Karl Prinz zu Löwenstein rückt an Spitze der Malteser

Von: KNA
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Köln. Neuer Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands der katholischen Hilfsorganisation wird der Wirtschaftsingenieur Karl Prinz zu Löwenstein. Der 58-Jährige ist in der Eifel durch die Diskussion um die Zukunft des St. Brigida-Krankenhauses bekannt geworden.

Als Geschäftsführer der MTG Malteser Trägergesellschaft war er für seine Art, die Verhandlungen über den Erhalt des Krankenhauses zu führen, scharf kritisiert worden.


Karl Prinz zu Löwenstein löst in diesem Amt den Juristen Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck (66) ab, der ab 1979 Generalsekretär des MHD und seit 1982 dessen Geschäftsführender Präsident und Vorsitzender des Vorstands war.

Löwenstein ist seit dem Jahr 2000 hauptamtlich in verschiedenen Funktionen bei den Maltesern tätig. Der Vater von vier erwachsenen Kindern wurde in Weeze am Niederrhein geboren. Frühere berufliche Stationen waren das Produktmanagement bei Procter & Gamble sowie die Marktforschung und das Marketing bei der Mars GmbH.

Der MHD ist eine Sanitäts- und Katastrophenschutz-Organisation der katholischen Kirche in Deutschland. Mit mehr als 500 Standorten, 850.000 Förderern, 35.000 ehrenamtlichen Helfern und 18.000 hauptamtlichen Mitarbeitern gehören die Malteser in Deutschland zu den großen karitativen Organisationen.

Mit Blick auf die bevorstehende Abschaffung des Zivildienstes sagte Löwenstein am Montag im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln, er gehe davon aus, dass die Malteser ihre bisherigen Dienste, etwa die Behindertenfahrdienste, weiter aufrecht erhalten könnten. „Voraussetzung ist aber, dass die Politik den geplanten staatlichen Freiwilligendienst und das weiterbestehende Freiwillige Soziale Jahr attraktiv genug gestaltet, damit sich genügend Menschen beteiligen.”

Löwenstein begrüßte ausdrücklich, dass der neue staatliche Freiwilligendienst auch für ältere Menschen geöffnet werden soll. „Es gibt viele Senioren oder Frührentner, die sich engagieren wollen.” Die Malteser hätten über die Hospizdienste und die sozialen Begleitdienste viel Erfahrung mit dieser Altersgruppe gesammelt.

Mit Blick auf das Engagement im Katastrophenschutz warnte der neue Malteser-Chef vor Tendenzen des Bundes und der Länder zur Zentralisierung dieser Aufgaben. „Wir sehen mit einer gewissen Sorge, dass Hilfsorganisationen wie die Malteser oder das Rote Kreuz nicht ausreichend unterstützt werden, um Material und Gerätschaften für solche Fälle vorzuhalten.”

Es sei aber wichtig, dass etwa bei großen Überschwemmungen oder möglichen Terrorangriffen wie beim 11. September möglichst viele Helfer bereitstünden, nicht nur wenige Spezialisten. Im Bereich der Rettungsdienste warnte Löwenstein vor unfairer Konkurrenz zwischen privaten Anbietern und den Hilfsorganisationen.

Der Einsatz bei der Love Parade in Duisburg habe gezeigt, wie wichtig die Rettungsdienste der Hilfsorganisationen für den Katastrophenschutz seien. „Private Rettungsdienste haben diese Zusatzqualifikationen und diese Infrastruktur oft nicht und stehen bei solchen Ereignissen nicht bereit”, sagte der Malteser-Chef. Dies müsse bei Ausschreibungen für die Rettungsdienste berücksichtigt werden.

Der MHD wurde Anfang der 50er Jahre ins Leben gerufen, um Erste-Hilfe-Kurse in den Bistümern der Bundesrepublik zu geben. Mittlerweile engagieren sich die Malteser im Katastrophenschutz und Sanitätsdienst genauso wie in der Erste-Hilfe-Ausbildung, der Migrantenarbeit, der ambulanten Pflege und Arbeit mit Demenzkranken sowie in der Hospizarbeit.
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