Kirchenjubiläum in Roetgen: Ein buntes Legohaus in der Prozession

Von: Helga Giesen
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Die Kinder, die die Kinderkirche besuchten, bauten symbolisch eine Kirche aus Legosteinen und feierten damit das Jubiläum der großen Kirche. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Genau 350 Jahre ist es her, dass die Roetgener ihre erste Pfarrkirche einweihen konnten. Am Pfingstmontag des Jahres 1660 wurde sie nach vierjähriger Bauzeit unter den Schutz ihrer drei Patrone, des Heiligen Hubertus als Namensgeber, der Allerheiligsten Jungfrau Maria und des Hl. Johannes des Täufers, gestellt.

Die heutige Marienkapelle an der Ecke Faulenbruch-/Hauptstraße erinnert an den Standort dieser ersten Kirche. Das Jubiläum der Kirchweihe wurde am Pfingstmontag mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert, dem sich der Frühschoppen der St. Hubertus-Schützenbruderschaft anschloss.

Kirche als Mittelpunkt

Vor dem Altar im Schatten der Marienkapelle begrüßte Pfarrer Hans-Georg Schornstein eine große Festgemeinde zum Wortgottesdienst. Das Kirchengebäude sei Mittelpunkt einer christlichen Gemeinde, hier kommen Menschen zusammen, um ihren Glauben zu feiern und um durch Gottes Wort und Sakrament gestärkt zu werden, führte er in das Thema des Tages ein.

Aber das Gebäude sei nicht das, was eine christliche Gemeinde letztlich ausmache. Mit dem Wort Petri aus der Lesung „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen” erinnerte er daran, dass es die Menschen sind, durch die die Kirche lebt.

„Wir stehen auf dem Grund unserer Geschichte, aber wir dürfen nicht stehen bleiben”, vertiefte er den Gedanken in der Predigt. „Wo wir Gottes Geist zulassen, ist Zukunft für Kirche”, forderte er auf, den Blick nach vorn zu richten und sich der besonderen Situation, in der sich die Kirche heute befinde, zu stellen.

Vieles gehe nicht mehr weiter wie bisher, aber darüber zu stöhnen und zu klagen, helfe nicht weiter. „Das haben unsere Vorfahren auch nicht getan, sonst ständen wir heute nicht hier”, schlug er den Bogen zurück zum Anlass des Festes.

Denkanstöße, wie er seinen Glauben neu beleben, vielleicht auch wieder ganz neu entdecken könne, könne jeder für sich im Leben der drei Schutzpatrone finden.

Nach der Gabenbereitung zogen die Gläubigen in einer großen Prozession von der Marienkapelle zur heutigen, zweiten Pfarrkirche. Pfarrer Schornstein, Beauftragte für Wort-Gottesfeiern, Kommunionhelfer/innen und Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat trugen den Messkelch, Zimborien mit Hostien, Wein und Wasser sowie das Lektionar. Damit wurde an die Überführung des Allerheiligsten von der ersten zur neu erbauten zweiten Kirche am 27. September 1857 erinnert.

Während des Wortgottesdienstes der Erwachsenen hatten sich in der „Kinderkirche” in der Kapelle die kleineren Mädchen und Jungen ebenfalls mit dem Thema „Gott baut ein Haus, das lebt” beschäftigt. In dem gleichnamigen Lied heißt es weiter „aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.”

Als äußeres Symbol bauten sie gemeinsam aus großen, bunten Legosteinen ein Haus. Auch dieses wurde in der Prozession mit in die Kirche getragen.
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