Kirmes in Monschau: Ingo Mertens siegt mit dem 98. Schuss

Von: Egl
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Unbändige Freude nach dem Siegesschuss: Tobias Schell (links) und Ralf Kaulen (rechts) lassen den neuen König Ingo I. Mertens hochleben, der sein verdientes Amt jetzt ein ganzes Jahr lang genießen möchte. Foto: Harald Egerland
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Fackelzug vor Kirmes-Fahrgeschäften: Die Bürgerschützen stehen Spalier für die scheidende beliebte Majestät Bernd II. (Maaßen).

Monschau. In diesem Jahr hätte es für die Anwärter besonders viele Gründe gegeben, Schützenkönig zu werden: eine großartige Kirmes mit Schaubuden und Karussells, Straßenkünstlern und Riesenrad, Verkaufsständen und Wahrsagern. Für Ingo Mertens zählte nur einer: Er wollte es schon immer!

Am vergangenen Wochenende gelang es ihm, sich diesen Traum erfüllen. Für viele Altstädter bilden das Kirmes- und das Schützenfest eine nahezu untrennbare Einheit. Und so war die Vorfreude in diesem Jahr ganz besonders groß; schließlich hatten engagierte Unternehmer mit der „Monschau Kermes anno dazumal“ einen großartigen Rahmen für das Fest des vaterstädtischen Schützenvereins geboten.

Nur wenige noch erinnerten sich an eine Kirmes in Monschau, die sich mit der gegenwärtigen vergleichen ließe. Und so hatten sich auch die Bürgerschützen Montjoie nicht lumpen lassen und mobilisierten alle Kraft, um in Monschaus Markthalle einen Kirmesball mit Liveband („De Belsch Jecke“) bei freiem Eintritt auf die Beine zu stellen.

Nur Petrus schien diesmal partout nicht mitspielen zu wollen. Hatte sich das Wetter noch bei der Verabschiedung der „alten“ Majestät Bernd II. (Maaßen) gnädig gezeigt und der Regen pünktlich zum großen Fackelzug ausgesetzt, so gab es für die Schützenfreunde am Samstag dann keine Gnade mehr: Erst wechselten sich Sonne und Wolken ab, später regnete es sich ein.

Die Schützen und die interessierten Zuschauer erlebten einen spannenden, aber doch sehr nassen Wettkampf. Aber wer um die höchste Ehre kämpft, die Monschau zu vergeben hat, der muss auch bereit sein, alles zu geben. Hier herrschen noch klare Verhältnisse, Absprachen bei der Auswahl eines möglichen Schützenkönigs kennt man hier nicht.

Und so war die Frage, wer dem äußerst beliebten Bernd Maaßen folgen würde, im Vorfeld heiß diskutiert worden. Die ernsthaften Aspiranten schälten sich schließlich nach dem sechsten Durchgang langsam, aber deutlich heraus: Immer wieder traten sie an, um mit der schweren Donnerbüchse auf den massiven Holzvogel zu schießen, immer mehr Bleigeschosse jagten Holzteile aus dem handgefertigten Tier.

Am Ende waren noch fünf Anwärter auf die Krone im Rennen: Neben Mertens zeigten Wolfgang Schwenzer, Hans-Peter („Pepe“) Koll, Ralf Weishaupt-Ungermann und Hans-Benno Kaulard eine ganz besondere Ausdauer und ernsthafte Ambitionen auf den Schützenthron.

Mit dem 98. Schuss kam die Entscheidung, und Ingo Mertens durfte die Arme in die Höhe reißen. Die Erleichterung stand ihm im Gesicht geschrieben. Seit 2010 hatte er immer wieder zu denjenigen gezählt, die „bis zum Ende draufhielten“. Nun legten ihm Schützenpräsident Georg Kaulen und sein Sohn Ralf als Geschäftsführer des Vereins die gerade neu überarbeitete und in Form gebrachte Königskette um. Die alte Version hatte mittlerweile ein Gewicht von über 13 Kilogramm und wurde so manchem Schützenkönig mit der Dauer doch etwas zu schwer. Mertens genoss das Tragen des Silbers in vollen Zügen: „Ein geiles Gefühl!“

Der Jubelzug durch die Altstadt wurde zum Triumph des „Monscher Jong“. Die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr ließen den Leiterwagen in Aktion treten, die Sirenen heulten durch die Gassen. Immer wieder mussten die Musikanten der Musikvereinigung Montjoie sowie die Repräsentanten des altstädtischen Sportvereins Tura Monschau stoppen, da die Gastronomen sich mit Freundlichkeiten gegenseitig überboten: Da wurden schmuckvolle Blumenbouquets sowie Getränke und Stärkungen gereicht, so dass nicht nur die neue Majestät, sondern auch das gesamte Gefolge bestens versorgt wurde. Nach dem traditionellen Walzertanz mit Ehefrau Sylvia vor dem Roten Haus erhielt Mertens in der Markthalle seinen Königsorden sowie ein Präsent der Stadt und tritt somit offiziell seine Regentschaft als „Ingo I.“ an.

Gefeiert wurde bis in die Nacht, obwohl am nächsten Morgen schon über 30 Musiker warteten, um den neuen König und die gesamte Altstadt mit Märschen und dem traditionellen „Kermes-Lied“ aus den Betten zu holen. Doch die Anstrengung schreckt Monschaus neuen König nicht: „Ich werde das jetzt genießen – ein ganzes Jahr lang“, freut er sich.

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