Roetgen - Klare Vorgaben für die neuen Häuser am Rotter Ortsrand

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Klare Vorgaben für die neuen Häuser am Rotter Ortsrand

Von: hes
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Noch endet die Bebauung am Hahnbruch, im Westen von Rott gelegen, mit einer ganzen Reihe von Neubauten, die noch zum Innenbereich zählen. Nach dem Willen einer Mehrheit im Roetgener Bauausschuss sollen auf der grünen Wiese aber weitere Häuser entstehen. Foto: H. Schepp

Roetgen. Schon 2014 diskutierte der Roetgener Bauausschuss über neues Bauland in einem landschaftlich sensiblen Bereich am Ortsrand von Rott. Damals war die Rede von 14 Baugrundstücken, und eine Mehrheit brachte das Vorhaben damals auf den Weg.

Obwohl der Entwurf des Bebauungsplans Hahnbruch/Brunnenweg drei Jahre später nur noch sieben Einzelhäuser und ein Doppelhaus sowie recht restriktive Gestaltungsvorgaben vorsieht, war das Projekt am Dienstag im Roetgener Bauausschuss höchst umstritten. Das führte am Ende dazu, dass zwar die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans mit klarer Mehrheit beschlossen wurde, für die Aufstellung des Bebauungsplans bei 8:8 Stimmen jedoch keine Empfehlung an den Rat erfolgte. Der Gemeinderat muss am 26. September eine endgültige Entscheidung fällen.

Die in Aachen ansässige Beratungsgesellschaft für kommunale Infrastruktur (BKI) hatte in Abstimmung mit dem Bauamt der Gemeinde und nach Beauftragung durch den Roetgener Bauausschuss die Planänderung vorbereitet und den Entwurf einer umfangreichen Gestaltungssatzung erarbeitet. „Mit der Abgrenzung des Plangebietes wird der Siedlungsrand von Rott zur offenen Landschaft abgeschlossen und klar definiert“, formulierte Diplom-Ingenieurin Friederike Schweer das Ziel der Planung.

Dabei habe man das Plangebiet bewusst nicht an den unmittelbar angrenzenden Innenbereich angliedern wollen, „weil der Gestaltungseinfluss ansonsten geringer gewesen wäre“, so Schweer. Entsprechend liege nun ein umfangreicher Festsetzungskatalog vor, der den künftigen Bauherren klar aufzeige, was möglich sei und was nicht. Kernpunkte der Gestaltungssatzung sind unter anderem große Baufenster von 20 mal 20 Metern, Einzelhäuser (mit einer Ausnahme), Satteldächer mit einer Dachneigung zwischen 30 und 45 Grad, eine Grundflächenversiegelung von höchstens 250 Quadratmetern (inklusive Terrasse) und eine maximale Gebäudehöhe von 8,50 Meter ab Oberkante Fertigboden.

Auch eine Einfriedung zur Straßenseite hin gibt die Satzung vor, erlaubt sind hier nur einheimische Heckenpflanzen bis zu einer Höhe von einem Meter. „Das sind alles sehr restriktive Vorgaben, ist aber dem geschuldet, was wir hier erreichen wollen: einen gering verdichteten Ortsrand als Siedlungsabschluss mit Sichtachsen in die freie Landschaft“, definierte die Planerin.

Einige der Vorgaben stießen jedoch im Bauausschuss auf Kritik oder gingen den Volksvertretern nicht weit genug. Vor allem von der Grünen-Fraktion, die später Planänderung wie Bebauungsplan ablehnte, kam harsche Kritik am Vorhaben: „Das ist ein sehr sensibler Bereich von Rott mit einem wunderbaren Blick auf das Vichttal, den wir hiermit vollkommen zubauen“, meinte Bernhard Müller und seine Fraktionskollegin Gudrun Meßing sah „einen nahtlosen Anschluss an die hässlichen, gigantischen Kisten“, die nebenan im Innenbereich aus dem Boden geschossen seien.

UWG: „Das richtige Instrument“

Insgesamt positiver bewertete Silvia Bourceau (UWG) den Bebauungsplan, der „schon das richtige Instrument für den Lückenschluss am Ortsrand von Rott“ sei, aber dringend noch einer Nachbearbeitung bedürfe. Ihr zum Antrag erhobener Einwand, auch Hecken bis 1,50 Meter zuzulassen, fand später eine Mehrheit, nicht jedoch der UWG-Antrag, rot-braune Dachziegel zu verbieten.

Die Gestaltungssatzung gibt nicht nur die Dachform (Satteldach) vor, sondern verbietet auch jegliche Aufbauten oder Gauben. „Das führt zu gigantischen Dachflächen“, fürchtete Silvia Bourceau, die mit einem entsprechenden Antrag jedoch keine Mehrheit fand. „Die klar geregelte Dachlandschaft ist ein wichtiger Teil der restriktiven Vorgaben“, sagte Dirk Meyer von der Bauverwaltung. Die Grünen-Fraktion scheiterte mit ihrem Antrag, die drei südwestlichen Häuser aus dem Plan herauszunehmen, fand aber eine Mehrheit für eine freie Wahl des Dachüberstandes, den die Planer mit 50 Zentimetern hatten vorschreiben wollen.

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