Keine Angst vor kalten Ohren in Lammersdorf

Von: ho
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Selbst Frösche hüpften durch den Laimischter Zug.
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Die Lammersdorfer Prinzengarde im Hippie-Look mit Wuschelkopf. Kalte Ohren im Rosenmontagszug waren da ausgeschlossen. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Die neuen Zugleiter Lutz Johnen und Florian Weishaupt atmeten erleichtert auf, als sich pünktlich um 14.30 Uhr bei leichtem Schneerieseln der „Zoch“ der Laimischter Bessemsbenger in Bewegung setzte. Elf große Wagen, mehrere bunt kostümierte Fußgruppen, vier Musikzüge aus Strauch, Rollesbroich, Konzen und Eicherscheid sowie 480 Zugteilnehmer wälzten sich danach bei klirrender Kälte durch die Lammersdorfer Straßen, die trotz der unfreundlichen Temperaturen und der grassierenden Grippewelle von vielen Jecken gesäumt waren.

Bei minus vier Grad war die komplette karnevalistische Winterausrüstung angesagt, die von den bibbernden Jecken gerne durch das Notfallpaket mit Els und Glühwein ergänzt wurde.

Hinter der Zugspitze mit dem Lokführergespann Lüscher/Jansen bildeten die Pfadfinder eine märchenhafte Gruppe, die von tanzenden Affen ergänzt wurden. Die Prinzengarde mit ihrem Prunkwagen hatte sich in Anlehnung an das tänzerische Motto des Prinzen in farbenprächtige Hippie-Tanzkostüme mit riesigen Perücken gezwängt, bekam dafür viel Beifall und holte sich bestimmt keine kalten Ohren.

Eindrucksvolle Werbung für ihr in Rollesbroich entstehendes Tanzparadies machte die Tanzwerkstatt Simmerath, die vor dem Prunkwagen der Weissröcke über das Straßenparkett fegte.

Auch Schützenkönig Udo Thomas hatte es sich nicht nehmen lassen, im Zoch die Trommel für das Schützenbrauchtum zu schlagen. Das Aufgebot vom Geloog Paustenbach setzte sich mit Müllmännern und Kehrmännchen in Szene, und die Fußgruppe von Astrid Baltus und Martina Lutterbach hatte sich als emsige Bauarbeiter in Schale geschmissen.

Mit großem Aufgebot waren die Klev Botze aus Rollesbroich nach Lammersdorf gereist. Mit ihren vier tollen Wagen und dem „vereinseigenen“ Musikkorps (TPK) schmissen sie reichlich Kamelle unter das Volk. Prinz Rolf I. (Marx) war wie immer in seinem Element und hätte sicher als gestandener Landwirt am liebsten Milchtüten vo n seinem Wagen geworfen.

Fein kostümiert auch die „Bröselgruppe“ aus dem Venn, die als Motto den Karneval in Venedig gewählt hatten. Die Ehrengarde und die Showtanzgruppe „Dancefire“ schlichen auf Samtpfoten selbstverständlich als schnurrende Katzen den langen Zugweg entlang, während Kinderprinzessin Edda I. (Schweitzer) auf ihrem Wagen die Affen los gelassen hatte, die allerdings keine Bananen als Wurfmaterial verwendeten.

Wie immer frech und kess ins Bild gesetzt präsentierte sich der Wagen der Funkengarde. Die älteste Garde der Region ist diesbezüglich immer für eine Überraschung gut und brachte auf ihrem Gefährt ihre Liebe zur befreundeten Garde der Weissröcke zum Ausdruck. Andere Zeichen setzte der Elferrat mit seinem Wagen, auf dem bis zum Abwinken zum Prinzen-Discofox abgetanzt wurde. Der Laimischter Narrenherrscher dürfte morgen schwere Arme haben. Thomas III. (Gülpen) war in seinem Element und schaufelte scheinbar ununterbrochen die verschiedensten Arten von Wurfmaterial unter das begeisterte närrische Volk.

Einer fehlte aber im Lammersdorfer „Zoch“, in dem er Jahrzehnte als „medizinischer Betreuer“ der Turnfrauen dabei war und auch ein Markenzeichen des Laimischter Zuges verkörperte. Dr. Leopold „Poldi“ Pöppel, gesundheitlich derzeit nicht ganz auf der Höhe, wurde von Kennern der heimischen Karnevalsszene schmerzlich vermisst.

Nach dem Zoch strömten die Massen ins Festzelt auf dem Dorfplatz, wo wie üblich heftig und lange abgefeiert wurde.

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