Keine Alternative: „Ohne Winterreifen geht hier oben nichts”

Von: Ernst Schneiders
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Firmenchef Dieter Zabel beklagt, dass bestimmte Reifengrößen zur Zeit nicht oder nur sehr schwer zu bekommen sind. Foto: Ernst Schneiders

Nordeifel. Immerhin gibt es mittlerweile eine politisch korrekte Definition von Winterreifen, nachzulesen in der Drucksache 699/10 für den Bundesrat.

Demnach, das besagt der Anhang II der Richtlinie 92/23/EWG aus dem Jahr 1992, sind M+S-Reifen Pneus, „bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem auf Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen.”

„Das Profil der Lauffläche der M+S-Reifen ist im Allgemeinen durch größere Profilrillen und/oder Stollen gekennzeichnet, die voneinander durch größere Zwischenräume getrennt sind, als dies bei normalen Reifen der Fall ist”.

Damit wäre das geklärt und soll für jeden Autofahrer künftig verpflichtend werden, denn diese Textpassage wird in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen wie auch in die Verordnung des Bußgeldkatalogs. Damit der Bußgeldkatalog seinem Namen Ehre macht und nicht nur bedrucktes Papier bleibt, muss irgendwer die Autos kontrollieren und gegebenenfalls Bußgelder verhängen.

Das wäre dann Sache der Polizei, und auch für die Ordnungshüter ist die Ansage in der Straßenverkehrsordnung klar: Zur Winterausrüstung eines Fahrzeugs gehören Frostschutz im Scheibenwischerwasser und der Witterung angepasste Bereifung. Heißt ab Anfang Dezember: entweder besagte M+S-Reifen oder Pneus, die das Symbol einer Schneeflocke tragen.

Doch sind im Bereich des Polizeipräsidiums Aachen die Beamten zu einer flächendeckenden Überprüfung nicht in der Lage. Karl Völker, Leiter der Polizei-Pressestelle: „Wir gehen natürlich noch unserem Kerngeschäft nach, aber wegen zur Zeit anderer wichtiger Aufgaben, beispielsweise wegen der Terrorwarnungen, werden solche Verkehrskontrollen zunächst zurückstehen müssen.” Dennoch würden die Beamten laut Völker bei jedem Unfall auf die Witterung und die Bereifung achten und Letztere auch gerichtsfest dokumentieren.

„Stehen nicht vor der Wahl”

Ob diese Regelung nun Gesetz und kontrolliert wird, ist für die Reifenhändler in der Eifel ohnehin nicht wirklich ein Thema, so Dieter Zabel, Chef der gleichnamigen Reifen- & Autoservice-Firma in Rollesbroich: „Die meisten Autofahrer in der Region stehen nicht vor der Wahl, ob Winterbereifung oder nicht. Ohne Winterreifen geht hier oben sowieso nichts.”

Es gebe Irritationen, ob Winterbereifung künftig verpflichtend sei, so Zabel, den großen Ansturm gebe es mit den ersten Flocken indes nicht. Das seien die üblichen Nachzügler: „Das Schlimmste haben wir hinter uns.”

Das bestätigte auch ein Mitarbeiter von Reifen Kau in Simmerath, der namentlich nicht genannt werden will. Es gebe „gut zu tun”, der große Run sei aber längst abgeflaut. Beide Händler beklagen jedoch die „ziemlich schlechte Liefersituation”.

Dieter Zabel ist nicht sonderlich erfreut, dass „verschiedene Reifengrößen zur Zeit überhaupt nicht oder nur sehr schwer zu bekommen sind”. Im Reifenhaus Kau hieß es dazu: „Entweder wurden zu wenig Reifen produziert, oder aber die Städter haben sie weggekauft, weil sie jetzt auch Winterbereifung aufziehen müssen.”
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