Kinder aus aller Welt machen das Leben bunter

Von: Heiner Schepp
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„Der kleine Weg“ und „Der große Weg“ heißen die beiden Bilder, die die Grundschulkinder und Flüchtlingskinder gemeinsam frei nach Friedensreich Hundertwasser gemeinsam auf die Leinwand zauberten. Foto: H. Schepp
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Gemeinsam stärksten sich die Grundschulkinder aus Konzen und Imgenbroich mit den jungen Bewohnern der Notunterkunft nach getaner Arbeit. Foto: H. Schepp

Monschau. „Kinder aus aller Welt“ lautet das Dachthema einer Projektwoche, die diese Woche an der Grundschule Imgenbroich-Konzen läuft. Im Rahmen dieser Aktionswoche konnten sich die Kinder aller Jahrgänge für verschiedene Projekte melden, die allesamt das Ziel verfolgen, globales, vorurteilsfreies Denken bei den Kindern zu fördern.

Zu diesem Zweck hat die Schule nun auch eine Kooperation mit dem Flüchtlingsheim auf der Haag ins Leben gerufen. Im Rahmen der Projektwoche besuchten Bewohner der Monschauer Notunterkunft die Schule und bereicherten einzelne Projektgruppen.

So bastelten drei Gäste mit den Kindern Origami-Figuren in der Gruppe „Basteln wie Kinder aus aller Welt“, in der Gruppe „Märchen aus aller Welt“ erzählte ein Mann aus Afghanistan auf Englisch persische Märchen, und in der Gruppe „Spiele aus aller Welt“ zeigte ebenfalls ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft den Kindern Spiele aus seiner Heimat.

Im Rahmen der Projektgruppe „Malen wie Kinder aus aller Welt“ thematisierte Lehrerin Ulrike Fuchs arabische Kunst (Ornamentik, Bauwerke) und besuchte am Donnerstag mit den 15 Kindern der Gruppe sowie einigen Eltern das Flüchtlingsheim auf der Haag in Monschau. Dort bastelten die Grundschulkinder aus Imgenbroich und Konzen gemeinsam mit Flüchtlingskindern im Grundschulalter Postkarten, Tischdekorationen und andere kleine Kunstwerke, die am Tag der offenen Tür zum Abschluss der Projektwoche am Samstag verkauft werden sollen.

„Vom Erlös sollen Materialien für Deutsch als Zweitsprache für die Flüchtlingskinder auf der Haag angeschafft werden“, erläutert Ulrike Fuchs. Diese Materialien würden dort dringend benötigt, um die Kinder für die Zeit in der Schule vorzubereiten, die aber erst nach der endgültigen kommunalen Zuweisung beginnt.

„Wichtig für die Kinder“

Dass die zurzeit in Monschau oder auch in Höfen, Einruhr und Simmerath notuntergebrachten Kinder demnächst eine Schule in der Nordeifel besuchen können, sei „eher unwahrscheinlich“, wie Marianne Bothen-Frehr, die die Notunterkunft Haag für die Bezirksregierung Köln leitet, erläuterte.

„Bislang können lediglich die unbegleiteten Flüchtlingskinder hier vor Ort eingeschult werden; die übrigen müssen die Erfassung und die kommunale Zuweisung abwarten“, so Bothen-Frehr, die von der Aktion und vom Besuch der Grundschule in der Notunterkunft sehr angetan war: „Das ist so wichtig, gerade für die Kinder hier“, meinte die Einrichtungsleiterin bei einem Besuch der Aktion im Kinderbetreuungsraum auf der Haag.

Seit November habe es keine neuen Zuweisungen von Flüchtlingen auf der Haag gegeben, es seien aber auch nur wenige Bewohner erfasst und in eine kommunale Betreuung weitergeleitet worden, so Marianne Bothen-Frehr. Deshalb seien Aktionen wie das Projekt der GGS Imgenbroich-Konzen „eine höchst willkommene Abwechslung und Beschäftigung“ für die Kinder und ihre Familien.

Auch wenn die Verständigung zwischen den Flüchtlingskindern und ihren – zumeist deutschen – Gästen nur mit Händen und Füßen möglich war, entstanden am Donnerstag auch zwei sehr schöne Gemeinschaftswerke: „Der kleine Weg“ und „Der große Weg“ heißen zwei Bilder des bekannten Wiener Malers, Architekten und Umweltaktivisten Friedensreich Hundertwasser, deren Umrisse Ulrike Fuchs auf zwei großen Leinwänden zunächst vorzeichnete.

In jede der entstandenen kleinen Flächen durften die Schulkinder und die „Kinder aus aller Welt“ sich dann mit bunter Farbe verewigen. Im Flüchtlingsheim und in der Schule wird jeweils eines dieser Bilder demnächst einen schönen Platz finden.

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