Kein Parkplatz für Anwohner

Von: hes
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Anne Jorewitz auf dem Balkon ihrer Wohnung in Simmerath. Auf dem nahen Parkplatz Fuggerstraße kann sie nun nach Feierabend nicht mehr ihren Wagen abstellen, da es sonst demnächst Knöllchen gibt. Foto: Heiner Schepp
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Die Zwei-Stunden-Regelung mit Parkscheibe gilt schon immer rund um den Rathausplatz. Jetzt aber wird sie auch kontrolliert und sanktioniert. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Wenn Anne Jorewitz um die Mittagszeit vom 24-Stunden-Dienst im Kaller Kinderheim nach Hause kommt, beginnt die Sucherei. Bis vor kurzem stellte die 27-jährige Erzieherin, die mit ihrem Freund am Rathausplatz in Simmerath wohnt, ihr Auto dann zumeist auf dem kleinen Parkplatz an der Fuggerstraße ab. Das aber geht nun nicht mehr.

Denn seit Jahresbeginn wird die Zwei-Stunden-Regelung mit Parkscheibe, die hier eigentlich schon immer gilt, auch kontrolliert.

Noch sind es, so Bruno Wilden vom Ordnungsamt der Gemeinde, „kleine freundliche Zettel“, auf denen die Gemeinde höflich, aber bestimmt die Autofahrer darauf hinweist, dass hier demnächst Verwarnungsgelder fällig sind, wenn man sein Fahrzeug länger als zwei Stunden oder ganz ohne Parkscheibe hier abstellt.

„Wo aber sollen die Anwohner und vor allem die Mitarbeiter der vielen Geschäfte, Praxen und Büros rund ums Simmerather Rathaus tagsüber parken?“ fragt sich nicht nur Anne Jorewitz. Zwar gehört zu jeder Wohnung im Mietshaus, das sie bewohnt, auch ein – zumeist kostenpflichtiger – Parkplatz in der Nähe oder in der Tiefgarage, doch ein Fahrzeug pro Wohnung entspricht nicht nur bei der jungen Frau nicht der Realität.

„In den meisten Wohnungen leben junge Paare, die heutzutage auch zwei Autos haben müssen“, weiß sie. Also muss ein Wagen weiter entfernt – am Bushof oder im Gewerbegebiet – oder aber im Parkverbot Platz finden.

Die 27-Jährige hat sich gemeinsam mit anderen Bewohnern des Hauses mit diesem Problem bereits an die Gemeindeverwaltung gewandt und erhielt die Auskunft, dass es politischer Wille sei, mehr Parkraum für Kunden, Patienten und Besucher, also Kurzparker im Zentrum zu schaffen.

„Das Problem einer zu geringen Anzahl von Langzeitparkplätzen im Zentrum ist uns bekannt“, bestätigte gegenüber unserer Zeitung auch Ordnungsamtsleiter Wilden. „Wir haben aber derzeit leider keine schlüssige Lösung parat“, bedauert Bruno Wilden.

Deshalb hat er kürzlich den Mitarbeitern einer im Zentrum ansässigen Bank, die bei der Verwaltung wegen zusätzlicher Parkplätze während der Arbeitszeit nachfragten, empfohlen, das Problem über ihre Direktion an den Bürgermeister heranzutragen.

„Denkbar wäre, die rund 30 Plätze an der Fuggerstraße (Anm. d. Red.: neben dem Spielplatz) von der Zwei-Stunden-Regelung auszunehmen“, nennt Bruno Wilden einen Denkansatz. Dies müsse aber letztlich die Straßenverkehrsbehörde anordnen.

Auch die betroffenen Anwohner überlegen nun, diesen Vorschlag in Form eines Bürgerantrags an die Gemeinde heranzutragen, kündigte Anne Jorewitz an und hofft, dass sie dafür auch viele Beschäftigte von Bäckerei, Krankenkasse, Praxen und Geschäften wird gewinnen können.

Denn spätestens wenn demnächst mit der Umgestaltung des Rathausplatzes weitere Parkplätze wegfallen, wird es im Simmerather Zentrum für alle Autofahrer noch schwerer, einen Platz für das Auto zu finden.

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