Karl von Monschaus „Urknall Echo” bringt Farbe ins Rathaus

Von: V.M.
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Immer wieder beehrt der Maler
Immer wieder beehrt der Maler Karl von Monschau die Altstadt. Während der Finissage der Ausstellung „Das Kreuzgangrätsel: Rebus ohne Auflösung” übergab er ein großformatiges Bild als Schenkung an Bürgermeisterin Margareta Ritter stellvertretend für die Stadt Monschau.. Foto: V. Monterey

Monschau. „Manchmal dienen die Titel nur der Irritation”, erklärt der Künstler Karl von Monschau, andere ergeben sich während das Bild entsteht und geben genau das Gefühl wieder, welches beim Betrachten entsteht.

Am vergangenen Samstag endete der viermonatige Arbeits- und Ausstellungsaufenthalt des Aachener Künstlers im Aukloster in der Monschauer Altstadt. Mit einer gut besuchten Finissage am Nachmittag wurde damit ein arbeitsreicher Aufenthalt beendet, in dem knapp 60 kleinere Arbeiten, einige Arbeiten im mittleren Format und drei großformatige Bilder vollendet wurden.

„Tolles Licht”

Das gute Arbeiten sei dem „tollen Licht” zu verdanken, so Karl von Monschau, und der schönen ruhigen Atmosphäre im Kreuzgang zuzuschreiben. Mit einem großformatigen Bild, „Urknall Echo II”, einem abstrakten Bild in Öl mit einer Acrylgrundierung auf Leinwand bedankte sich der vielseitige Künstler bei der Stadt Monschau. Das Gemälde wird einen ehrenvollen Platz in dem umgestalteten Eingangsbereich des Rathauses finden.

„Ich bin dankbar für die Kunst in Monschau, die hier vier Monate gestaltet wurde und dankbar für die Schenkung”, bestätigte Bürgermeisterin Margareta Ritter, „Monschau hat viel dadurch gewonnen”. Mit der Idee und Umsetzung, den Kreuzgang des Auklosters als Galerie und Atelier zu nutzen, habe Karl von Monschau viele Gäste und Kunstinteressierte in die Altstadt gezogen und gezeigt, dass sie „eine lebende und offene Stadt” ist und damit „eine herrliche Grundlage für Kunst geschaffen”, so Ritter.

Karl von Monschau wurde als Karl H. Winter im Jahre 1944 auf der Burg Monschau geboren. Im Jahre 1965 gründete er sein erstes Atelier in Aachen. In vielen Ausstellungen im In- und Ausland zeigte er sich als wegweisend, als einen Künstler, der alles Neue aufgegriffen und weiterentwickelt und neuartige Blickwinkel eröffnet hat. So auch 1973 in der „Studioausstellung” in der Neuen Galerie - Sammlung Ludwig oder 1983, abermals dort, mit einer Rauminstallation.

Auf seine Initiative wurde 1979 die „Freie Sommerakademie Aachen” (FSA) gegründet. Der Gründungsort war die stark renovierungsbedürftige, entweihte Kirche St. Katharina, heute „Aula Carolina”. Hier wurde er Gründungsrektor.

Die Erfindung des „ersten Kunstautomaten der Welt” im Jahre 1980 bestätigte seinen Erfindergeist, seine stete Neugier auf Neues, seine Experimentierfreudigkeit und seinen tiefgründigen Humor.

Als Gründungsinitiator des „Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) im Jahre 1985 und einige Jahre später als Träger seines „neuen Preises” verstand der Maler die Kunstszene nachhaltig zu bereichern. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen überzeugte er 1995 abermals im Ludwig Forum mit der „Safe-Installation”. Im gleichen Jahr war er Mitbegründer des Bundesverbandes Bildender Künstler und Künstlerinnen (BBK) Aachen/Euregio, dessen Ehrenmitglied er heute ist. Im Jahr 2000 folgte auf seine Initiation das „Mobile Büro für Kunst-Affären”.

Aufgrund seiner Experimentierfreudigkeit und der Wahl der Arbeitsmittel entstehen seine meist abstrakten Arbeiten, deren Faszination während des längeren Betrachtens deutlich werden.

Von der Ferne wirken sie symbolisch und von Nahem betrachtet, fast magisch. Kreise, Spiralen, Farbe und Form sind dominant in seinen Bildern, doch erst kleine Details machen das Ganze aus, die Komposition die Wirkung auf den Betrachter.

„Ich denke an alles andere, nur nicht an das Bild, wenn ich arbeite”, erklärt von Monschau. „Es passiert einfach”. Als setze das Bild selbst Signale, wo noch etwas gemacht, verändert werden muss. Gerne macht er ganze Serien und setzt sich intensiv mit einem Thema auseinander, probiert aus, schafft Gegensätze mittels Strukturen und Materialien, Farbflächen und Details.

„Urknall Echo II” ist so eine Arbeit. Als Ganzes wirkt das Bild symbolisch, länger betrachtet scheint die Spirale sich zu bewegen und die vielen gelben Punkte auf grünem Grund zu flimmern, wie die Milchstraße. Aufgrund dessen wurde ein anderes Spiralbild kurzum umbenannt in „Epik-Center”.

Gern beeinflusst Karl von Monschau den Betrachter mit dem Titel. So auch bei „Rebus ohne Auflösung”, ein abstraktes Bild welches er 2007 begonnen und 2012 beendet hat.

Formen, Strukturen und Schriftzeichen beherrschen dieses Bild und werden durch Komposition und Farbgebung zu einem Ganzen - oder dann - wenn die Buchstaben vor dem inneren Auge des Betrachters umsortiert werden.

Ganz hervorragend eine vierteilige, großformatige Arbeit, die aufgrund der strahlenden, warmen Farben hervorsticht „El Pais”, eine Arbeit, Acryl auf Leinwand, die 2011/2012 entstanden ist, die aufgrund der „Farbharmonie und Wärme”, so Carla und Manfred Beumers, gefällt.

Andere Ausstellungsbesucher bevorzugten wiederum das extrem Grafische, so Petra Kuckelmann, die ein zweiteiliges Bild faszinierte, das von Weitem rein durch die Symbolik wirkt, aber von Nahem akribisch kleine Schriften und Farbverläufe aufzeigt. Interessant dazu ist auch die Geschichte, denn das Symbol, ein halboffener Kreis ist schlicht aus der Kontur eines Fußes eines Barhockers entstanden.

Geschichten der Entstehung

Eben diese Geschichten der Entstehung machen es so spannend die Bilder zu betrachten und den Maler persönlich kennenzulernen. Darüber hinaus hat sich der schlichte Kreuzgang mit seinen hohen Wänden und dem schönen Innenhof als wundervoller Arbeits- und Ausstellungsort bewährt.
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