen, das so nicht eintreffen wird“. Nun würden Vermessungen vorgenommen, „um zu eruieren, was möglich ist“. Eine schriftliche Genehmigung des Bürgermeisters für die Vermessungsarbeiten liegt ihr vor.

„Es bleibt bei allen Aussagen, die am Montag getroffen wurden“, betont Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp auf Anfrage. Er sei gefragt worden, ob die Unterstützer der Investorin Vermessungen vornehmen dürfen, um die Kletterrouten genauer festzulegen. Aufgrund der Versammlung seien diese gerade ohnehin vor Ort.

Von einer konkreteren Darstellung der Kletterrouten erhoffe er sich die Beantwortung offener Fragen, zum Beispiel mit Blick auf die erwähnte Seilbahn. Der Zeitpunkt dafür sei eher unglücklich gewählt. Er habe aber auch Verständnis für die Investorin, dass sie ihre Unterstützer aus Niedersachsen für die Vermessung nicht erneut anreisen lassen wolle. Die Vermessung habe aber „null Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Verfahrens“, erklärt Schmunkamp. Es gehe lediglich um die Frage, wie der Parcours aussehen solle, sagt er und wirbt um Vertrauen.

Überrascht zeigte sich Schmunkamp von „der Sachlichkeit, die am Montag in 95 Prozent der Fälle an den Tag gelegt wurde“. Die Diskussion sei sehr sachlich und konstruktiv gewesen und man habe viele Argumente gehört, sagt der Bürgermeister, der die Veranstaltung moderiert hatte.

Auch Yasmin Kalmuth-Büyükdere zeigte sich dankbar für den sachlichen Verlauf der Veranstaltung. Sie habe viele Anregungen aufgenommen und nehme diese ernst, sagt sie. Der Bürgermeister habe ihr außerdem Gespräche über einen möglichen „Shuttle-Service“ nach Eschauel angeboten. „Dem kommen wir gerne nach“, sagt sie.

Ihrer Ansicht nach könne auch „das bestehende Problem der so genannten ‚Hot-Spot-Tage‘ als Chance begriffen werden, gemeinschaftlich und strukturiert Lösungen zu schaffen“. „Daran haben wir ein großes Interesse“, sagt sie.

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