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Kirchenumbau ohne Pfarrer Stoffels vor dem „Aus“?

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Am 4. August 2012 stellten Pfarrgemeinde und Architekten das Rückbauprojekt für die Mutterkirche des Monschauer Landes vor. Nun droht das viel diskutierte, Ende 2013 aber beantragungsreife Projekt zu platzen, weil der Kirchenvorstand von St. Peter und Pankratius sich mit dem Weggang des Umbau-Befürworters Pfarrer Stoffels (2. v. li.) außer Stande sieht, den Umbau weiter voran zu treiben.
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Das Modell der Konzener Pfarrkirche nach dem Rück- und Umbau.

Konzen. Für viele Menschen in der Pfarrgemeinde Konzen lag der „Silvesterknaller“ schon zwei Tage vor dem Jahreswechsel im Briefkasten. „Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Pankratius – Informationen für die Pfarrgemeinde“ stand auf dem Titelblatt eines achtseitigen, gelben Din-A-5-Heftchens und darunter die Überschrift: „Kirchenumbauprojekt vor dem Aus“.

Als Absender zeichnen auf der letzten Seite der Schrift acht Mitglieder des Konzener Kirchenvorstandes verantwortlich: der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Huppertz und die KV-Mitglieder Bernd Mainz, Hilde Brück, Manfred Niebes, Marianne Frings, Arthur Koch, Petra Palm und Stefanie Schreiber.

„Mit großem Bedauern sieht der Kirchenvorstand Konzen den Weggang von Pfarrer Stoffels zu Beginn des neuen Jahres. Pfarrer Stoffels war der große Befürworter des geplanten Kirchenumbaus in Konzen. Er hat die dringende Notwendigkeit von Veränderungen erkannt und stand für Aufbruch, Modernisierung und Erneuerung. Der Blick war auf die Zukunft gerichtet, um gerade den Kindern zukünftig eine lebensfähige und lebendige Gemeinschaft zu sichern“, wenden sich die Unterzeichner an alle Gemeindemitglieder der Pfarre Konzen.

Aufgrund des Weggangs von Pfarrer Stoffels halte der Kirchenvorstand nun jedoch eine Realisierung des Kirchenumbaus für nicht mehr durchführbar, „da die wenigen Kritiker des Vorhabens keine Ruhe geben und demokratisch zustande gekommene Entscheidungen nicht akzeptieren wollen. Ohne die Unterstützung von Pfarrer Stoffels sieht sich der Kirchenvorstand handlungsunfähig“, heißt es da.

Finanzierung gesichert

In der Folge erzählen die Vorstandsmitglieder noch einmal die Historie des Projekts – mit den Beweggründen und der Entstehung der Idee wie auch der geplanten Umsetzung. „Es war beabsichtigt, die Nutzung der kirchlichen Immobilien an einem Ort zu konzentrieren. So war der Plan entstanden, in die bestehende Pfarrkirche neben dem Gotteshaus auch das Pfarrheim bzw. eine Begegnungsstätte für ältere und jüngere Pfarrangehörige zu integrieren.

Hiermit wäre das vorhandene Bauvolumen der Pfarrkirche und der anderen kirchlichen Immobilien deutlich reduziert worden. Der Gottesdienstraum sollte auf das ursprüngliche Maß der historischen alten Dorfkirche zurückgebaut werden. Der derzeitige Altarraum sollte als nach Süden hin voll verglastes Pfarrheim bzw. Begegnungsstätte genutzt werden können, und der höhenreduzierte Zwischenbau würde zum Foyer.

Um die Fläche des Foyers hätte man im Bedarfsfall (z. B. an Festtagen und bei Beerdigungen) die Nutzfläche der Kirche erweitern können. Entscheidender Vorteil wäre das deutlich verringerte Volumen der zu beheizenden und zu unterhaltenden Kubatur gewesen mit der Folge, dass die Kirchengemeinde hohe Energiekosten und Unterhaltungskosten hätte einsparen können.

