Keiner will das Riesen-Windrad

Von: P. St.
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Hoch hinaus wachsen die Windräder in den Eifelhimmel: Größere Anlagen als den Windparks Strauch und Lammersdorf bereits vorhanden, sollen aber nicht gestattet werden. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Ein Riesen-Windrad in der Gemeinde Simmerath wird es nicht geben. Der Simmerather Planungsausschuss erteilte jetzt dem Antragsteller Enercon eine klare Absage. Bereits im Herbst war über den Antrag diskutiert worden, nachdem Enercon beantragt hatte, im Gewerbegebiet Rollesbroich ein 200 Meter hohes Windrad zu errichten.

Das vom Antragsteller daraufhin verlangte Gutachten machte aber deutlich, dass ein Windrad dieser Größe am gewünschten Standort wohl nicht zu realisieren ist, da 1500 Meter Abstand zur Bebauung eingehalten werden müssen. An Sonn- und Feiertagen bzw. zwischen 22 und 6 Uhr müsste die Leistung des Windrades zurückgefahren werden. Unter diesen Umständen aber wäre die Investition nicht mehr wirtschaftlich.

Also wurde der Standort Rollesbroich verworfen, und Enercon tischte der Gemeinde Simmerath einen Alternativvorschlag im Bereich Am Gericht, nahe der Abzweigung nach Huppenbroich auf. Doch auch hier kann sich die Gemeinde mit einem Riesen-Rad nicht anfreunden, auch weil der Standort am Rande eines FFH-Gebietes liegt. Hier wären mindestens 200 Meter Abstand einzuhalten. Außerdem berichtete die Verwaltung am Alternativ-Standort nur von Windgeschwindigkeiten in der dritthöchsten Klasse.

Im übrigen wolle man nicht die Voraussetzungen für einen dritten Windenergie-Standort in der Gemeinde (bisher Strauch und Lammersdorf) schaffen.

Da nützen auch die Mahnungen von Klaus Stockschlaeder (Grüne) nichts, der mit grundsätzlichen Erwägungen zur Klimapolitik an die Verantwortung der Gemeinde Simmerath appellierte, einen Beitrag zur Nutzung regenerativer Energien zu leisten. Er erinnerte an Belastungen, die Bürger zum Beispiel durch den Braunkohletagebau oder Atommüllendlager zu tragen hätten. Da stehe auch die Gemeinde in der Pflicht, wenn man es ernst meine mit alternative Energie. Der alternative Standort sei „optimal”, und das große Windrad erzeuge soviel Energie wie beiden bisherigen Windparks zusammen.

Jens Wunderlich (CDU) meinte, dass man sich durchaus der Verantwortung bewusst sei, aber eine solche Riesenanlage finde keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Er sprach von einer inzwischen „negativen Haltung” der Bürger zu den Windrädern in Lammersdorf. Die Gemeinde unterstütze auf vielfache Weise den Ausbau regenerativer Energie, aber man habe auch „eine Verantwortung gegenüber dem Landschaftsbild.” Für eine 200 Meter Anlage werde man in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden.

Bereits Beitrag geleistet

Simmerath habe bereits einen beachtlichen Beitrag geleistet, machte auch Manfred Sawallich (SPD) deutlich, da inzwischen mehr regenerative Energie produziert werde als die Gemeinde selbst verbrauche. Auch Claus Brust (UWG) betonte, dass man nicht gegen Windenergie sei, aber „wir müssen auch die Landschaft im Blick behalten.”

Adolf Oberthür (FDP) überraschte den Ausschuss mit der Feststellung, dass er zwar Kommanditist des Windparks Strauch sei, er aber dennoch „nichts von Windkraft hält”, weil es zu große Schwankungen bei der ins Netz eingespeisten Energie gebe.
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