Steckenborn - Kirchengeschichte auf einen Blick: Neue Info-Tafeln

Kirchengeschichte auf einen Blick: Neue Info-Tafeln

Von: P. St.
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Eine Informationstafel über die Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Apollonia Steckenborn errichtete jetzt der Arbeitskreis Dorfgeschichte.
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Auch am früheren Standort des Kriegerdenkmals in Steckenborn wurde eine kleine Infotafel montiert. Foto: Stollenwerk
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Vor seiner Sprengung im September 1944 erreichte die Turmspitze der Pfarrkirche Steckenborn die beachtliche Höhe von 41 Metern.

Steckenborn. Die erste Kapelle Steckenborns, damals Capelle Schoenenborn genannt, wurde am heutigen Standort der Pfarrkirche St. Apollonia im Jahr 1702 eingesegnet. Dass vor 315 Jahren in Steckenborn das erste Gotteshaus errichtet wurde, dürfte manchem Dorfbewohner nicht bekannt sein.

Dass solche für den Ort historisch bedeutsamen Daten nicht in Vergessenheit geraten und öffentlich ins Bewusstsein gerückt werden, hat sich der vor drei Jahren gegründete Arbeitskreis Dorfgeschichte zur Aufgabe gemacht.

Nach der offiziellen Einweihung und Einsegnung des historischen Dorfmuseums Steckenborn gründete sich in Steckenborn Anfang November 2014 der Arbeitskreis. Im Juni des vergangenen Jahres konnte das erste Projekt des Arbeitskreises vorgestellt werden. Seitdem befinden sich am Dorfursprung von Steckenborn, dem „Buerplatz“ in der Bornstraße, eine Informationstafel und auch eine Sitzgruppe. Weitere Informationstafeln an historisch markanten Plätzen und Gebäuden sollten folgen.

Am vergangenen Samstag wurden nun zwei weitere Infotafeln aufgestellt. Sowohl an der katholischen Pfarrkirche wie auch am gegenüber dem Gotteshaus gelegenen alten Standort des Kriegerdenkmals an der Hauptkreuzung im Ort wurden die Tafeln angebracht.

Aus Kirchenchroniken, Zeitungsberichten, Unterlagen des Gemeindearchivs wie auch aus Erzählungen älterer Dorfbewohner konnten die Informationen zusammengetragen werden. Der textliche Inhalt auf der Hinweistafel und auch der Standort an der Kirche wurden mit Pastor Stoffels und dem Kirchenvorstand abgestimmt. Eine etwas kleinere Infotafel wurde am ehemaligen Standort des ersten Denkmals für die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges an der Kreuzung „Im Hech/In Steckenborn“ aufgestellt. Dort stand das Kriegerdenkmal bis nach dem Zweiten Weltkrieg.

Bei der Aufstellung der beiden neuen Tafeln richtete André Koll vom Arbeitskreis ein besonderes Wort des Dankes an Ulrich Braun, der den Arbeitskreis stets tatkräftig handwerklich unterstütze. Gedankt wurde auch der Steckenborner Schreinerei Greuel, dem Malerbetrieb Stiel sowie der Gemeinde Simmerath, dem Kirchenvorstand und Pastor Stoffels für die gute Zusammenarbeit. Finanziert wurde die Tafel an der Kirche vom Pfarreirat.

Anekdoten gesucht

Der zwischenzeitig neunköpfige Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, um die Historie des Ortes aufzuarbeiten. Dem Arbeitskreis gehören an: Christiane Aschoff-Ghyczy, Manfred Braun, Walter Greuel, André Koll, Markus Krüttgen, Anneliese Lennarz, Ottfried Lutterbach, Elisabeth Nießen und Maria Theißen. Derzeit arbeitet der Arbeitskreis daran, den ursprünglichen Schmugglerpfad, der von Schmidt durch die Steckenborner Wälder bis nach Hechelscheid führte, wieder zugänglich zu machen.

Parallel sammelt der Arbeitskreis Anekdoten aus früheren Zeiten (beispielsweise zu den Themen Arbeiten in der Landwirtschaft, Ernährung, Kindheit). Angedacht ist es, die Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Außerdem würde sich der Arbeitskreis freuen, wenn von den Dorfbewohnern Steckenborner Anekdoten aus alter Zeit aufgeschrieben und dem Arbeitskreis zur Verfügung gestellt werden könnten.

Bei Bedarf kommt auch ein Vertreter des Arbeitskreises zu den Dorfbewohnern nach Hause und notiert die Erzählungen. „Sie erzählen und wir schreiben“, sagt André Koll. Zudem würde sich der Arbeitskreis über weitere Mitwirkende freuen. Interessierte können sich bei André Koll, Kuhlenstraße 19 in Steckenborn, Telefon 02473/9273491 oder per E-Mail unter andre.koll@gmx.net melden.

Goldschmuck für die neue Kirche gespendet

Die Kirche hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Bis zum Jahr 1702 mussten die Steckenborner zu Fuß nach Simmerath zur Kirche gehen. Erst 1710 erhielt die Kapelle eine Glocke. Im Jahr 1804 wurde Steckenborn eigene Pfarre. Als Pfarrpatronin wählte man die hl. Apollonia, eine Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert, der als Folter die Zähne gezogen worden waren.

Daher kamen aus der Umgebung viele Menschen mit Zahnschmerzen zum Gebet nach Steckenborn. 1907 wurde nach zweijähriger Bauzeit eine neue Kirche an jetziger Stelle eingeweiht. Die Steine stammten aus Steinbrüchen der Umgebung. In beiden Weltkriegen mussten jeweils zwei Glocken zur Herstellung von Kriegsmaterial abgeliefert werden.

Am Freitag, 22. September 1944, um 15 Uhr wurde der Steckenborner Kirchturm gesprengt. Die deutsche Wehrmacht hatte die Sprengung befohlen, damit die Amerikaner den Turm nicht zur Orientierung nutzen konnten. Die jetzige Kirche wurde in den Jahren 1950/51 aus den alten noch brauchbaren Bruchsteinen wieder aufgebaut. Die enorme Höhe von 41 Metern des damaligen Turmes wurde nicht wiederhergestellt. Der heutige Wetterhahn endet nun auf einer Höhe von 27,60 Metern.

Für den Wiederaufbau spendeten die Steckenborner viel Geld. Manche gaben sogar ihren Goldschmuck für den guten Zweck ab. Aus der ersten Kapelle von 1702 blieb das Taufbecken erhalten und wird bis heute genutzt.

Heute gibt es in der Kirche drei Glocken, von denen eine als Leihgabe aus der Kirche des 1946 geräumten Ortes Wollseifen stammt. Das erste Denkmal für die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges wurde am 7. September 1924 feierlich enthüllt. Es befand bis nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber der Kirche.

Nach den Kriegsjahren setzten sich Pfarrer Schmitz und sein Nachfolger Pfarrer Laufenberg für ein neues Ehrenmal in Steckenborn ein. So konnte das heutige Kriegerdenkmal neben der Kirche auf der Fläche des ehemaligen Friedhofes im Jahr 1955 eingeweiht werden. Die Namen der in beiden Weltkriegen Gefallenen und Vermissten von Steckenborn sind hier aufgeführt.

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