Rott - Kein Schützenkönigs-Aspirant bei den St. Hubertus-Schützen Rott

Kein Schützenkönigs-Aspirant bei den St. Hubertus-Schützen Rott

Von: kf
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1. Brudermeister Hans-Dirk Coppeneur, Bürgerkönig Peter Gier, Luisa Kunkis, Königin des letzten Jahres Angelica Meder, Tobias Meder und Helmut Foto: Katharina Franke

Rott. Zum 124. Mal krönte die Rotter „St. Hubertus-Schützenbruderschaft“ am Samstag ihr neuen Majestäten. Pünktlich um 17.30 Uhr begann das spannende Schießturnier, das sich über mehrere Stunden hinzog. Dem Bürgerkönig des letzten Jahres, Frank Knur, gebührte traditionsgemäß der erste Schuss.

Der „Vogelschuss“ wurde von Jugendprinz Tobias Meder (16) und Schülerprinzessin Luisa Kunkis (12) gewonnen, neuer Bürgerkönig wurde Peter Gier.

Ein Schützenkönig konnte dieses Jahr nicht ermittelt werden, da sich keine Aspiranten zur Verfügung stellten. Vor dem spannenden Schießen in der Schützenhalle am Tiergarten hatte der Verein, dem 75 Erwachsenen und fünf Jugendlichen angehören, ihre noch amtierende Königin Angelika Meder zu Hause abgeholt und diese in einem Umzug zur Halle begleitet. Die Preise waren auch dieses Jahr wieder ein Ärmelband, eine Plakette und ein Geldpreis für den Bürgerkönig.

Dem Roetgener Bürgermeister Manfred Eis gebührte der Eröffnungsschuss des Wettbewerbs. Viele Vogelschuss-Termine erlebte schon Helmuth Matheis, der bereits seit 1968 als Jugend- und Schießwart bei den Rotter Schützen aktiv ist. Dieser merkte an, dass leider auch die Rotter Schützenbruderschaft vom „Vereinssterben“ betroffen sei. Da die Jugend immer früher mobil sei und somit ihre Interessen in die Stadt verlagerten, würde kaum Nachwuchs dem Verein beitreten, so Matheis. In der „Schlafstadt“ Rott würden viele Zugezogene ihr Zuhause lediglich zum Nächtigen nutzen, in der nahen Stadt arbeiten und kaum Kontakt zu den „Ureinwohner“ von Rott pflegen.

Schützen nicht sorgenfrei

18 Vereine gibt es in Rott. Matheis wünscht sich, dass die Zugezogenen „sich ein Herz nehmen“ und in ihrer neuen Heimat einen geeigneten Verein suchen, um nicht nur Bekanntschaften zu knüpfen, sondern auch um den Ort zu unterstützen. Matheis schließt nicht aus, dass Ereignisse wie die Attentate in Erfurt und Winnenden, auch zu einem negativen Bild der Schützen in der Öffentlichkeit geführt hätten. Von „tragischen Einzelschicksale“ sprach der Jugendwart, der auf die hohen Sicherheitsvorschriften für den Gebrauch von Waffen in den Bruderschaften hinwies.

Die Waffen müssen vorschriftsmäßig weggeschlossen werden. „Wir sind ja keine Cowboys“, sagt Matheis, der dazu immer wieder das Gespräch mit den Eltern der jungen Schützen sucht. Außerdem gehe es bei den Schützen um weit mehr als das bloße Schießen. Durch den Schießsport erlerne man hohe Konzentration, Beruhigung und die Eigenschaft, mit Nervosität besser umzugehen. Eine Erfolgsgeschichte aus dem Verein sei es, das ein junger Mann durch den Abbau der Nervosität auch in der Schule bessere Leistungen habe erbringen können.

Der Bruderschaftsgedanke bleibe für alle Schützen die oberste Regel im Vereinsleben: Anderen helfen und sich gegenseitig beschützen. Zusammen mit anderen Vereinen veranstalten die Schützen Zeltlager und Segeltörns. Vor einigen Jahren konnte durch Vereinsspenden sogar ein neuer Spielplatz entstehen. Getreu dem Schützen-Motto „Glaube, Sitte, Heimat“ resumiert Matheis: „Der Verein ist ohne den Ort nix, der Ort aber auch nix ohne die Vereine.“

Auch in diesem Jahr stehen noch viele spannende Turniere für die Rotter Schützen an. Ab Mai beginnen die Vergleichskämpfe für die deutsche Meisterschaft, in der oft auch Rotter Schützen um den Titel kämpfen. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, ist zum Trainingsschießen an jedem Freitag ab 20 Uhr die Schützenhalle in Rott eingeladen.

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