Monschau - Kein Park-Platz im Parkhaus: Wie breit ist breit genug?

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Kein Park-Platz im Parkhaus: Wie breit ist breit genug?

Von: Andreas Gabbert
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Enge Sache: Die Parkplätze im Parkhaus „Seidenfabrik“ in Monschau sind eher eng als üppig bemessen. Das Ein- und Aussteigen wird so, selbst bei kleineren Pkw, zur Akrobatik-Nummer. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Parkplätze sind in der Monschauer Altstadt bei Touristen und Anwohnern heiß begehrt. Wer in einem der drei Parkhäuser schließlich einen Abstellplatz für sein Auto gefunden hat, steht dann oft vor dem nächsten Problem. Je nach Parkhaus und Wagentyp ist es nämlich gar nicht so leicht, das Auto zu verlassen, erst recht nicht, wenn der Parkplatz daneben ebenfalls belegt ist.

In der Regel bieten die Parkplätze eine Breite zwischen 2,3 und 2,5 Metern, da kann es mit einem knapp 1,80 Meter breiten Mittelklassewagen schon eng werden. Im Parkhaus „Seidenfabrik“ an der Laufenstraße in Monschau ist das Ein- und Austeigen bei einer Breite der Stellplätze von 2,20 Meter unter Umständen überhaupt nicht möglich. Im Parkhaus am Aukloster ist die Situation auf den unbedachten Stellplätzen nicht besser. Dort sind die Parkplätze nur circa 2,15 breit. Die überdachten Stellplätze hingegen weisen dort eine Breite von 2,40 Meter auf. Das Gleiche gilt für die Abstellflächen im Parkhaus Burgau.

Autos werden immer größer

Der ADAC plädiert seit Jahren für eine Stellplatzbreite von 2,50 Meter, weil die Autos immer größer werden. Die Problematik wird deutlich, wenn man die Breite des ersten Golfs (1,61 Meter ohne Außenspiegel), der von Volkswagen ab 1974 produziert wurde, mit der Breite eines aktuellen Golfs (knapp 1,80 Meter) vergleicht. Der Unterschied liegt bei fast 20 Zentimetern.

„Eine Parkplatzbreite von weniger als 2,50 Meter wird schon bei Mittelklassewagen zum Problem, nicht nur bei einem SUV“, sagt Dr. Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein. Ein bequemes Ein- und Aussteigen sei dann nicht mehr möglich und Beschädigungen an den Fahrzeugen programmiert. Bei Coupés sei das Ein- und Aussteigen durch die längeren Türen oft besonders schwierig. Die Stellplatzbreite sei bei der Bewertung von Parkhäusern durch den ADAC auch ein KO-Kriterium im Bewertungskatalog. Parkhausbetreiber würden trotzdem oft nur die vorgeschriebene Mindestbreite von 2,30 Metern zur Verfügung stellen.

„Das ist wirklich ein Trauerspiel“, sagt Suthold. In vielen Fällen müssten Autofahrer dann gleich zwei Parkplätze belegen. „Das kann auch nicht im Sinne der Betreiber sein“, sagt Suthold. Die Autofahrer würden sich merken, wo man komfortabler parken kann und zu enge Parkhäuser meiden. In zentralen Lagen gebe es aber oft gar keine anderen Möglichkeiten.

Suthold zeigt aber auch Verständnis für die Betreiber der Parkhäuser. Oft würden die tragenden Säulen des Gebäudes die Begrenzung der Parkflächen vorgeben, da gebe es dann nicht viele Möglichkeiten für einen Umbau. „Breitere Stellplätze sind nicht immer einfach umzusetzen. Da wo es möglich ist, ist es aber unsere dringende Empfehlung“, sagt Suthold. Er nennt auch das Beispiel eines Kölner Parkhauses, wo der Betreiber auf die Markierung der Stellflächen verzichtet und die Parkplatzbreite somit variabel gestaltet hat.

Politik vor Diskussion

Die Stadt Monschau habe alle drei Parkhäuser gutachterlich bewerten lassen, erklärt Bürgermeisterin Margareta Ritter auf Anfrage. Im Rahmen der Vorbereitung des nächsten Haushaltes solle über die Sanierung der Parkhäuser politisch diskutiert werden und eine Entscheidung getroffen werden, welche Parkhäuser in welchem Umfang saniert werden. „Es wird auch darüber diskutiert werden müssen, ob die Parkhäuser das wert sind.“ Die Sanierung des Parkhauses Seidenfarbik werde voraussichtlich etwas mehr als 300.000 Euro kosten, sagt Ritter. Bei einer Sanierung sei auch über den Vorschlag zu debattieren, aus drei Parkplätzen zwei zu machen, „selbst wenn dann Stellplätze wegfallen“.

Viele Anwohner wissen aber auch jetzt schon nicht, wo sie ihr Auto abstellen sollen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Parkplätze an Richters Eck auf der Rurbrücke künftig für die Feuerwehr reserviert werden. „Bei einem Einsatz kommen die Feuerwehrleute mit ihren Autos zum Gerätehaus und behindern sich möglicherweise selbst, weil sie nicht wissen, wo sie ihr Fahrzeug abstellen sollen“, erläutert Ritter. Für die Anwohner würden als Ersatz aber zusätzliche Parkplätze an der Schleidener Straße geschaffen, kündigt die Bürgermeisterin an. „Parkplätze sind in Monschau heiß begehrt und wir müssen auch den Anwohnern Parkmöglichkeiten anbieten“, sagt sie.

Einwohner der Altstadt klagen darüber, dass die Anwohnerparkplätze auch abends gerne von Touristen genutzt würden, das aber nicht geahndet werde, weil die Ordnungskräfte dann Feierabend hätten. „Das ist ein Dauerthema. Vollzugsdefizite sind immer ein Problem. Ordnungskräfte zu dieser Zeit einzusetzen ist aber unangemessen und nicht wirtschaftlich“, erklärt Ritter. Man versuche aber , die Gäste mit Hinweiszetteln für die Situation zu sensibilisieren.

Eine Möglichkeit, den Anwohnern abends und nachts das Parken auf dem Marktplatz zu ermöglichen, sieht Ritter zumindest in der Sommerzeit aufgrund der zahlreichen Bestuhlung und Bepflanzung nicht. Im Winter sei die Situation anders und dann werde dort auch öfter geparkt. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Fälle von Vandalismus in den Parkhäusern gegeben. Sicherheitsmaßnahmen wie eine Videoüberwachung seien mit Blick auf eine mögliche Sanierung der Parkhäuser bislang aber noch nicht thematisiert worden, sagt Ritter.

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