Karneval in Mützenich: „Böse Mädchen kommen nach Mallorca“

Von: M. S.
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Mützenichs KDB-Vorstand zeigt sich auch musikalisch von der besten Seite. Vorsitzende Gertrud Steffens (links) erwies sich als versierte Dirigentin. Foto: Manfred Schmitz

Mützenich. 150-fach geballt-weibliche Fastelovendslaune, charmant und mit niveauvoller Unterhaltung versprüht - da blieben den etablierten Gastgebern des Schützenhauses im Venndorf nach solch „freundschaftlicher Übernahme“ nur Flucht und Kapitulation.

 Bunte Kostümvielfalt von Hexen und Harlekinen, fantasievollen Mützenicher Originalen, sportiv verkleideten TuS-Bekennern statt uniformem Einheitsgrün prägten das fröhliche Festsaal-Gewusel.

In der Schützenhochburg hatte Freitagnachmittag die kreative Mützenicher Sektion des „Katholischen Deutschen Frauenbundes“ mit Frohsinn und einem attraktiven Fastnachtsprogramm „für Alt und Jung“ das Kommando.

Der KDF-Verband wurde vor gut 100 Jahren in der Diözese Köln gegründet und zählt heute bundesweit rund 200.000 Mitglieder. Ein besonders lebendiger von insgesamt 2000 deutschen Ortsvereinen ist in Mützenich zu Hause. Sein Leitbild: Frauen und Männer meistern ihr Leben partnerschaftlich und nicht im Gegeneinander, das Profil der modernen Frau ist christlich orientiert: „Unser KDF macht sich für die Interessen und Bedürfnisse der Frau stark.“

Ortsvereinsvorsitzende und Moderatorin Gertrud Steffens hieß zur Sitzungseröffnung „unser ganzes Dorf, Männer und Frauen zu einem mit unseren eigenen Kräften bestrittenen karnevalistischen Programm willkommen. Gertrud Steffens hat die Leitung des rund 30-köpfigen, christlichen Kulturvereins vor einem Jahr übernommen. Nun hielt sie es für geboten, ihrer Amtsvorgängerin Christel Steffens für deren 15-jährige, erfolgreiche Tätigkeit für den KDF zu würdigen. Zugleich gratulierte die neue Vorsitzende dem Goldhochzeitspaar Walter und Marlene Carl nachträglich zum Ehejubiläum. Mützenichs Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz, vom Publikum mit herzlichem Beifall empfangen, schloss sich den guten Wünschen für die Eheleute Carl gern an.

Gertrud Steffens stieg, neben launiger Auftritt-Ansage, in die Bütt, um über das zweifelhafte und eher strapaziöse An- und Auskleiden vor und nach Kuranwendungen zu plaudern. Den Reigen der Darbietungen eröffneten die Vereins-Vorstandsdamen mit Trömmelchen-Botschaften: „So ein Karneval ist herrlich!“

Gottfried Sommer traf mit seiner musikalischen Begleitung der Wortbeiträge stets den rechten Ton; Souffleur Wolfgang sorgte diskret dafür, dass keine der Vortragenden ins Stocken geriet.

Auf der Bühne folgte eine vergnügliche Einstudierung der anderen. Inhaltsreiche und von den Solistinnen mit Humor servierte Faschingskost, vermischt mit lustig-hintersinnigem Eifeler Dorfkolorit: So stellte Heidi Niessen menschlich-biologische Betrachtungen an, um gründliche Aufklärung ihrer Zuhörerschaft (darunter das starke Geschlecht als verschwindende Minderheit) bemüht: Bruni, Hanne und Leni. In der „Nachtbar“ erlebte Doreliese Küpper kuriose Überraschungen. Emil alias Renate Schulte brachte mit ihren Erlebnissen beim Zahnarzt und viel pointiertem Biss den Saal förmlich zum Kochen.

Als schlagfertige „Drückeberger“ mit vielen Gags präsentierten sich Leni, Hanne, Bruni, Renate und Doreliese beim Arbeitsamt. Zur Pause durfte kräftig geschunkelt werden. Dann lautete die Fortsetzung anziehenden Bühnengeschehens „Modenschau für alle“. Martina Kneer hatte Probleme mit dem Älterwerden, zum komischen Frühstück mit Hindernissen baten Heidi und Renate. Über ihre Flitterwochen sinnierten Janina und Heike, ehe der Trommlertanz das große Finale einleitete. Das gipfelte in der Erkenntnis, dass „böse Mädchen nach Mallorca kommen“. Ein lecker bestücktes Buffet beschloss einen kurzweiligen KDB-Nachmittag.

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