Kindertagesstätten leisten weit mehr als nur Betreuung

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Sehen das städteregionale Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung im Zuge neuer Herausforderungen gut aufgestellt: der zuständige Dezernent Markus Terodde (links) und Amtsleiter Adolf Mainz.

Nordeifel. Gesamtgesellschaftliche Veränderungen, demografischer Wandel, steigende Anforderungen im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung: Die kommunalen Jugendämter stehen in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Davon ist Adolf Mainz überzeugt. Der Leiter des städteregionalen Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung zog jetzt im Jugendhilfeausschuss eine beeindruckende Bilanz.

Seinem Amt attestiert er im Quervergleich mit anderen Jugendämtern landes- und bundesweit „eine positive Leistungsbilanz“ und sieht es für die Zukunft gut aufgestellt.

„Mit Blick auf den gesellschaftlichen Wandel hat die Entwicklung der Zukunftsgeneration einen ganz besonderen Stellenwert“, stellt der zuständige Dezernent Markus Terodde heraus. „Wir wollen die Bildungskette, die bei Kindern beginnt und bei Jugendlichen nicht aufhört, weiter fortsetzen.“

Amtsleiter Mainz sieht in der Familienfreundlichkeit einen wichtigen Standortfaktor für Kommen: „Im Zuge der demografischen Entwicklung ist dies ganz entscheidend. In diesem Bereich sind wir in der Städteregion – Stand heute – in einer guten Position. Wir stellen Angebote von vor der Geburt bis zur Selbstständigkeit zur Verfügung. Die Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien ist eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Dies wird in Zukunft noch weiter zunehmen.“

Mainz und seine Kollegen haben mit Unterstützung der Jugendamtskommunen Monschau, Roetgen, Simmerath und Baesweiler sowie des städteregionalen Kinder- und Jugendhilfeausschusses ihre Leistungen stetig weiterentwickelt. 39 eigene Standorte (Kitas, Fachberatungs-, Verwaltungs- sowie Schulsozialarbeitsstellen) in den regionsangehörigen Kommunen sowie zusätzlich 19 Standorte freier Träger sichern die Angebote vor Ort. Dazu zählt unter anderem die Erfüllung des Rechtsanspruches für die U3-Betreuung, die seit dem 1. August gilt und derzeit mit einer Quote von 37,8 Prozent laut Mainz „gut erfüllt“ wird.

Auch auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Qualität in den Kitas, den Maßnahmen zur Sicherstellung des Kinderschutzes und insbesondere auch dem Ausbau der „Frühen Hilfen“ liegen Schwerpunkte des Amtes.

Doch diese Angebote auch in Zukunft aufrecht zu erhalten und aufgrund von gesetzlichen Vorgaben weiter auszubauen, wird eine enorme Aufgabe, gerade für einen öffentlichen Träger. Vor allem Kindertageseinrichtungen stehen bereits im kommenden Jahrzehnt vor einem Generationenwechsel auf fast allen Ebenen. Dies gilt für die Fachberatung, Leitungskräfte, Erzieherinnen und auch für Ergänzungskräfte. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im fachlichen Umgang mit den Kindern.

Externe Hilfe für Familien

Die Auswirkungen einer alternden Gesellschaft sind in diesem Zusammenhang immer mehr auf kommunaler Ebene zu schultern. „Dabei übernehmen Kitas verstärkt einen Sozialauftrag“, so Mainz. „Denn Eltern wenden sich bei familiären Problemen immer öfter an die Erzieherinnen und Leitungskräfte. Dies bedeutet, dass eine Überarbeitung des Erziehungs- und Bildungskonzeptes erforderlich ist.“

Gleichzeitig benötigen immer mehr Kinder, Jugendliche und Familien externe Hilfe bei schwerwiegenden Problemen. Dazu zählen etwa die Abnahme der Erziehungsfähigkeit und -bereitschaft von Eltern oder psychische Erkrankungen, die sowohl Kinder als auch Eltern treffen können. Mainz: „Wir prüfen die Möglichkeiten, damit Kinder bei ihren Eltern bleiben können und eine längerfristige Heimunterbringung vermieden werden kann.“

Letztlich stehen die Kommunen als Kostenträger vor der großen Aufgabe, allen Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden. Die Bewältigung der neuen Herausforderungen, so stellt es Dezernent Markus Terodde heraus, könne nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie als gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrgenommen werden. „Das bedeutet, dass Bund und Land die Kommunen in ihrer Verantwortung für junge Menschen und Familien unterstützen müssen und sich selbst viel stärker einbringen.“ Das städteregionale Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung sieht der zukünftigen Entwicklung selbstbewusst entgegen - wenn Bund und Land ihren Beitrag leisten.

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