Kleine, wirkungsvolle Verkehrshindernisse in Kesternich

Von: ess
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Kleine Ursache, hinreichende Wirkung: Die zugeparkte Bundesstraße sorgte selbst in der relativ verkehrsarmen Zeit am Sonntagmittag für gewollte Verkehrsbehinderungen. Kesternicher Bürger wollten mit dieser Aktion auf die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße hinweisen. Foto: Ernst Schneiders

Kesternich. Die Altion der Kesternicher Bürger und der Aktion pro Umgehungsstraße am Samstag und Sonntag habe eindrucksvoll gezeigt, wie notwendig die Umgehung für den Ort sei, kommentierte Simmeraths Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns am Sonntag vor Ort das gezielte Zuparken der Bundes- und der Straucher Straße.

Obwohl bewusst an beiden Tagen die verkehrsarmen Zeiten zwischen 13 und 15 Uhr ausgewählt worden waren, reichte das völlig aus, um immer wieder den Ausflugsverkehr zu verlangsamen oder gar zum Stillstand zu bringen.

Für das Auge des Gesetzes war das dennoch kein Grund, in das Geschehen einzugreifen. Hermann Cal von der Polizeiwache Simmerath, der an beiden Tagen vor Ort war, bezeichnete die Protestaktion als angemessen. Das Ziel, den Verkehr zu verlangsamen, sei erreicht worden, ohne dass es dabei zu Chaos gekommen sei.

Die Bürger hätten sich nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich beschränkt und ein Nadelöhr geschaffen. Das habe ausgereicht. Carl brauchte bis auf einen Fall nicht einzugreifen, als es leichte Kratzer an einem Außenspiegel gegeben habe.

Zufrieden zeigte sich Christoph Keischgens von der Aktion pro Umgehungsstraße. Sein Mitstreiter Dieter Palm betonte, dass diese Sache glücklicherweise am Wochenende über die Bühne gegangen sei. In der Woche wäre wegen des Lkw-Verkehrs auf der Bundesstraße das Chaos komplett gewesen. Dasselbe wäre der Fall gewesen, wenn man den Vormittag oder den späten Nachmittag ausgewählt hätte, wenn die Touristen Richtung Nationalpark und Rursee anreisen oder wieder heimwärts fahren.

Mit der Einrichtung des Nationalparks vor fünf Jahren und des aufblühenden Tourismus´ rund um den Rursee sei die Verkehrsbelastung in Kesternich ständig gestiegen. Hinzu kämen viele Lkw vornehmlich aus Osteuropa, die sich von ihrem Navi über die Bundesstraßen lotsen ließen, um Autobahn-Maut zu sparen.

Für Karl-Heinz Hermanns ist die Umgehungsstraße kein parteipolitisches Thema. Der Hilferuf der Anwohner und der Aktionsmitglieder sei angekommen, das Signal sei überdeutlich gewesen.

Hermanns setzt auf den kommenden Freitag, wenn Staatssekretär Achim Großmann und andere vor Ort über die Umgehungsstraße und deren Anbindung beraten werden. Dann wollen die Kesternicher wissen, voran sie sind und wie lange sie noch durchhalten müssen.

Einziger Kritikpunkt: An den beiden Enden des Nadelöhrs hätte man auswärtige Autofahrer mit Schildern darauf hinweisen sollen, warum die Straßen zugeparkt sind und warum es deshalb zu gewollten Staus kommt. So gab es doch einige Unmutsäußerungen und Hupkonzerte.
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