Kinder erleben die Jahreszeiten hautnah

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Die 20 Kinder des integrativen
Die 20 Kinder des integrativen Waldkindergartens in Kommern mit ihren Erzieherinnen und den Gästen der Eröffnungsfeier.

Kommern. Den Wechsel der Jahreszeiten und den Rhythmus der Natur hautnah erleben - das ist für die 20 Kinder des Waldkindergartens „Zwergenwald” im LVR-Freilichtmuseum Kommern ganz selbstverständlich.

Der Kindergarten, der am Freitagvormittag offiziell eröffnet wurde, ist der erste seiner Art im Kreis Euskirchen.

Betreiber des Waldkindergartens, der einem integrativen Konzept folgt, ist der „Füngeling Router e.V.” aus Erftstadt. Der Verein hilft hauptsächlich behinderten Jugendlichen beim Berufseinstieg und hatte beim LVR-Freilichtmuseum Kommern zuvor eine Waldspielgruppe unterhalten.

Anmeldungen bis 2014

Die Idee des Waldkindergartens, bei dem die Kinder im Alter zwischen zwei bis sechs Jahren in einem speziell umgebauten Bauwagen untergebracht sind, scheint in eine Lücke des herkömmlichen Kita-Angebots gestoßen zu sein. „Wir haben für den Waldkindergarten schon Anmeldungen bis ins Jahr 2014. Es gibt Kinder, die erst wenige Monate alt sind, aber bereits jetzt von ihren Eltern angemeldet worden sind”, sagt Manuela Bornkessel vom „Füngeling Router e.V.” Im November käme zudem der zweite Bauwagen dazu, damit die Kinder eine weitere Rückzugs- und Ruhemöglichkeit hätten, so Frau Bornkessel.

Dr. Josef Mangold, als Direktor des LVR-Freilichtmuseums Kommern quasi „Hausherr” des Kindergartens, zeigte sich von dem Konzept begeistert: „Die Kinder können Natur im Wechsel der Jahreszeiten erleben.” Die besondere Konstellation des Freilichtmuseums mit seinen Attraktionen und den damit verbundenen Möglichkeiten, Kindern auch Kultur näherzubringen, wertete er als ein Alleinstellungsmerkmal des Kommerner Waldkindergartens. Zudem gebe das integrative Konzept den Anspruch des LVR wider, auch behinderte Menschen am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.

Leiterin des Waldkindergartens ist Antje Runkel. „Wir legen Wert darauf, dass sich die Kinder gegenseitig akzeptieren und einen guten Umgang miteinander pflegen”, sagt die gelernte Kindergärtnerin. Unterstützt wird sie von Ina Seifert und Petra Jung sowie dem Jahrespraktikanten Oliver Rogge. Die Zwergenkinder sind von acht Uhr morgens bis 15 Uhr im Wald. Bis 8.30 Uhr müssen die Kinder da sein. Von dem vereinbarten Treffpunkt auf dem Gelände des Freilichtmuseums werden die Kinder von ihren Erzieherinnen abgeholt, dann geht es zu Fuß oder im Bollerwagen zum Gelände, wo der Bauwagen steht.

In 10 bis 15 Jahren mehr sehen

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick wertete die Idee des Waldkindergartens als eine Rückbesinnung auf die Zeiten, in der es selbstverständlich war, dass „junge Menschen mit der Natur groß werden.” Als Kind, das auf dem Land in einer Bauernfamilie aufgewachsen ist, weiß Schick, wovon er spricht. „Ich wünsche viel Erfolg und bin stolz darauf, dass wir eine solche Einrichtung in unserer Stadt haben”, sagte er. Mit leeren Händen war Dr. Schick nicht gekommen. Er überreichte Antje Runkel einen Gutschein für Eiscreme.

Auf die weitere Entwicklung der Kinder in diesem speziellen pädagogischen Kontext des Waldkindergartens ist Dr. Schick durchaus gespannt: „Man wird in zehn bis 15 Jahre sehen, was aus den jungen Menschen geworden ist.”

Ein Keim für die Zukunft

Für Ingo Esser, Leiter des WaldPädagogik-Zentrums Eifel, das ebenfalls im LVR-Freilichtmuseum Kommern beheimatet ist, ist das ebenfalls der springende Punkt. Das Konzept des Waldkindergartens und die Verbundenheit zur Natur seien angelegt als Keim für die Zukunft. „Hoffen wir, dass er Früchte trägt”, so Esser.

Iris Schmitz von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz in Bonn hatte zur Eröffnung ebenfalls etwas mitgebracht: Eine Neuausgabe des 60er Jahre-Kinderbuchklassikers „Die alte Linde Gundula”, den der Buchverlag der Stiftung wieder aufgelegt hat. Die Reime wurden von den Kindern in einem Singspiel wiedergegeben.

Dass der Waldkindergarten etwas versteckt auf dem Gelände des Freilichtmuseums liegt, sei durchaus gewollt, so Dr. Josef Mangold: „Die Kinder sollen auch ihre Ruhe haben.” Im Museumsalltag würden die Kinder aber doch auftauchen. Schließlich wird der Mittagstisch für die Pänz in der „Gastwirtschaft zur Post” des Museums gereicht.
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