Katastrophenübung: 180 Einsatzkräfte proben den Ernstfall

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Rauch dringt aus dem Flur des Internatstraktes am BGZ und die Feuerwehrleute rüsten sich mit schwerem Atemschutzgerät aus: Wehrführer Christian Förster (3.v.li.) führt mit seinen Kollegen erste Rauchgeschädigte ins Freie. Foto: Hoffmann
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Bewusstlose und hilferufende Verletzte kennzeichneten das Bild, nachdem ein Auto in eine Menschenmenge gerast war. Auch bei diesem Übungsszenario im Rollesbroicher Gewerbegebiet wurde den Hilfskräften viel abverlangt.

Simmerath. Dicke Rauchschwaden drangen am Samstagmorgen aus dem Internatstrakt des BGZ an der Walter-Bachmann-Straße. An den teils aufgerissenen Fenstern standen verängstigte Lehrgangsteilnehmer, die immer wieder laut um Hilfe riefen. Ein Zimmerbrand hatte zu der starken Rauchentwicklung geführt und verständlicherweise bei den Hausbewohnern zu Panik geführt.

Gottlob handelte es sich nur um ein Szenario im Rahmen einer großen Katastrophenübung, die von der am BGZ in der Kranzbruchstraße ansässigen DRK-Landesschule NRW in Kooperation mit der Städteregion Aachen umgesetzt wurde.

Bei dieser Übung wurden die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes von der Simmerather Feuerwehr unterstützt. Ferner waren neben den DRK-Sanitätern, -Ärzten und –Zugführern der Aachener Einsatzeinheiten, Mitarbeiter des BGZ, Teilnehmer des Führungskräftelehrgangs der DRK-Landesschule und ein Patiententransportzug aus dem Kreis Düren an der Übung beteiligt.

Ziele der Übung

Als Ziele der Übung waren organisationsübergreifendes Notfallmanagement, die Bewältigung einer Großschadenslage mit realistischen Szenarien und eine Leistungsüberprüfung der Führungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes im Vorfeld ausgegeben. Mit Einsatzleitung und den stets präsenten Übungsbeobachtern waren über 180 Kräfte im Einsatz.

Nach der Brandmeldung waren zunächst Rettungswagen und Notarzt vor Ort eingetroffen. Direkt vor dem Gebäudetrakt stießen sie als Erstes auf eine ohnmächtige Person, die das Ausmaß des Geschehens im Innern des Gebäudes erahnen ließ. Der wenig später anrückenden Simmerather Feuerwehr gelang es, die verschlossene Eingangstür zu öffnen, und die Wehrleute drangen dann mit schwerem Atemschutzgerät in den Internatstrakt ein. Gleichzeitig drang eine andere Gruppe zur Brandbekämpfung vor.

Im Gebäudeinnern war vor lauter Rauch keine Handbreit weit zu sehen, so dass die Wehrleute nicht mit gewohnter Schnelligkeit vorrücken konnten. Zwischenzeitlich hatte die Einsatzleitung auch die Drehleiter angefordert, die an der anderen Gebäudeseite des Internatstraktes sofort zum Einsatz kam, um Internatsschüler aus dem oberen Stockwerk zu bergen. Gleichzeitig versuchten die Wehrleute beruhigend auf die Eingeschlossenen einzuwirken.

Fast schon spektakulär wirkte der Liegend-Abtransport einer Verletzten aus dem oberen Stockwerk mit der Drehleiter, während rund um das Internatsgebäude von den Rettungskräften Sammelpunkte für die Verletzten errichtet wurden. Vor Ort waren auch Helfer, die der Gebärdensprache mächtig waren, so dass man offensichtlich an alle Eventualitäten gedacht hatte. Die 37 Verletztendarsteller, die zuvor entsprechend geschminkt worden waren, spielten die ihnen zugewiesenen Rollen mit vollem Einsatz, so dass Feuerwehr und Rettungskräfte sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen konnten. Mit großem Einsatz trainierten die Einsatzkräfte die Notfallsituationen, um im Ernstfall perfekt aufeinander abgestimmt zu sein.

Andreas Knickmann, Leiter der Übung, hob einen weiteren Aspekt der Übung hervor: „In solchen Szenarien überprüfen wir die taktischen Fähigkeiten unserer Führungskräfte.“ Die Teilnehmer des Seminars „Zugführer/Organisatorischer Leiter Rettungsdienst“ mussten innerhalb von Sekunden die richtige Entscheidung treffen und sicher kommunizieren. Hierbei wurde jeder Funkspruch und jede Anweisung genau von einem der 17 Übungsbeobachter verfolgt.

Auch die am Nachmittag im Rollesbroicher Gewerbegebiet anstehende Simulation eines schweren Autounfalls forderte nochmals die Konzentration aller Einsatzkräfte. Auch hier wurden die Lehrgangsteilnehmer nicht nur mit taktischen Herausforderungen konfrontiert, sondern erneut mit einer erstaunlich echten Kulisse.

Mit Ende dieses zweiten Szenarios gegen 15.30 Uhr klang ein anstrengender, aber lehrreicher Übungstag aus. In einer ausführlichen Nachbesprechung sprachen Darsteller, Sanitätskräfte, Feuerwehrleute und Führungskräfte Probleme und Fehler offen an und konnten so auch von den Erfahrungen der anderen Fachkräfte profitieren.

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