Katholische Kirche im Monschauer Land

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Monschau
Die neue Veröffentlichung des Geschichtsvereins des Monschauer Landes zur katholischen Kirche im Monschauer Land präsentieren Herbert Arens und die Vorsitzende Gabriele Harzheim. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel. Die Geschichte der katholischen Kirche im Monschauer Land ist lang. Ihre Anfänge gehen zurück bis ins dritte Jahrhundert. Dieser Geschichte widmet sich jetzt ein umfangreiches Buch, das vom Geschichtsverein des Monschauer Landes herausgegeben wurde.

„Die Geschichte des Monschauer Landes – Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ lautet des Titel der akribischen und aufwändigen Arbeit. Verfasser ist Herbert Arens, Seelsorger in Aachen, der Eifel durch seine Kindheit verbunden und Vorstandsmitglied im Geschichtsverein.

Das fast 400 Seiten starke Buch mit zahlreichen Abbildungen und Statistiken baut auf dem bisherigen Standardwerk von Heinrich Schiffers aus dem Jahr 1955 auf. Durch den Schwerpunkt Neuzeit-Themen und weitere Recherchen ergänzt, wirft die Veröffentlichung von Herbert Arens einen Blick auf das Leben der katholischen Kirche im Monschauer Land in den Grenzen des preußischen Landkreises von 1816. Berücksichtigt sind somit auch Orte und Pfarrgemeinden wie Roetgen, Rott, Zweifall, Vossenack und Schmidt, die heute vom alten Territorium des Monschauer Landes kommunal oder kirchlich ausgegliedert sind.

Zunächst schildert der Autor das kirchliche Leben bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, den Ursprung der Pfarre Konzen in karolingischer Zeit, die Entstehung der Pfarre Simmerath im ausgehenden Mittelalter sowie die Verhältnisse im Dekanat Zülpich, zu dem das Monschauer Land bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte.

Die Wende zum 18. Jahrhundert ist von Bedeutung, weil in vielen Dörfern die Bevölkerung stark angewachsen war und den Wunsch nach einer eigenen Kirche und einem eigenen Priester durchsetzen konnte.

Die Ausführungen über das kirchliche Leben ab 1930 widmen sich insbesondere der Wiedergründung des Bistums Aachen, der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Folgen. Alle zerstörten bzw. beschädigten und wiedererrichteten Kirchen sind auf Fotos zu sehen, die die enorme Aufbauarbeit nach dem Krieg belegen. Herbert Arens: „Es herrschte ein ungeheurer Gemeinschaftswille.“ Dass nach dem Krieg einige Gotteshäuser im Zuge des Wiederaufbaus sogar erweitert worden seien, unterstreiche die hohe Bedeutung des kirchlichen Lebens auf dem Lande zu jener Zeit.

1952 wurde das alte Dekanat Monschau in die Dekanate Monschau und Simmerath aufgeteilt. Das kirchliche Leben im Monschauer Land in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bislang noch nicht beschrieben, ist in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht nur durch viele Veränderungen gekennzeichnet, sondern auch durch eine sich stetig anbahnende Rückentwicklung der kirchlichen Statistiken. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schleicht sich unverkennbar ein Abschwung ein, der nicht nur das Monschauer Land betrifft.

Zwei Anhänge machen das Buch zusätzlich interessant: Einmal findet der Leser Originaltexte von Dokumenten und Verlautbarungen nach Visitationen, und ferner sind alle Namen aufgelistet, die im kirchlichen Leben des Monschauer Landes eine offizielle Aufgabe innehatten. Eine so kompakte Auflistung macht das Buch auch als Nachschlagewerk interessant.

Die Recherchen enden im Jahr 2014. Der spektakuläre Rückbau der Mutterkirche Konzen findet somit keine Erwähnung.

Buchautor Herbert Arens: „Der weitere Gang der Dinge ist nicht endgültig abzusehen. Die Vergangenheit nährt aber die Zuversicht, dass unsere Dörfer den Geist des Evangeliums nicht verlieren werden“. (P. St.)

Die katholische Kirche im Monschauer Land – Von den Anfängen bis in die Gegenwart, von Herbert Arens, Einhard-Verlag Aachen 2016, erschienen als Nr. 15 in der Reihe der Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, herausgegeben vom Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V., 386 Seiten, 139 Abbildungen, 15 Euro für Mitglieder des Geschichtsvereins, sonst 19 Euro. Das Buch ist erhältlich beim Vorstand des Geschichtsvereins sowie im örtlichen Buchhandel.

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