Kleines Glutnest löst erneut einen Großeinsatz aus

Von: P. St.
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Komplett mit Schwerschaum eingedeckt wurde das zerstörte Wohnhaus, um das Ausbrechen weiterer Glutnester zu stoppen. Foto: P. Stollenwerk

Strauch. Ein enorme Zerstörungskraft hat das Feuer entwickelt, das am Dienstagmittag in einem Wohnhaus in Strauch ausgebrochen war. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde der Brand durch eine Gasexplosion ausgelöst.

Das Einfamilienhaus in den Kuhlen wurde nach einem ohrenbetäubenden Knall durch das sich schnell ausbreitende Feuer vollkommen zerstört (wir berichteten). Nachdem die Feuerwehr der Gemeinde Simmerath, die mit fast 60 Kräften vor Ort war, am Nachmittag ihren Einsatz beendet hatte, wurde zur Sicherheit noch eine Brandwache durch die Löschgruppe Strauch abgestellt. Diese untersuchte das gesamte Gebäude mit einer Wärmebildkamera, um eventuell noch versteckte Glutnester ausfindig zu machen. Als nach Erkenntnissen der Wehrleute die Gefahr eines erneuten Ausbrechens des Feuers nicht mehr gegeben war, wurde der Einsatz gegen 18.30 Uhr beendet.

Rund 120.000 Euro Sachschaden

Fünf Stunden später aber zeigten sich erneut Flammen an der Fassade des Hauses, sodass kurz vor Mitternacht wieder ein Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst wurde, da eine Nachbarin der Leitstelle gemeldet hatte, dass der Dachstuhl des Hauses wieder Feuer gefangen habe. So wurden ein weiteres Mal die Löschgruppen Steckenborn, Strauch, Rollesbroich, Lammersdorf und auch die Drehleiter Simmerath in Marsch gesetzt. Nach Erkunden der Lage vor Ort aber konnten die Löschgruppen Rollesbroich und Lammersdorf wieder abgezogen werden.

Auf einer Fläche von lediglich einem halben Quadratmeter waren die Flammen zu sehen. Im Gebälk einer Holzwand hatte sich offenbar ein kleines Glutnest versteckt, das zum Zeitpunkt der Kamerauntersuchung nicht erkannt werden konnte. In kürzester Zeit waren diese Flammen wieder gelöscht.

Um jedwede weitere Brandgefahr auszuschließen, berichtete Gemeindewehrführer und Einsatzleiter Christian Förster, habe man sich entschlossen, das Gebäude komplett mit Schwerschaum einzudecken. Die Löschgruppen Strauch und Steckenborn wie auch die Drehleiter blieben noch bis etwa zwei Uhr vor Ort, ehe dann der Einsatz beendet wurde.

Die Polizei geht von einem geschätzten Sachschaden in Höhe von rund 120.000 Euro aus. Die bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei haben ergeben, dass das Feuer durch einen Unglücksfall ausgelöst wurde. Die 64-jährige Hausbewohnerin sowie eine weitere 69-jährige männliche Person hantierten mit einer Propangasflasche, mit der ein Gasofen im Wintergarten betrieben wurde. Dabei kam es zu einer Explosion. Der Mann erlitt schwere Brandverletzungen, die Frau trug einen Schock davon. Beide Personen wurden mit dem Rettungswagen ins Simmerather Krankenhaus gebracht.

Das Feuer zog am Dienstag auch zahlreiche Schaulustige an. Bis in den späten Abend hinein, berichtete eine Nachbarin, habe in dem sonst ruhigen Wohngebiet reger Autoverkehr geherrscht. „Ich hatte das Gefühl, das halbe Dorf war hier.“

Noch unangenehmer seien ihr während des Einsatz aber mindestens ein Dutzend Schaulustige aufgefallen, die mit ihren Handys in aller Ruhe das Einsatzgeschehen abfilmten und wie selbstverständlich ihr Grundstück betreten hätten. Auch der Feuerwehr ist die hohe Anzahl von Schaulustigen nicht entgangen. Diese Entwicklung, sagt Christian Förster, „beobachten wir aber schon seit vier bis fünf Jahren“. Seitens der Feuerwehr könne man da kaum etwas unternehmen. „Da besitzen wir leider keine Handhabe, sofern die Grundrechte der Geschädigten nicht verletzt werden.“ Diese Rechte zu schützen, sehe die Feuerwehr ebenfalls als ihre Aufgabe an.

Besonders ärgerlich sei es aus Sicht der Feuerwehr, wenn Schaulustige ihr Bildmaterial in Videoportale einstellten und dann den Einsatzablauf ohne jedweden fachlichen Hintergrund negativ kommentierten.

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