Nordeifel - „Kein Zweifel, ich bin aus der Eifel“: Spruch ist wieder zu haben

„Kein Zweifel, ich bin aus der Eifel“: Spruch ist wieder zu haben

Von: pe
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Nordeifel. Es gibt Sprüche, die setzen sich im Gehirn regelrecht fest. Jeder kennt sie, jeder hat sie schon mal benutzt, weiß aber zumeist nichts über deren Ursprung. Bestes Beispiel dafür ist der Slogan „Kein Zweifel, ich bin aus der Eifel“.

Vielleicht dämmert es dem einen oder anderen, dass es da mal einen ominösen Aufkleber gab, mit einem Hirschgeweih drauf. So manches Autoheck schmückte sich damit. Der Stolberger Tim Görke hat den Aufkleber in etwas anderer Form jetzt neu aufgelegt und dazu sogar eine Facebook-Seite kreiert.

Seit vier Monaten ist der Aufkleber wieder erhältlich. Görke sagt, er habe früher in Simmerath gewohnt. Da er Jäger sei, habe er den ursprünglichen Aufkleber aus den 1970er Jahren immer wieder mal auf der Rückseite eines Geländewagens gesehen und ihn jetzt neu entworfen. „Das Ganze mache ich rein privat und ohne Gewinnerzielungsabsicht“. Der Preis für den Aufkleber – fünf Euro – decke gerade die Kosten, erläutert er.

Arndt Balter ist bei der „Regionalmarke Eifel“ in Prüm zuständig für das Produktmanagement. Und natürlich kennt auch er den legendären Eifelspruch. Den Aufkleber hatte er allerdings noch nie gesehen. „Es ist gut, dass sich immer mehr Leute dazu bekennen, aus der Eifel zu kommen“, sagt er. Und war überaus interessiert zu erfahren, wo der Ursprung des kernigen Spruchs liegen könnte. Bei seinen Nachforschungen wurde er zunächst in Schleiden fündig.

Dort, im heute nicht mehr als Kneipe betriebenen „Ratskeller“, haben Generationen von älteren Schülern es sich ausnehmend gut gehen lassen, wenn sie der Penne entwischen konnten. Von einem eifrigen Besucher des Ratskellers wurde die Vermutung geäußert, Wirt Lothar Thiel, der ja auch eine künstlerische Ader gehabt habe, habe den Aufkleber entworfen. Anschließend sei dieser im Tabakwarenhandel von Udo Pütz verkauft worden. Letzterer bestätigte, dass er den Aufkleber sogar einmal nachdrucken ließ. Ex-Ratskeller-Wirt Lothar Thiel sagt 40 Jahre später: „Wie das damals gelaufen ist, weiß ich so hundertprozentig auch nicht mehr.“ Er weiß aber noch genau, dass er sich mit den beiden Stolberger Künstlern Win Braun und Jim Batmann, der auch viele Jahre in Monschau lebte, im Ratskeller getroffen hatte. „Die Jungens waren damals sehr kreativ“, erinnert Thiel sich. „Fliegenpilz-Maler“ Jim Batmann ist vor einigen Jahren gestorben. Seine Witwe Ute Hanczak, die in Kornelimünster eine Galerie betreibt, weiß aber, dass man von 1972 bis 1976 in Schleiden gelebt habe.

Win Braun weiß aber noch genau, wie Spruch und Aufkleber entstanden. „Den hab ich entworfen, das war meine Idee“, sagt er. Und er erinnert sich ganz genau, wie es dazu kam. „Wir waren 18 oder 19 Jahre alt, und ein Freund von mir hatte gerade den Führerschein gemacht“, erzählt der heute 60-Jährige, der damals in Walheim bei Aachen ein Atelier hatte. Mit dem Auto der Mutter seines Freundes sei man von Stolberg aus in die Eifel gefahren. Und dann sei ihm in Roetgen „ein blöder Spruch“ über die Lippen gekommen: „Kein Zweifel, das ist die Eifel“, habe er gesagt. Sein zweiter Gedanke sei aber gewesen, dass man diesen Spruch irgendwie vermarkten müsse, erinnert er sich.

Schnell wurde der Slogan aufgeschrieben, flugs ging es in eine benachbarte Kneipe. „Die hatten Streichholzdöschen, auf denen war ein Hirschgeweih“, erinnert er sich. So gelangten Spruch und Hirschgeweih auf den Aufkleber. „Wir hatten davon zuerst 1000 Stück drucken lassen“, erinnert er sich weiter. Von Schleiden aus wurden bei einer Druckerei in Aachen 3000 weitere Exemplare bestellt. Beim Eifel-Aufkleber sei es übrigens nicht geblieben: „Treffen wir uns nicht auf dieser Welt, treffen wir uns in Bielefeld“ und „Ich will dich verführen nach Düren“ seien weitere Sprüche aus seiner Feder. Win Braun: „Das waren so Spinnereien.“ Man habe im ersten Jahr 18.000 Stück Eifel-Aufkleber verkauft.

Nach 40 Jahren hat sich der Spruch in den meisten Eifel-Köpfen eingenistet. Tim Görkes neu gestalteten Aufkleber kann man sich für fünf Euro auf seiner Facebook-Seite „Kein Zweifel-Eifel“ bestellen.

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