Roetgen - Klauss oder Bourceau? Neuer Bürgermeister erst in zwei Wochen

Klauss oder Bourceau? Neuer Bürgermeister erst in zwei Wochen

Von: P. St.
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Zwischen Jorma Klauss (SPD) und Silvia Bourceau (UWG) wird sich in der Stichwahl in zwei Wochen entscheiden, wer neuer Bürgermeister in Roetgen wird. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Jubel bei der SPD Roetgen: Ihr Bürgermeister-Kandidat Jorma Klauss (41) ging am Sonntag bei der Wahl in Roetgen mit einem Stimmenteil von knapp 30 Prozent als Tagessieger durchs Ziel, gefolgt von der UWG-Kandidatin, Silvia Bourceau (45), die mit gut 26 Prozentanteil auf Platz zwei folgte und nun mit dem sozialdemokratischen Bewerber am 27. September in die Stichwahl gehen wird.

Roetgen hat zwar gewählt, aber der neue Bürgermeister lässt noch auf sich warten. Mit knapp 60 Prozent lag die Wahlbeteiligung erstaunlich niedrig. Erst am 27. September wird sich entscheiden, wer als neuer Verwaltungschef ins Rathaus einzieht. Erwartungsgemäß konnte bei der Wahl keiner der fünf Bewerber die   erforderliche absolute Mehrheit für sich verbuchen.

Am größten war die Enttäuschung über den Wahlausgang bei der CDU, deren Kandidat Björn Schmitz mit 23,6 Prozent nur den undankbaren dritten Rang belegte und hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Kandidat der Grünen, Bernhard Müller (66), erzielte mit gut 19 Prozent ein Ergebnis wie es der Präsenz der Partei im Ort in etwa entspricht. Abgeschlagen auf dem fünften Platz landete FDP-Bewerber Franz-Josef Zwingmann (66), der lediglich 1,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Rund 120 interessierte Bürger und Parteivertreter hatten sich am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale im Roetgener Bürgersaal eingefunden, um die Ergebnis-Präsentation aus den sechs Stimmbezirken live zu verfolgen. Auch wenn Dirk Recker vom Wahlamt der Gemeinde „eine der interessantesten Wahlen der letzten Jahre in Roetgen“ versprach, gab es für die Anwesenden zunächst nur wenig zu sehen, denn das Netz der Regio IT war überlastet, so dass die Präsentation überaus holprig verlief und Dirk Recker daher zur guten alten Zettel-Methode griff, die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen telefonisch einholte und im Saal verlas.

Wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale lief das Ergebnis aus Mulartshütte ein, wo es nur rund 70 Stimmzettel auszuzählen gab. Hier lag Björn Schmitz zwar noch mit 50 Prozent vorne, aber als die nächsten Schnellmeldungen eingingen, zeichnete sich bald ein Dreikampf zwischen SPD, UWG und CDU ab, wobei die Gesichter bei der CDU immer ernster wurden.

Knisternde Spannung herrschte dann, als nur noch ein Stimmbezirk fehlte. Ein unüberhörbarer Freudenschrei aus den Reihen der SPD machte schließlich deutlich, dass Jorma Klauss das Rennen an diesem Abend gemacht hatte. Der Kandidat wurde mit Glückwünschen seiner Anhänger überhäuft und auch die Unterlegenen gratulierten als faire Verlierer.

Zu den Gratulanten gehörte auch der scheidende Amtsinhaber Manfred Eis, der die Prozedur entspannt aus der zweiten Reihe im Bürgersaal verfolgt hatte. Eine besonders nette Geste hatten sich die Grünen ausgedacht. Ihr Kandidat Bernhard Müller verteilte als Dank für einen fairen Wahlkampf Sonnenblumen an seine Mitbewerber, den Rest von über 2500 Sonnenblumen, die er ihm Wahlkampf unters Volk gebracht hatte.

Manfred Eis, der nach fast 20-jähriger Tätigkeit in der Roetgener Verwaltungsspitze diesmal nur interessierter Beobachter war, sagte, dass ihn das Ergebnis nicht überrasche, auch nicht in dieser Reihenfolge. „Es war klar, dass es bei fünf neuen Kandidaten schwierig werden würde, dass einer über 50 Prozent kommt.“ Er habe in der Bevölkerung auch eine gewisse Unsicherheit verspürt.

Nun sei es wichtig, dass bei der Stichwahl ein Nachfolger gefunden werde, der den Verwaltungsberuf erlernt habe. Aus seiner Erfahrung könne er sagen, dass „der Bürgermeister einer Kommune in der Größenordnung von Roetgen der erste Sachbearbeiter in der Verwaltung“ sein müsse. Die repräsentativen Aufgaben würden oft überbewertet.

Nachdem kurz nach 19 Uhr das Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Roetgen feststand, lichtete sich die Reihen im Bürgersaal. Die einen genehmigten sich noch einen Schluck aus der Pulle, die anderen schlichen leise davon.

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