Konzen - Karl der Große und die Kirche in Konzen

Karl der Große und die Kirche in Konzen

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Die Konzener Pfarrkiche: In seinem Vortrag behandelte Dr. Elmar Neuß das besondere Verhältnis der Konzener Kirche zum Aachener Marienstift, das von Karl dem Großen begründet worden sei. Foto: Sonja Herresbach-Kreitz

Konzen. Auf Einladung von Ortsvorsteher und Ortskartell fand unlängst die abschließende Veranstaltung zum Karlsjahr in Konzen statt. Ortsvorsteher Matthias Steffens freute sich, zu dieser Gelegenheit den Vorsitzenden des Geschichtsvereins des Monschauer Landes, Dr. Elmar Neuß, zu einem Vortrag begrüßen zu dürfen.

Dr. Elmar Neuß sprach zum Thema „Karl der Große und Konzen“ und knüpfte dabei an seinen Beitrag über die Karlssagen im Monschauer Land von der Generalversammlung im Mai dieses Jahres an. Im Schwerpunkt behandelte er nun das besondere Verhältnis der Konzener Kirche zum Aachener Marienstift, das von Karl dem Großen begründet worden sei. Die Auswirkungen dieser Entscheidung hätten für das ganze Monschauer Land bis zum Ende des Alten Reichs im Jahr 1794 Geltung gehabt.

Deutliches Augenmerk legte er dabei zunächst auf die Rolle des Konzener Königshofes in der damaligen Zeit. Die Kirche des Königshofes sei eine Königskirche gewesen, will hießen: der König bestellte zum Beispiel den Geistlichen und erhielt den Zehnt. Gemeint sei übrigens – bis Ende des 12. Jahrhunderts – das später als Pankratiuskirche bezeichnete Gebäude, anstelle der heutigen Pankratiuskapelle, die zu Teilen noch auf die Zeit Karls des Großen zurückführbar ist.

„Die in Konzen oft zitierte Urkunde des Jahres 888 sagt zu alldem übrigens nichts“, stellte Dr. Neuß heraus. Zentral sei in diesem Zusammenhang vielmehr die Besitzbestätigungsurkunde Kaiser Friedrichs II. aus dem Jahre 1226. Demnach gelangte das Aachener Marienstift durch Schenkung Karls des Großen in den Besitz der Konzener Kirche mit ihrem Zehnten. Die Konzener Zehntscheune sei im Mittelalter dort zu finden gewesen, wo heute Gut Staffelbusch steht.

„Was heißt das nun konkret?“ Auf diese Frage hin gewährte Dr. Neuß den Zuhörern interessante Einblicke in das Konzener Servitium des 11./12. Jahrhunderts, also die Leistungsverpflichtung, die ursprünglich dem Herrscher gegenüber zu erbringen war. So galt es zweimal jährlich unter anderem aufzubringen: 40 Schweine, 7 Ferkel, 50 Hühner, 5 Kühe, 500 Eier, 10 Gänse, 10 Käse, 10 Pfund Wachs….

Aus dem Konzener Kirchweistum des Jahrs 1553 gehe nun hervor, was das Patronat des Marienstiftes für Konzen beinhaltete, so zum Beispiel: Einsetzung und Besoldung des Pfarrers, Unterhalt des ewigen Lichts, Beleuchtung und Ausstattung von Hochaltar und Kirchenschiff sowie von Geläut und Pfarrhof. „So wird klar, was es bedeutete, dass Kirche und Pfarre durch die Schenkung Karls des Großen in das Aachener Marienstift inkorporiert waren“, betonte Dr. Neuß zum Abschluss seines informativen und zugleich unterhaltsamen Vortrages.

Anschließend stellten zahlreiche, der über 40 Zuhörer noch interessierte Fragen zur Geschichte Konzens und des Monschauer Landes.

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