Kindermusical: Klassik in eine rote Kappe gehüllt

Von: akas
Letzte Aktualisierung:
10583107.jpg
Ein Wald voller Gefahren: Trotz der Warnungen ihrer Mutter hat sich Rotkäppchen im Wald verlaufen und ist dem Wolf begegnet. Das Ensemble der Musikbühne Mannheim setzt das Grimmsche Märchen bei der Monschau-Klassik kindgerecht um. Foto: Annika Kasties
10582665.jpg
Nicht aus Zucker: Die achtjährige Anna (links) lässt sich auf der Monschauer Burg vom Regen nicht den Spaß verderben. Foto: Annika Kasties

Monschau. Dass sich Kinder für vieles begeistern können, ist bekannt. Zeichentrickfiguren, pinke Prinzessinnen. Doch Kinder und Klassik, passt das zusammen? Klar, wie sich am Dienstag im Rahmen der Monschau-Klassik zeigte, erst recht wenn sie in eine rote Kappe gehüllt ist.

Frisch, lebendig und kindgerecht setzte das Ensemble der Musikbühne Mannheim das berühmte Märchen Rotkäppchen der Gebrüder Grimm um. Freudiges Gelächter und begeisterte Kinderaugen gab es auf den Rängen der Monschauer Burg zu sehen.

Mit peppiger Musik und kreativen Einfällen – etwa wenn Rotkäppchen zu sehr mit ihren Kopfhörern beschäftigt ist, um ihren Freunden zuzuhören, diese sollten ihr doch lieber eine SMS schicken – sorgte das Team dafür, dass das klassische Stück auch noch in der heutigen Zeit die Kinder anspricht. Und bewirkte damit genau das, was die Veranstalter mit der alljährlichen Kindervorstellung der Monschau-Klassik bezwecken.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Kinder an die Oper beziehungsweise an die Klassik heranzuführen“, sagt Dorit Schlieper, Geschäftsführerin der Monschau Festival GmbH. Dieses Jahr habe man sich mit Rotkäppchen erstmals nicht für eine Kinderoper, sondern für ein Musical entschieden. „Wir versuchen moderner zu werden, behalten die Klassik aber immer im Auge“, betont Dorit Schlieper.

Dass Kinder frühzeitig an Musik aus dem klassischen Bereich herangeführt werden, ist ihr wichtig. „Ich finde, dass die Musik ein ganz wichtiger Bestandteil des Lebens ist, der das Leben nicht nur im schlechten Zeiten, sondern immer aufwerten kann. In den Anfangsjahren wird dafür der Grundstock gelegt.“

Vor einigen Jahren hätten noch viele Schulklassen die Kinderveranstaltung der Monschau-Klassik besucht, berichtet Dorit Schlieper. Da die Monschau-Klassik mittlerweile in den Sommerferien stattfindet, seien heute weniger große Gruppen auf den Rängen zu finden. Dafür sind es vor allem Eltern und Großeltern, die mit ihren Kleinen ein bisschen Klassik-Luft schnuppern wollen.

Die Beliebtheit der Kinderveranstaltung sei jedoch ungebrochen. Rund Tausend Zuschauer pilgerten Dienstag trotz Regen auf die Burg. Auch Dorit Schlieper genießt jedes Jahr erneut die Atmosphäre der Kindervorführung, die sich deutlich von anderen Veranstaltungen der Monschau-Klassik unterscheide. „Die Stimmung ist natürlich ganz anders. Wenn am Ende der Vorstellung der Applaus losgeht, trampeln die Kinder wie wild mit den Füßen auf den Rängen. Das ist schon toll.“

Und auch wenn dieses Jahr auf den Rängen einige Plätze frei blieben, ließ sich der Großteil der Zuschauer den Spaß am Kindermärchen nicht vom schlechten Wetter vermiesen. „Der Regen ist mir egal“, verkündet Anna, das durchsichtige Regencape um sich gehüllt.

Schon im vergangenen Jahr habe sie im Rahmen der Monschau-Klassik die Kinderoper Max und Moritz gesehen. Auf die Umsetzung von Rotkäppchen freute sich die Achtjährige dieses Jahr besonders, schließlich kenne sie das Märchen aus ihrem Märchenbuch. Auch Dorit Schlieper nahm den Wetterumschwung gelassen: „Das ist schließlich Open Air.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert