Eicherscheid - Kirchweg: Baustopp wegen einer alten Linde

Kirchweg: Baustopp wegen einer alten Linde

Von: Andreas Gabbert
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Die Fahrbahn des Kirchwegs in Eicherscheid wird saniert und neues Pflaster verlegt: Rund um die alte Linde darf zurzeit aber nicht weitergearbeitet werden, weil das Umweltamt der Städteregion den Baum gefährdet sieht und einen Baustopp verhangen hat. Foto: A. Gabbert

Eicherscheid. Eigentlich sollte es nur eine routinemäßige Überprüfung der alten Kopflinde an der Kirche in Eicherscheid sein, denn einmal im Jahr steht beim Umweltamt der Städteregion Aachen die sogenannte Naturdenkmalkontrolle an. Mit dem derzeitigen Zustand des Baumes war Udo Thorwesten vom Umweltamt der Städteregion zufrieden.

Die Pflasterarbeiten rund um die Linde hingegen machten ihn wütend und zornig. „Der Mensch ist der größte Feind des Baumes. Das sieht man hier“, sagte Thorwesten und verhing einen Baustopp.

Den begründete er damit, dass die Pflasterarbeiten nicht zulässig seien, weil das Pflaster im Vergleich zu vorher zu nah an den Baum heranreichen würde. „Wo soll der Baum noch seine Nährstoffe und sein Wasser aufnehmen?“, schimpfte der Mitarbeiter des Umweltamtes. Äste seien bei den Baggerarbeiten auch schon beschädigt worden, dies sei bei Bauarbeiten aber leider schon fast normal.

Der Schutzbereich des Baumes reiche 1,5 Meter über den Kronenrand des Baumes hinaus, und das sei hier eben nicht berücksichtigt worden. „In diesem Bereich darf ohne Genehmigung nichts passieren“, betonte Thorwesten. Wenn man in den Bereich der Krone eingreife, seien davon auch die Wurzeln betroffen, umgekehrt sei es das Gleiche. Daher seien die Pflasterarbeiten geeignet, den Baum und damit auch die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen.

„Unsere Kontrollen führen wir auch im Rahmen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht durch“, erklärte Thorwesten. Es müsse sichergestellt sein, dass von den Bäumen keine Gefahr für die Bürger oder die öffentliche Sicherheit ausgehe. Dementsprechend sei absolute Sorgfalt geboten. „Ich würde mir wünschen, dass mit uns vorher gesprochen wird und eine bessere Lösung gefunden wird“, sagte Thorwesten, der die Gemeinde Simmerath nun in der Pflicht sieht.

Der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Simmerath machte sich vor Ort ein Bild von der Situation.

„Ich bin sehr verwundert über das Verhalten des Mitarbeiters der Städteregion“ erklärte der Beigeordnete Bennet Gielen der Gemeinde Simmerath auf Anfrage. Die Grenzen des neuen Pflasters seien identisch mit denen des alten Pflasters. „Da gibt es keine Veränderung“, sagte Gielen. Hinzu komme, dass das alte Pflaster auf Beton verlegt gewesen sei und die Fugen nicht durchlässig gewesen seien.

Das neue Pflaster werde nun auf einer wasserdurchlässigen Frostschutzschicht mit offenen Fugen verlegt. Damit sei eine bessere Versorgung des Baumes verbunden. „In einem sachlichen Gespräch hätte man den Sachverhalt schnell klären können“, sagte Gielen.

Die Gemeinde Simmerath werde von der Städteregion Aachen nun eine schriftliche Stellungnahme erbitten, „damit die Arbeiten so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden können“. Die Städteregion Aachen kündigte auf Anfrage an, die Angelegenheit im Rahmen des „guten Verhältnisses“ zwischen den beiden Behörden schnell lösen zu wollen.

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