Roetgen - „Keine Überlebenschance” für Edeka an der Rosentalstraße

„Keine Überlebenschance” für Edeka an der Rosentalstraße

Von: heg
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Gutachter Dr. Rainer Kummer räumt dem Edeka-Markt an der Rosentalstraße auch nach einer Erweiterung keine Uberlebenschance ein. Die Gemeindeverwaltung hat sich von dieser Einschätzung distanziert. Foto: H. Giesen

Roetgen. Die Planungen für das neue Nahversorgungszentrum „Vennhof” an der Ecke Faulenbruch-/Bundesstraße gehen in die nächste Runde. Der Roetgener Bauausschuss hat am Dienstagabend mit der Entscheidung für eine Änderung des Flächennutzungsplans und dem Beschluss zur Beteiligung der Öffentlichkeit den Weg frei gemacht.

Die Beschlüsse wurden gefasst mit den kompletten Stimmen von CDU, UWG und FDP, die Mitglieder der SPD enthielten sich, bei den Grünen sind die Meinungen geteilt.

Kein Kreisverkehr

Bevor es zur Abstimmung kam, standen die Planer, darunter Projektentwickler Stefan Schepers und Dr. Rainer Kummer, der die Verträglichkeitsanalyse erstellt hatte, den Ausschussmitgliedern ausführlich Rede und Antwort. Zunächst erläuterte Planer Jan Roth die Änderungen, die sich seit der letzten Vorstellung des Projekts ergeben hatten.

Ein Knackpunkt war bisher die verkehrstechnische Erschließung des Gebiets. Hier konnte nach mehreren Ortsterminen Einvernehmen mit dem Landesbetrieb Straßenbau erzielt werden, der zuvor eine Erschließung über die Bundesstraße abgelehnt hatte. Allerdings wird es auch keinen Kreisverkehr geben, sondern die Erschließung soll über Abbiegespuren von der Bundesstraße aus erfolgen, so dass der fließende verkehr nicht behindert wird. An der Zufahrt Faulenbruchstraße kann der Verkehr nur in Richtung Bundesstraße, nicht in Richtung Ortsmitte abfließen.

Im Knotenpunkt Faulenbruch-/Bundesstraße soll eine Ampelanlage den Verkehr regeln. Einvernehmen muss noch mit einem Gastronom auf der gegenüberliegenden Straßenseite erzielt werden, der die Erreichbarkeit seines Hauses gefährdet sieht.

Mehr Brisanz als die Aussagen zur Erschließung enthielten die Thesen von Dr. Rainer Kummer, die er in seiner Verträglichkeitsanalyse vorstellte. Diese sei mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgestimmt, betonte er. Nach Kummers Meinung hat der Edeka-Markt an der Rosentalstraße trotz der geplanten Erweiterung mittel- bis langfristig „keine Überlebenschance”,auch unabhängig vom Projekt Vennhof.

Zu groß sei der Standortnachteil abseits der Bundesstraße, denn nur dort sieht der Gutachter zukunftsfähige Standorte. Diese Einschätzung wird allerdings von der Verwaltung nicht geteilt. Darauf wies diese in der Sitzungsvorlage ausdrücklich hin. Die Gemeinde befürworte und unterstütze die Entwicklung von Edeka am bestehenden Standort.

Auch Silvia Bourceau stieß die „gutachterliche Freiheit” auf, mit der Dr. Kummer die Lage beurteilte, die UWG wolle jedoch allen drei derzeit laufenden Projekten - Vennhof, Aldi, Edeka - Entwicklungspotenzial ermöglichen. Claudia Ellenbeck (Grüne) sieht im Vennhof das beste der drei Projekte, wenn hier Edeka und Aldi integriert würden, wie es die ersten Planungen vorsahen. Der Rat habe seine Entscheidungskompetenz an Gutachter abgegeben, beklagte sie, weil er alles offen lasse, indem er die planungsrechtlichen Voraussetzungen in allen Fällen schaffe. Sie stimmte dem Projekt - anders als ihre Fraktionskollegin Gudrun Messing - zu.

Die SPD sieht im Gutachten die künftigen Entwicklungen, die sich durch die zwei weiteren Planungen ergeben könnten, nicht ausreichend berücksichtigt und wolle sich deshalb der Stimme enthalten, kündigte Klaus Onasch an. Die CDU stehe weiterhin hinter dem Vennhof, versicherte Helmut Helzle. Man sei froh, dass Übereinstimmung mit den Behörden gefunden worden sei.
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