Klage über Wildwuchs auf den Friedhöfen

Von: Günther Sander
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Der katholische Friedhof in Roetgen erinnert derzeit an eine „ungepflegte Stätte“, an allen Ecken und Enden wuchern Gras, Löwenzahn und Laub ist nicht zu übersehen. Foto: Günther Sander

Roetgen. Die Bürgerinnen und Bürger wie auch die Gemeinderatsfraktionen sind besorgt und verärgert, der Grund dafür ist der teils ungepflegte Zustand der Roetgener Gemeindefriedhöfe.

Bei einem Rundgang über den katholischen Friedhof hinter der Pfarrkirche St. Hubertus in Roetgen sind die Beschwerden nicht zu überhören: „Unsere Friedhöfe befinden sich in saumäßigen Zuständen, da hört man förmlich das Gras wachsen.“ Und weiter: „Gehwege sind halbe Wiesen, mit Gras zugewachsen, freie Flächen zu wahren Löwenzahninseln verwildert, die Reihe der Schandflecken kann man nahtlos fortführen“, wettert ein Friedhofsbesucher.

Nichts passiere, alles bleibe in schönster Unordnung, das sei einfach eine Sauerei, eine Schande. „Wir alle halten unsere Gräber auch sauber, mehrmals im Jahr. Und die hohen Friedhofsgebühren, die von der Gemeinde verlangt werden, sind ja auch nicht von Pappe“, argumentiert eine ältere Dame, die gerade das Grab ihres Mannes besuchte.

„Auf dem Teppich bleiben“

Bürgermeister Manfred Eis sagt gegenüber unserer Zeitung auf Nachfrage: „Man soll hier mal ganz schön auf dem Teppich bleiben.“ Die Gemeinde habe eigens eine Kraft eingestellt, deren Aufgabe es sei, die vier Friedhöfe (Roetgen zwei, Rott und Mulartshütte) auf Vordermann zu bringen. „Der kann aber nicht gleichzeitig überall sein, er kann auch nicht mehr als arbeiten“, ergänzt Eis.

Auf den gemeindlichen Friedhöfen werde noch nach Alter Väter Sitte gearbeitet, ohne chemische Mittel, die kämen nicht zum Einsatz. „Das würde zwar die Arbeit erleichtern, ist aber von uns nicht gewollt und vorgesehen.“ Außerdem, so Eis, dürfe man nicht verkennen, dass derzeit in der Natur „Unkrauthochzeit“ herrsche, denn es brumme an allen Ecken und Enden wie verrückt. „Auch in den Gärten“, weiß Manfred Eis nur allzu gut.

Die Gemeinde habe für den Friedhofsarbeiter einen Arbeitsplan erstellt, nach dem der gute Mann arbeite. Mehr könne er nicht tun, alles brauche halt seine Zeit. „So dramatisch, wie die Bürgerinnen und Bürger die Zustände schildern, sehe ich die Sache jedenfalls nicht“. Natürlich sollte so schnell wie möglich alles wieder „ins Reine gebracht werden. Nun, dann ist – frei nach Ulrich Zimmermann – vielleicht bald auch wieder auf den Gemeindefriedhöfen in Roetgen „Über allen Gräbern Ruh“.

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