Kirchen erscheinen in einem neuem Licht

Von: js
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Stimmungsvoll in Szene gesetzt: Acht Schülerinnen der St. Ursula-Schule gestalteten für die Aktion „Offene Kirchen“ eindrucksvoll das Innere der Aukirche. Ihr Thema war „Aufbruch und Hoffnung“. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Im November fand im Bereich der Gemeinschaft der (katholischen) Gemeinden in Monschau zum neunten Male die Aktion „Offene Kirche“ statt. Es ist schon ein recht hintergründiger Titel, den sich diese Aktion gewählt hat.

Die Aktion hat sich in den vergangenen Jahren über ganz Deutschland ausgebreitet. Es steckt also wohl ein tiefer gehendes Anliegen dahinter. „Offene Kirche“ – das lässt anklingen, dass die Kirche(n) und all das, wofür sie stehen, in der allgemeinen Wahrnehmung als etwas Verschlossenes, Unzugängliches erlebt werden. „Offen“ bedeutet dann, den Versuch zu wagen, das Fremde in einem neuen Licht zu betrachten.

Die Hoffnung ist, dass so wieder zum Sprechen gebracht werden könnte, was in Schweigen und Befremden versunken war. Viele Besucher dieser Abende zeigen sich überrascht davon, was alles mit und in Kirche gemacht werden kann. All die besonderen Eindrücke durch Darstellungen, Aktionen, Begegnungen, Texte, Musik lassen „Kirche“ – den konkreten Kirchenraum ebenso wie auch die Institution – in einem neuen Licht erscheinen. Und dies kann dann zu spirituellen Momenten für den Einzelnen führen und Zugänge eröffnen - zur Kirche und zum Glauben. Wichtig ist, dass die Initiatoren der einzelnen Abende in den Gemeinden gerade ihre persönlichen Zugänge zum Glauben darzustellen wagen.

Es gab diesmal kein zentrales Leitthema, nur die Vorgabe, dass es um das „Neue“ überhaupt, um Anfang und Aufbruch gehen könnte. In diesem ganz weiten Rahmen fügten sich die vier Abende in fünf Kirchen ein. Bemerkenswert, dass sich die Evangelische Kirchengemeinde, wie schon zuvor häufig, an der gemeinsamen Aktion wie selbstverständlich beteiligte. Sicher ist schon darin ein Zeichen der angestrebten Offenheit zu sehen. Der Zyklus begann Anfang November in Höfen. „Vom Anfang des Anfangs“ hieß der Titel des Abends, an dem „Schöpfung und Urknall“ vom theologischen und vom naturwissenschaftlichen Gesichtspunkt aus in einer ansprechenden Bilderfolge auf Plakaten und in einer Filmpräsentation dargestellt wurde. Eine Woche später ging es in Mützenich mehr um Persönlich-Spirituelles.

„Mein Gott, wo bist Du?“ – so wurde nach Gottes Spuren in der Welt gefragt. Der Besucher konnte im Wandern durch die Pfarrkirche eine Geschichte verfolgen, in der gezeigt wurde, dass die Spuren Gottes oft äußerlich unsichtbar sind, aber doch in der Wirkung deutlich werden. Das Imgenbroicher Vorbereitungsteam hatte sich für sein Thema „Wunder“ etwas Besonderes ausgedacht. Im Vorfeld wurde eine schriftliche Umfrage gestartet und nach persönlichen Erfahrungen und Meinungen zu Wundern gefragt. Die Resonanz war, wenn auch zahlenmäßig nicht überwältigend, doch inhaltlich äußerst differenziert und aussagestark.

Sichtbar wurde, dass es im Allgemeinen nicht einfach ist, sich zu Glaubensfragen zu äußern, dass es aber zu tiefgreifenden Resultaten führen kann, wenn man es wagt. Die Plakatwand mit den Ergebnissen wurde über den Abend hinaus in der Kirche belassen und weiterem Nachdenken anheimgegeben. Der letzte Abend in Monschau stand bereits im Zeichen des beginnenden Weihnachtsmarkts.

Die Aukirche und die Evangelische Stadtkirche hatten ihre Tore geöffnet. Die Aukirche wurde von Schülerinnen der St. Ursula-Schule gestaltet durch eine eindrucksvolle Lichtregie und Rezitationen zum Thema „Aufbruch und Hoffnung“.

In der Evangelischen Stadtkirche gab es den vielleicht aktuellsten Beitrag mit einer kleinen Ausstellung, die die Wirksamkeit der evangelischen Kirche Marokkos zur Flüchtlingsproblematik beleuchtete. Das biblische Leitwort dazu hieß: „Vergesst nicht, gastfreundlich zu sein!“

So war auch diese neunte Aktion „Offene Kirche“ in Monschau ein Erfolg. Vielleicht wird es im Sinne des Grundanliegens tatsächlich einmal auf Dauer dazu kommen, dass sich Kirche und Glaube insgesamt als „offen“ erweisen.

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