Zeitgemäße Begegnungsstätte

Das derzeitige Pfarrheim und der Raum unter der Kirche mit veralteten Heizungsanlagen und ohne wärmegedämmte Außenhülle wären durch ein – neues modernes Foyer und eine zeitgemäße Begegnungsstätte entsprechend dem heutigen Stand der Technik ersetzt worden“, erläutern die Unterzeichner und bewerten auch die Finanzierung aus Mitteln des Bistums und durch die öffentliche Hand sowie Eigenmittel als „gesichert“.

Nach der Vorstellung im Spätsommer 2012 aber sei es zu sehr kontroversen Diskussionen um das Projekt gekommen, obwohl sich in einer Fragebogenaktion dazu 78 Prozent der Rückläufe für das Projekt ausgesprochen hätten. „Trotz dieser deutlichen Mehrheitsentscheidung wollen einige Wenige diese nicht gelten lassen und intervenieren aktiv dagegen“, berichtet der Kirchenvorstand von einem offenen Schreiben des Vorsitzenden des Heimatvereins („Einen Abriss der Kirche, so wie er im Entwurf ... dargestellt ist, werden wir mit allen Mitteln versuchen zu verhindern.“) an Pfarrer Stoffels, den Pfarrgemeinderat, Kirchenchor, Ortskartell, Ortsvorsteher und Ratsvertreter von Konzen.

Eine anonyme Anzeige beim Bund der Steuerzahler NRW im August 2013 bezüglich der 60-Prozent-Finanzierung aus öffentlichen Mitteln habe dem Kirchenvorstand gleichsam unterstellt, öffentliche Gelder zu verschwenden und hätte „das ehrenamtliche Engagement der Kirchenvorstandsmitglieder auf eine harte Probe gestellt“, so die Unterzeichner. Der Kirchenvorstand habe „in den Umbau- und Sanierungsplänen unserer Konzener Kirche ein zukunftsfähiges Konzept gesehen, das dazu dienen sollte, der Gefahr einer Schließung unserer Kirche durch das Bistum entgegenzuwirken“.

Man sehe sich nun aber nicht mehr in der Lage, den geplanten Umbau weiter umzusetzen, „denn der Hauptbefürworter Pfarrer Stoffels geht und gleichzeitig bleiben Kritiker, denen jedes Mittel recht ist, gegen den Umbau vorzugehen“, so die Unterzeichner, die ihre weitere Tätigkeit mit der Umsetzung von Veränderungen um die Kirche und zur Förderung des dörflichen Miteinanders verbinden. „Da dies nicht mehr möglich ist, werden die Mitglieder des Kirchenvorstands ihre Ämter unter diesen Umständen mit Ablauf des Jahres 2013 nicht weiter ausüben“, heißt es abschließend.

Während der Kirchenvorstand am Donnerstag keine weitere Stellungnahme zur Sache abgeben wollte, erklärte das Bistum Aachen auf Anfrage unserer Zeitung, „bisher nicht über Rücktrittsabsichten der Mitglieder des Kirchenvorstands der Pfarrei St. Peter und Pankratius Konzen in Kenntnis gesetzt worden zu sein.

Unabhängig davon habe „das Bistum Aachen die bisherigen Planungen zum Kirchenumbau positiv begleitet, weil in ihnen der Ausdruck von Weitsichtigkeit in der Pastoral und verantwortlichem Umgang mit Kirchbau, Finanzen und Ressourcen zu erkennen sind“, erklärte eine Sprecherin des Bistums, die abschließend feststellte: „Die zeitliche Verquickung von Rücktrittsabsichten des Kirchenvorstands mit der bevorstehenden Verabschiedung von Pfarrer Stoffels und der damit entstehenden Vakanz des Vorsitzes im Kirchenvorstand ist sehr ungünstig.“

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