Karnevalisten sehen den Sturmtiefs entspannt entgegen

Von: P. St.
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Den Winter gut überstanden und für Karneval gerüstet: das Festzelt der KG Kester Lehmschwalbe auf der Kesternicher Höhe. Foto: Archiv/Max Stollenwerk

Nordeifel. Rolf, Stephan und Thomas sind über dem Atlantik in Lauerstellung. In dieser Reihenfolge wollen ab Mittwochnacht die drei Sturmtiefs mit den völlig harmlos klingenden Namen für eine ungemütliche heiße Phase der Karnevalssession sorgen. Auch die Karnevalisten in der Eifel schauen in diesen Tagen lieber einmal mehr auf die Wetterkarte, in der Hoffnung, dass nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.

Bislang sind sich die Karnevalsgesellschaften in der Nordeifel einig, dass Ruhe bewahren die erste Narrenpflicht ist. Weder Zeltveranstaltungen noch Züge stehen derzeit in Gefahr, abgesagt zu werden, heißt es aus den Hochburgen der Nordeifel.

Im vorigen Jahr stand man vor einer ähnlichen Situation. Damals war es das Sturmtief mit dem böse klingenden Namen Ruzica, das pünktlich zum Rosenmontag den Straßenkarneval gehörig durcheinander wirbelte und zur Absage der Züge in Düsseldorf und Mainz führte, während man in Köln und Aachen standhaft blieb. 2016 wurde in der Nordeifel nur der Zug in Höfen abgesagt und einige Wochen später nachgeholt. So schlimm soll es im Februar 2017 aber nicht kommen, denn die Meteorologen kalkulieren aktuell noch mit unterschiedlichen Wettermodellen.

Klaus Genter, der 1. Vorsitzende der Karnevalsfreunde Lammersdorf, sieht der Wetterlage entspannt entgegen. „Et hätt noch immer jutjejange“, zitiert er aus dem rheinischen Grundgesetz und meint damit, dass in den zurückliegenden Jahren schon häufiger heftige Wetterattacken in der Eifel vorausgesagt worden seien, am Ende aber alles nur halb so schlimm gewesen sei.

Dennoch habe man sich innerhalb der KG mit der angekündigten Sturmfront beschäftigt und sei überein gekommen, dass man die zu treffenden Entscheidungen ganz kurzfristig der jeweiligen Situation anpasse.

Dem Großzelt auf dem Dorfplatz, dass hier bereits seit drei Monaten steht, könne der Sturm so schnell nichts anhaben. Das Zelt sei vom TÜV abgenommen worden und erfülle alle Voraussetzungen. Auch gebe es klare Bestimmungen, ab welcher Windlast eine Veranstaltung abgesagt werde müsse.

Keinen Grund zu übereilten Reaktionen sieht derzeit auch Rainer Hütten, der Präsident der KG Roetgen. Der Rosenmontagszug spielt in seinen Überlegungen ohnehin noch keine Rolle. „Vorhersagen über einen Zeitraum von mehr als fünf Tagen hinaus sind sehr unsicher“. Sollte es stürmisch werden, dann werde man, wie auch im Vorjahr, kurz vor Zugbeginn eine Entscheidung treffen. 2016 habe man sich entschieden, zu starten. Dennoch habe man sich unabhängig von möglichen Wettereinflüssen im Vorfeld der Session intensiv mit Sicherheitsaspekten im Karneval beschäftigt. Eine Thematik, die auch bei den kleineren Gesellschaften einen immer größeren Raum einnehme und auch das Budget entsprechend belaste.

Auch die Zeltveranstaltung am Fettdonnerstag sieht Hütten nicht in Gefahr. Heftige Windeinflüsse habe es in den zurückliegenden Jahren schon häufiger geben, und das Zelt entspreche allen Sicherheitsauflagen. Allenfalls könnten sich akustische Störungen unangenehm bemerkbar machen, „aber das müssen wir hinnehmen“.

Aktuell noch keinen Handlungsbedarf sieht auch Rolf Schneider, der 1. Vorsitzende der KG Lehmschwalbe Kesternich. Sollte das Wetter am Rosenmontag Probleme bereiten, dann werde man wie auch im Vorjahr kurzfristig über die Durchführung des Zuges entscheiden. Grundsätzlich solle man sich „von einigen Sturmböen in der Eifel aber nicht aus der Ruhe bringen lassen“.

Auch dem möglicherweise auf der Kesternicher Höhe kräftig pfeifenden Wind, wo das Festzelt steht, sieht Schneider gelassen entgegen. Sollte der Wind zu stark aufdrehen, werde man, wie im Vorjahr, die vorhandenen Anhänger als Windschutz platzieren. Ansonsten habe das Festzelt in diesem Winter bereits eine enorme Schneelast aushalten müssen: „Das war eigentlich das größere Problem“, konstatiert Schneider.

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