Roetgen - Kein Geld für Brücke über Bundesstraße

Kein Geld für Brücke über Bundesstraße

Von: heg
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Der dunkle Streifen im Asphalt zeigt den Verlauf der Vennbahn-Radroute an, die Gleise wurden hier schon vor längerer Zeit entfernt. Wie die Radler hier die viel befahrene Himmelsleiter sicher überqueren sollen, scheint noch nicht abschließend geklärt. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Mit der Vorstellung der Ravel-Radroute auf der ehemaligen Vennbahn-Trasse tourt Manfred Strang von der Städteregion derzeit durch die zuständigen Gremien in den Anrainerkommunen. Kürzlich berichtete er im Roetgener Bauausschuss über den Stand der Dinge.

Der insgesamt 130 Kilometer lange Premiumradweg „Vennbahn-Route” von Belgien über Nord- und Südeifel bis nach Luxemburg führt auf einer Länge von 28,5 Kilometern durch die Städteregion, davon entfallen 11,4 Kilometer auf die Gemeinde Roetgen. Von den veranschlagten 2,4 Millionen Baukosten für diesen Streckenabschnitt muss die Kommune 244.000 Euro als Eigenanteil aufbringen.

Keine Probleme bereiten zwischen Raeren und Lammersdorf die Umweltbelange, da keine FFH- oder Natura-2000-Zonen betroffen sind, erklärte Manfred Strang.

Probleme am Bahnhof

Knackpunkte hingegen sind die insgesamt 16 Straßenquerungen im Gemeindegebiet, die klassifiziert wurden von A für wenig frequentierte Wirtschaftswege und Straßen bis hin zu E für die beiden innerörtlichen Querungen der Bundesstraße in Höhe des Bahnhofs und der Einmündung Steffensgasse (Seniorenzentrum) sowie F für die Überquerung der Himmelsleiter.

In den A-Querungen sieht Strang keine Schwierigkeiten, sondern eher eine Chance für die Erschließung neuer innerörtlicher Verbindungen, Abstimmungsbedarf bestehe hingegen noch für die „schwierige Situation” am Bahnhof. An der Himmelsleiter soll eine Brücke ein gefahrloses Überqueren der B258 gewährleisten. „Wir haben dafür zwar noch kein Geld, aber es wird uns gelingen”, zeigte sich Strang optimistisch. Ein Umfahren der Stelle auf dem vorhandenen Radweg würde wegen der dann zu bewältigenden Steigungen die angestrebte Barrierefreiheit aufheben.

Tunnel keine Lösung

Straßenbaufachmann Helmut Helzle (CDU) schlug einen Tunnel zur Lösung vor. Das sei zum einen genehmigungstechnisch langwieriger, zum anderen würde er wohl von den Radfahrern weniger akzeptiert werden, erklärte Strang.

In der Vennbahn-Route sehen die Roetgener Ausschussmitglieder eine große Chance für die touristische Entwicklung der Gemeinde, aber trotz der grundsätzlichen Zustimmung bleiben für sie noch viele Fragen offen.

Sie kritisieren einen zu starken Zeitdruck bei den Planungen und befürchten, dass dabei wichtige, vor allem sicherheitsrelevante Aspekte auf der Strecke bleiben.

Dazu gehört neben den Vorfahrtsregelungen an den innerörtlichen Querungen vor allem die an der Bundesstraße in Höhe Bahnhof. Klaus Onasch (SPD) rechnete vor, dass Mittelinseln eine Mindestbreite von 2,50 Meter haben müssten, um ein gefahrloses Queren auch für Fahrräder mit Kinderanhänger oder eine Radlergruppe zu ermöglichen, wie es das Konzept ausdrücklich vorsieht.

Das sei an dieser Engstelle aber unmöglich, ohne die Fahrbahn zu verlegen. Ronald Borning (CDU) mahnte, die Bedenken der Anlieger ernst zu nehmen, die einen Sichtschutz wegen der Höhe der Trasse nicht selbst realisieren können.

Hier solle mit dem zuständigen Projektpartner Deutschsprachige Gemeinschaft über Anpflanzungen gesprochen werden, erklärte Strang.

Grundsätzlich bleibe die Wiederherstellung eines Bahnverkehrs möglich, beantwortete er eine Anfrage von Claudia Ellenbeck (Grüne), doch das sei u. a. eine Frage der noch ausreichenden Statik von Bahndämmen und Viadukten und somit letztlich eine des Geldes.

Werbung im Internet

Michael Seidel (CDU) wünschte sich eine optische Einheit von Wanderstation am Pferdeweiher und Rastplatz am Bahnhof, um hier eine gesamttouristische Anlaufstelle zu installieren.

Rasthütten entlang der Trasse seien derzeit nicht geplant, erklärte Strang mit einem Hinweis auf die örtlichen Eifelvereine, die sich dieser Frage annehmen könnten.

Vermarktet werde die Vennbahn-Route durch einen Internetauftritt und Prospektmaterial, für weitergehende Aktivitäten wie attraktive Begleitprogramme seien die Kommunen bzw. das Tourismusgewerbe vor Ort zuständig. Den Zeitdruck begründete Manfred Strang mit dem vorgegebenen Projektrahmen bis Mitte 2012.
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