Kesternich - Kesternicher Kinder werden stark gemacht

Kesternicher Kinder werden stark gemacht

Von: ck
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Schüler der 3. und 4. Klasse lernen unter Anleitung von Markus Löbbecke, wie man sich entspannt. Foto: Carmen Krämer

Kesternich. Am Schulweg wartend, sitzt ein Mann im Auto und beobachtet Kinder. Als sich eines von ihnen nähert, spricht er es an und fragt nach dem Weg zur Kirche. Das Kind läuft schreiend weg und flüchtet in ein Café. In diesem Fall ist es jedoch ein Polizist, der sich in dem Wagen befindet und genau diese Reaktion des Kindes erhofft hat.

In der Schwalbenschule Kesternich endete am Freitag nach vier Wochen das Seminar „Smily und Frusty”. Dabei lernten 17 Schüler aus den Klassen eins bis vier, wie man vernünftig mit Konfliktsituationen umgeht.

Grundsätzliche Ziele des Kurses an der Grundschule Kesternich waren Verhinderung oder Reduzierung von Gewalt und Gewaltstraftaten, Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien und Verbesserung des interkulturellen Zusammenlebens. Außerdem soll es zu einem besseren Situationsbewusstsein zu den Rollen Opfer, Täter, Zeuge und Zuschauer und der Erkenntnis, welche Gefühle Opfer und Täter haben können, beitragen. Diese Dinge wurden den Kindern spielerisch durch Rollenspiele, Filme und Gespräche vermittelt.

Durchgeführt wurden die verschiedenen Seminare von einer Ergotherapeutin und vier Mitgliedern des Kun-Tai-Ko Nordeifel, einem gemeinnützigen Verein, der Kampfkunstschulen in Simmerath und Monschau betreibt und dort Karate lehrt. Kampfkunst wurde in den Seminaren allerdings nicht vermittelt, da Gewalt erst gar nicht aufkommen soll. „Nichtkämpfen ist das wichtigste Ziel im Karate”, erklärt Markus Löbbecke von Kun-Tai-Ko Nordeifel.

Nicht bloß zuschlagen

„Wir wollten etwas finden, womit wir Kinder stark machen können. Wir haben einmal ausprobiert, was Kinder mit Kampfsport bei Erwachsenen auslösen können, aber das war so gut wie nichts. Also haben wir uns eine Alternative überlegt”, so der Kampfkünstler. Außerdem sollen die Kinder nicht einfach zuschlagen, seien es Gleichaltrige oder Erwachsene, mit denen sie in Konflikt stehen, sondern lernen, wie man gewaltfrei reagieren kann.

Die Seminare sind so gut angekommen, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern, dass sie demnächst fortgeführt werden sollen. „Das hat total viel Spaß gemacht und ich will unbedingt weitermachen”, freut sich ein Schüler aus der dritten Klasse. Auch Schulleiterin Heike Bittner ist von den Zielen des Seminars überzeugt und hofft, noch weitere Eltern für die Seminare gewinnen zu können. „Ich halte die Aktion âMein Kind stark machenÔ für sehr sinnvoll und würde es gerne in den Schulalltag integrieren”, hofft die Schulleiterin.

Zum Abschluss am Freitag wurden die Eltern in die Schule geladen, um sich anzuschauen und selbst auszuprobieren, was ihre Kinder gelernt haben. Dabei wurden sie von den Seminarleitern um Unterstützung gebeten, denn in ganz Kesternich sollen nun in ausgesuchten Häusern, wie Cafés, Geschäften usw., Schilder angebracht werden, auf denen ein „Schutzinsel-Smily” zu sehen ist. Die Kinder sollen in Gefahrensituationen solche Schutzinseln aufsuchen und dort Hilfe finden können.
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