Keine tödlichen Verkehrsunfälle mehr in der Nordeifel

Von: oha/P. St.
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Nordeifel. In der Städteregion Aachen wurden im vergangenen Jahr vier Personen im Straßenverkehr getötet. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung durch die Polizei.

Im Jahr 2012 waren auf den Straßen der Städteregion noch 18 Menschen ums Leben gekommen. Auch in der Eifel wird dieser positive Trend in der Statistik abgebildet.  Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in den Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen sank im Jahr 2013 auf 836 (2012: 879). Das entspricht einem Rückgang um 4,9 Prozent.

Was besonders erfreulich ist: 2013 war kein Unfalltoter zu beklagen; 2012 waren es noch drei tödliche Verkehrsunfälle.

Auffällig ist auch die deutliche Steigerung um 66 Prozent bei den Unfällen mit Radfahrern (2013: 15/2012: 9). Das deutlich verbesserte Radwegenetz sowie die schwunghafte Verbreitung von E-Bikes dürfte damit in Zusammenhang stehen.

Eine deutliche Steigerung gab es auch bei den verunglückten Kradfahrern (2013: 28/2012:26). Im vergangenen Jahr aber verlief keiner dieser Unfälle tödlich.

Diese Zahlen stellten Bärbel Feldmann-Beuß, Stellvertreterin des Aachener Polizeipräsidenten, und Polizeirat Bernhard Kleefisch, Leiter der Direktion Verkehr, jetzt im Rahmen der Verkehrsunfallstatistik für 2013 vor. Negativer Punkt des Jahresrückblicks: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten ist in der Städteregion um 12,3 Prozent von 241 auf 270 Fälle gestiegen. In der Eifel blieb diese Zahl mit 32 fast unverändert. Auch städteregionsweit stieg die Zahl der verunglückten Radfahrer von 405 auf 437 Radler.

Vor allem bei Radfahrern und Fußgängern will die Polizei jetzt mehr Aufklärungsarbeit leisten. „Radfahrer sind immer öfter auf den Gehwegen unterwegs. Sie fahren häufig links oder haben Alkohol im Blut. Das Ergebnis sind Unfälle, bei denen die Zweiradfahrer oft schwer verletzt werden“, betont Kleefisch. „Die Radfahrer werden sich in diesem Jahr auf strengere Sanktionen einstellen müssen, wenn sie sich nicht an die Verkehrsregeln halten.“

Bei Fußgängern sei es oft so, dass sie beim Überqueren von Straßen nicht auf den Verkehr achteten oder das Rotlicht der Ampel schlicht ignorierten. Prompt fänden sie sich im Krankenhaus wieder. In der dunklen Jahreszeit seien sie zudem oft so angezogen, dass sie von Autofahrern erst in letzter Sekunde bemerkt würden. Feldmann-Beuß: „Eine dunkle Jacke ist zwar schick, wird vom Pkw-Fahrer aber erst entdeckt, wenn sie 20 Meter vor ihm auftaucht.“ Eine Jacke mit reflektierenden Streifen auf der Brust oder den Ärmeln werde bereits in einem Abstand von 120 Metern wahrgenommen. Im laufenden Jahr will die Polizei an vier Aktionstagen in der Region Aufklärungsarbeit bei den Fußgängern leisten.

In der Eifel sei im abgelaufenen Jahr kein getöteter Kradfahrer zu verzeichnen gewesen, so Feldmann-Beuß. Allerdings habe die Zahl der verunglückten und schwer verletzten Motorradfahrer zugenommen. „In den Serpentinen Richtung Rurberg fahren die Zweiradfahrer immer noch viel zu schnell“, kennt Kleefisch einen Grund für die Serie von Unfällen. „Drei Viertel der Unfälle dort sind geschwindigkeitsbedingt.“

Mit vereinten Kräften haben die Polizeibehörden aus Aachen, Düren und Euskirchen den Motorradrasern den Kampf angesagt. Mit Erfolg: Wurden im Jahr 2012 nur 326 Verwarnungsgelder gegen Kradfahrer verhängt, so waren es im abgelaufenen Jahr bereits 1447. Darunter 26 Fahrverbote. Und die Kontrollen sollen fortgesetzt werden. „Wir sind davon überzeugt, dass wir diesen Bereich langfristig befrieden können“, ist sich Bernhard Kleefisch sicher.

Auch ihre Radarwagen hat die Polizei längst aufgerüstet. Kleefisch: „Jetzt sind auch Messungen in der Kurve möglich.“ Mit dem Ergebnis, dass im Jahr 2013 rund 49 000 Verkehrsteilnehmer „geblitzt“ wurden. Im Jahr 2012 waren es 12 000. „Wir wollen die objektive Entdeckungswahrscheinlichkeit hochsetzen. Der Autofahrer muss das Gefühl bekommen: Die blitzen mich ja immer und überall!“

Ein weiterer Schwerpunkt der Vorbeugungsarbeit werde die Kontrolle der Verkehrsteilnehmer auf Alkohol- und Drogenmissbrauch hin sein. Kleefisch: „Unter Alkohol oder Drogen passieren die schlimmsten Unfälle.“ Er erinnerte an den Vorsatz, den die Polizeibehörden in NRW vor zehn Jahren gefasst hatten: Sie wollten die Zahl der im Verkehr Getöteten oder Schwerverletzten halbieren. Während landesweit bislang erst ein Rückgang um 24 Prozent erzielt werden konnte, ist die Vorgabe mit einem Rückgang um 44 Prozent in der Städteregion fast erreicht.

Kleefisch: „Da sind wir schon ein wenig stolz drauf.“

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