„Kette und Schuss“: Großer Erfolg für die Filmwerkstatt

Von: Helga Giesen
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Erfolgreiche Eifeler und Aachener Filmemacher: Auf dem Landesfilmfestival sammelte der Vorsitzende der Filmwerkstatt-Eifel, Wolfgang Merz (rechts), Urkunden und Medaillen für den Spielfilm „Kette und Schuss“. An der Produktion beteiligt war auch Klaus Krafft, der sich als Vorsitzender des Landesverbandes sowie des Film- und Video-Clubs Aachen ebenfalls über das gute Abschneiden freut. Foto: Helga Giesen

Rott. Einen großen Erfolg konnte jetzt die Filmwerkstatt-Eifel auf dem Landesfilmfestival NRW des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren (BDFA) in Leverkusen feiern. Ihr Spielfilm „Kette und Schuss“ wurde nicht nur mit dem 1. Preis in der Kategorie Spielfilm ausgezeichnet, sondern auch zum besten Film des Festivals gekürt. Außerdem gab es noch einen Sonderpreis für den besten Schnitt.

Der halbstündige Film des Eifeler Teams um den Filmemacher Wolfgang Merz aus Rott hatte sich zusammen mit 30 weiteren Filmen verschiedener Kategorien für die Teilnahme am Landesfestival qualifiziert. Aus organisatorischen Gründen hatte ihn die Filmwerkstatt gemeinsam mit den fünf Produktionen des Film- und Video-Clubs Aachen eingereicht.

Dessen Vorsitzender Klaus Krafft, zugleich auch Landesvorsitzender, war im technischen Team an der Entstehung von „Kette und Schuss“ beteiligt. Die zum Wettbewerb eingereichten Filme – Dokumentationen, Reiseberichte, Spielfilme etc. von drei bis 30 Minuten Länge – wurden von fünf Profi-Juroren bewertet.

Es wurden mehrere Preise für die unterschiedlichen Kategorien verliehen, die Mehrheit der vergebenen Plätze entschied dann über die Reihenfolge.

Den Titel „Bester Film des Festivals“ erhielt das Werk der Filmwerkstatt, weil es als einziges einstimmig von allen Juroren auf den 1. Platz gesetzt worden war. Da es außerdem noch zwei zweite und drei dritte Plätze für die Beiträge des Aachener Clubs gab, konnte sich dieser auch noch über den Titel „Bester Club des Wettbewerbs“ freuen.

Der BDFA ist der Dachverband der organisierten nichtkommerziellen Filmer in Deutschland. Rund 180 Clubs und Vereine mit insgesamt etwa 4000 Mitgliedern treffen sich zum gemeinsamen Filmemachen, zur Weiterbildung und natürlich zum Vorführen der eigenen Filme. Höhepunkte eines jeden Jahres sind die Landes- und Bundesfilmfestivals.

Mit dem Erfolg auf dem Landesfilmfestival hat sich die Filmwerkstatt jetzt auch für die Teilnahme am Bundesfilmfestival der Kategorie Spielfilm qualifiziert, das im April in Schrobenhausen/Oberbayern stattfindet. Natürlich hoffen die Eifeler Filmemacher auch hier auf einen Erfolg von „Kette und Schuss“.

Böse Erinnerungen

Diese dritte Produktion der Filmwerkstatt-Eifel basiert auf einer Kurzgeschichte von Brigitte Glaser, die anlässlich der Criminale 2010 in dem von Ralf Kramp herausgegebenen Sammelband „Nordeifel Mordeifel“ erschienen war. Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen. Auf Drängen seiner Enkelin besucht Leo mit ihr und ihrem französischen Freund die ehemalige, jetzt als Museum dienende Tuchfabrik, in der er einst als Weber gearbeitet hat.

Das weckt böse Erinnerungen: Der zwölfjährige Leo musste 1943 erleben, wie ein französischer Zwangsarbeiter, mit dem er sich angefreundet hatte, unter einem fadenscheinigen Vorwand von einem SA-Mann erschossen wurde. In den 1950er-Jahren taucht eben dieser als neuer Kollege in der Fabrik auf. Wie geht Leo mit seinem Wissen um? Eindringlich und spannend inszeniert, gibt der Film nur vordergründig eine Antwort, Zweifel und Fragen bleiben.

Gedreht wurde zum größten Teil in Euskirchen in der ehemaligen Tuchfabrik Müller, heute LVR-Industriemuseum. Weitere Schauplätze in der Region waren u. a. der Friedhof in Venwegen, ein Bauernhof in Hahn, ein noch original erhaltenes 50er-Jahre-Wohnzimmer in Kalterherberg und der Keller der Grundschule in Kesternich.

Einige Darsteller aus Rott und Roetgen wie Edwin Reynartz, Reinhilde Hunds oder Rolf Vogel kamen aus den eigenen Reihen der Filmwerkstatt, andere stießen über eine Suche durch Presse und Internet zum Team.

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