Kirmes in Steckenborn: Hahnenkönig und Trump an einem Tag

Von: Max Stollenwerk
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„Make Steckenborn great again!“: Der us-amerikanische Präsident Donald Trump bildete den Abschluss des Kirmeszugs ...
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... und wurde anschließend als Heribert Hanf auch noch Hahnenkönig. Foto: M. Stollenwerk

Steckenborn. „Gestern noch auf der Beerdigung von Helmut Kohl, heute zu Gast auf der Steckenborner Kirmes“ – so rief es Rudolf Jansen den Zuschauern des Steckenborner Kirmeszuges am Sonntagmittag zu. Er war so etwas wie der Chef des FBI der letzten Gruppe im Zug. Dieser war – getreu dem Motto der diesjährigen Kirmes „Make Steckenborn great again – hier regiert die Kirmes“ – sehr amerikanisch geprägt.

Eskortiert von FBI und zahlreichen Securitys, befand sich ein täuschend echtes Double des amerikanischen Präsidenten Donald Trump im letzten Wagen. Imitiert wurde dieser von Heribert Hanf, dem späteren Sieger des Hahnenköppens.

Im Zentrum des Ortes, unmittelbar vor der Kirche, öffnete sich schließlich das Dach des Cabrios, der amerikanische Präsident ragte seinen Kopf heraus, und intonierte stolz die amerikanische Nationalhymne. Doch dies war nur der Schlusspunkt einen bunten Zuges mit circa 150 Teilnehmern. Von den Maigesellen über den Reit- und Fahrverein bis hin zu den beiden Musikvereinen aus dem Ort waren alle Dorfvereine mit von der Partie. Und auch wenn es das Wetter am Samstag und Sonntag nicht gut meinte mit den Steckenborner Kirmesfreunden, war es wenigstens trocken, als sich der Zug am Sonntag auf Höhe des Kindergartens in Bewegung setzte.

Gut gefeiert hatten die Steckenborner aber auch schon am Tag zuvor. Nach einem Treffen auf der Festwiese, von der aus man den amtierenden Hahnenkönig Willi Knoll abholte, ging es zum Ausgraben der Kirmes, die in diesem Jahr von den Maigesellen ausgerichtet wurde. Am Abend stand dann der Kirmesball mit der sechsköpfigen Partyband „Melano“ an – nicht zu verwechseln mit dem Steckenborner Musikverein Melano. Trotz Dauerregens über Tag und eher herbstlichen Temperaturen, zog es viele Steckenborner auf die Festwiese, auf der man sich dann zwangsläufig von innen wärmen musste.

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntagmorgen, war der traditionelle Frühschoppen zusammen mit den Musikvereinen angesagt, bevor sich später der Kirmeszug auf den Weg machte. Angekommen auf der Festwiese, stand neben einer Verlosung mit dem Hahnenköppen ein weiteres Highlight an. Nachdem zu Beginn Vertreter aller Ortsvereine ihr Glück versucht hatten, kristallisierten sich im weiteren Verlauf des Wettbewerbes vier Favoriten heraus. Peter Zoch, Tobias Conrads, Daniel Jahnke und Heribert Hanf schienen den Titel unter sich auszumachen.

Nach einem spannenden Wettbewerb gelang es Letzterem dann mit dem 117. Schlag, „den Hahn zu erlegen“. „Am gleichen Tag Präsidenten der USA und Hahnenkönig von Steckenborn zu werden, das ist natürlich ein absoluter Traum“, sagte Heribert Hanf nach seinem Triumph. Wenige Stunden zuvor hatte er im Kirmeszug noch das Double von Donald Trump gegeben. „Ich bin stolz darauf, Hahnenkönig geworden zu sein und bereue es keine Minute“, sagte der frisch gebackene Würdenträger.

Zwar habe er, der zum ersten Mal beim Hahnenköppen angetreten war, den Titel so vorher nicht geplant, doch nun nehme er ihn gerne an. „Es ist eine wichtige Tradition und auch eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls“, sagte Hanf, der auch sonst sehr aktiv im Steckenborner Vereinsleben ist. Denn er ist Mitglied in der Feuerwehr, im Reit- und Fahrverein sowie im Ortsverband der CDU. „So einen liebenswerten und herzlichen Empfang wie hier in Steckenborn gibt es nicht häufig. Jetzt bin ich endgültig in der Eifel und meiner Heimat Steckenborn angekommen“, sagte der neue Hahnenkönig, der seit sieben Jahren in der Nordeifel heimisch ist.

Am Montag, dem letzten Tag des wichtigsten Dorffestes im Jahr, lag der Fokus bei der Kirmes zunächst einmal auf dem Nachwuchs, der mit einem abwechslungsreichen Programm unterhalten wurde. Am Abend wurde dann der neue Hahnenkönig zu Hause abgeholt und von Freunden, Bekannten und seinem Gefolge zum Kirmesplatz begleitet. Dort musste er standesgemäß den Königstanz zu einer Walzermelodie hinlegen. Dieser wurde von rhythmischem Klatschen begleitet und von seinem Gefolge lautstark bejubelt.

Talentshow zum Abschluss

Die beiden Steckenborner Musikvereine spielten anschließend mehrere schwungvolle Lieder zu Ehren der neuen Majestät, bevor der neue Würdenträger die Bühne für die „Großartige Talentshow“ räumte. Diese war gleichzeitig der letzte Höhepunkt der Steckenborner Kirmes. Hier beteiligten sich am Montagabend sämtliche Dorfvereine, um ihr vielseitiges Können unter Beweis zu stellen. Von der Luftgitarre, über Stand-Up-Comedy, bis zur Interpretation des Liedes „Hannes in der Knopffabrik“ von Tim Toupet durch die Steckenborner Feuerwehr, wurde den Gästen alles geboten.

Am frühen Dienstagmorgen wurde der Steckenborner Kirmesknochen dann wieder für ein Jahr vergraben.

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