Nordeifel - Kita-Streik: Eltern zeigen für Situation Verständnis

Kita-Streik: Eltern zeigen für Situation Verständnis

Von: hes
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Noch ganz normaler Betrieb herrschte im Kindergarten Höfen am Freitag – am Montag und eventuell noch länger müssen die Eltern gegebenenfalls auf andere Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Bislang ist der Arbeitskampf der Erzieherinnen zumindest äußerlich sichtbar an den Einrichtungen in der Nordeifel vorbeigegangen – nun aber kämpfen auch die Beschäftigten der Familienzentren und Kindertagesstätten in Monschau, Roetgen und Simmerath für „gerechtere Entlohnung und höhere Wertschätzung“ ihres Berufsstandes.

„Aufgrund von Streikaufrufen der Gewerkschaften komba, ver.di und GEW kommt es auch in den Kindertageseinrichtungen (KiTas) der Städteregion Aachen zu Schließungen bzw. teilweise erheblichen Einschränkungen des Betriebes“, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung sowie Kindertagesbetreuung bei der Städteregion Aachen (A51).

„Die Städteregion Aachen als Träger der kommunalen Kindertageseinrichtungen in den Städten Baesweiler und Monschau sowie den Gemeinden Roetgen und Simmerath kann in den genannten Notgruppen bzw. bei Schließung nur in Fällen unzumutbarer Härte eine Betreuung sicherstellen. Die Streiks wirken sich auch auf Einrichtungen aus, die selbst nicht bestreikt werden, weil Kinder aus Nachbareinrichtungen betreut werden oder Personal in benachbarten Einrichtungen aushelfen muss“, so die Pressestelle am Freitagabend.

Mehr Aufgaben, gleicher Lohn

„Wir sind begeistert von der breiten Solidarität in den Einrichtungen, die dieses Mal unseren Arbeitskampf mittragen“, zeigte sich Bianka Steffens, Leiterin der Kindertagesstätte in Höfen, überrascht von der Vielzahl auch der Kitas in der Nordeifel, die nächste Woche „auf die Straße gehen“. Ebenso „dankbar und erfreut“ sei man aber auch über die Reaktionen der Eltern, der Höfener und Rohrener Kindergartenkinder, als man diesen den Streik angekündigt habe: „Da hat nahezu jeder Verständnis für unsere Situation“, lobt Erzieherin Birgit Classen auch die Solidarität der Eltern.

„Gerechtere Bezahlung für seit Jahren stark gestiegene und immer weiter steigende Aufgaben“, fasst Bianka Steffens die Forderung der Erzieherinnen zusammen. Seit 1994 habe sich die Entlohnung der Erzieherinnen nicht verändert, obwohl das Kinderbildungsgesetz, Inklusion und Integration sowie U3-Betreuung das Berufsbild nachhaltig verändert hätten. „Die Elementarpädagogik ist der Grundstein der Bildung, und wir leisten hier wichtige Arbeit, die aber bei weitem nicht so honoriert wird wie in anderen Bildungsberufen“, so Bianka Steffens.

Und so werden die insgesamt 13 Beschäftigten des Kita-Verbunds Höfen/Rohren, die sich täglich um insgesamt 70 Kinder von 0 bis 6 Jahren kümmern, am Montag durch Aachen ziehen und ihren Forderungen damit Nachdruck verleihen – ebenso wie die organisierten Erzieherinnen anderer Eifeler Einrichtungen. Nicht betroffen sind von diesen Arbeitskampfmaßnahmen die Tagesstätten der Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Elterninitiativen, also der sogenannten „freien Träger“.

Ausdrücklich weist die Städteregion Aachen „aufgrund vielfacher Nachfragen“ darauf hin, dass für eine Kürzung des Elternbeitrages aufgrund von Arbeitskampfmaßnahmen keine Rechtsgrundlage bestehe. Aktuelle Informationen zum Streik sind auf der Internetseite www.staedteregion-aachen.de/jugendamt jederzeit abrufbar.

Erster Ansprechpartner ist nach Angaben der Städteregion die Kita-Leitung vor Ort.
Sonst können sich Eltern aus Baesweiler, Monschau, Roetgen und Simmerath auch an das Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung (Telefon 0241-5198-2393, montags bis freitags von 7.30 bis 17.00 Uhr) wenden.

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