Monschau - Klaviertrio: Ausdrucksstark und mit „drive“

Klaviertrio: Ausdrucksstark und mit „drive“

Von: Josef Schreier
Letzte Aktualisierung:
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Trio des Valerius-Ensembles bei der Arbeit: Mit Beethoven, Granados und Brahms im Aukloster Foto: J. Schreier

Monschau. Eine neue Variante der Kammermusik war am vergangenen Sonntag im Monschauer Au-kloster zu hören. Waren im Rahmen der Konzertreihe „Montjoie musicale“ bisher überwiegend Klaviersolisten oder Duos zu erleben, so war es diesmal ein Klaviertrio – drei Musiker des „Valerius-Ensembles“ aus dem niederländischen Enschede, die einen eindrucksvollen musikalischen Nachmittag vor dankbarem und zahlreichem Publikum im Bürgersaal gestalteten.

Das Valerius-Ensemble ist eine Kammermusikvereinigung, die in wechselnden Besetzungen auftreten kann. Am Sonntag gastierten drei Musiker in der klassischen Aufteilung: Klavier, Violine und Cello. Klavier und Violine waren besetzt von dem Aachener Brüder-Paar Matthias und Michael Rein, das Cello spielte René Geesing, einer der Gründer des Ensembles.

Das Programm war anspruchsvoll und enthielt eine Rarität: das Trio Opus 50 des spanischen Komponisten Enrique Granados. Diese relativ selten zu hörende Komposition war umrahmt von maßgebenden Werken des gleichen Genres aus der Feder von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms.

Bereits beim einleitenden „Gassenhauertrio“ von Beethoven sprang der Funke auf das Publikum über. Der „„Gassenhauer“, auf den sich der dritte Satz von Beethovens Komposition stützt, stammt aus einer damals populären Oper. Diese Melodie hat durchaus einen ansprechenden „drive“. Die drei Musiker – allen voran der Pianist Matthias Rein, der in diesem Konzertteil wohl ein wenig dominierte, – brachten das Werk mit Temperament glanzvoll über die Bühne, was durch lebhaften Beifall des Publikums quittiert wurde.

Dann kam mit Granados‘ Trio eine verborgene Perle der Kammermusik zum Leuchten. Der spanische Komponist ist eher mit folkloristisch angehauchten Stücken im Bewusstsein, die teils auch in die Unterhaltungsmusik Eingang gefunden haben.

Hier aber war ein tiefgründiges Stück romantischer Kammermusik zu hören, in dem das Zusammenspiel der Stimmen schöne, ausdrucksvolle Momente verschaffte. Nicht zufällig wohl steht in den Vortragsanweisungen zweier Sätze das Wort „con espressione“ – mit Ausdruck. Der Zuhörer hatte das Gefühl, dass dieser Ausdruck am meisten von Michael Reins Violine ausging.

Nach der Pause kam mit der zweiten Fassung von Brahms‘ Klaviertrio Opus 8 ein anspruchsvolles Spitzenwerk zum Klingen. Es handelt sich dabei trotz der geringen Opus-Zahl um ein Spätwerk. Brahms hat als reifer Komponist dieses aus seiner Anfangszeit stammende Stück stark überarbeitet.

Die Musiker hatten mit diesem diffizilen, seelisch tiefgehenden Werk teilweise ein paar Schwierigkeiten zu überwinden, die sie letztlich aber souverän meisterten. Brahms hat in diesem Trio wichtige Motive dem Cello anvertraut, so dass hier auch René Reesing mit seinem Instrument gebührend zum Zuge kam.

Florian Koltun führte gewohnt kundig durch das Programm. Er wies auf das nächste Konzert – wieder ein Klavierabend – am 19. Juni hin.

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