Lammersdorf - Kanalbau in Lammersdorf: Ende einer unendlichen Geschichte

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Kanalbau in Lammersdorf: Ende einer unendlichen Geschichte

Von: ho
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Frühjahr 2006: Die Bagger rollten an und verwandeln schmucke Vorgärten in Baustellen für Revisionsschächte. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Als im Frühjahr 2006 die Bagger anrollten und in Vorgärten und Einfahrten von gestressten Hauseigentümern bis zu drei Meter tiefe Löcher für Revisionsschächte buddelten, war dies quasi die Schlussoffensive, um im Bereich des Pumpwerks Kelzerbach dichte Kanäle und Hausanschlüsse sicherzustellen.

Mehr als drei Jahre später wurde den ersten betroffenen Hauseigentümern kürzlich die Rechnung der Gemeinde präsentiert. Im Jahr 2005 waren die betroffenen Bürger in Lammersdorf informiert worden, dass ungefähr 360 Hausanschlüsse auf Dichtigkeit kontrolliert werden müssten, um die Einleitung von Fremdwasser am Pumpwerk Kelzerbach zu unterbinden.

Zu geringe Kapazität

Dort kam an manchen Tagen nach starken Regenfällen so viel Regenwasser an, dass die Kapazität des Beckens nicht mehr ausreichte und das ungeklärte Wasser dann in den Kelzerbach und somit letztlich in die Kalltalsperre, aus der Trinkwasser gewonnen wird, gelangte.

Beim genannten Pumpwerk (ausgelegt auf 120 Liter pro Tag und Bürger) kam an manchen Tagen jedoch die fünffache Wassermenge an. Grundsätzlich sollte dort überhaupt kein Fremdwasser hin gelangen.

Die Bezirksregierung in Köln drängte daraufhin die Gemeinde Simmerath eindringlich, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Vermutung der Gemeinde, dass die Ursache hierfür bei undichten Hausanschlüssen, Fehlanschlüssen von Drainageleitungen und Dachentwässerungen zu suchen wäre, bestätigte sich bei den danach durchgeführten Untersuchungen per Videokamera und Druckprüfung in vielen Fällen.

Nach Erstellung eines Sanierungskonzepts durch das beauftragte Ingenieurbüro Berg & Partner aus Aachen wurden im März 2006 von der Gemeinde an die Betroffenen entsprechende Sanierungsverfügungen versandt, in denen die Hauseigentümer aufgefordert wurden, die erforderlichen Sanierungsarbeiten einschließlich Dichtheitsprüfung vornehmen zu lassen.

Hiernach bestimmten dann über längere Zeit Fahrzeuge und Mitarbeiter der u.a. beauftragten Firma Kasatec aus dem östlichen Papenburg das Ortsbild in Lammersdorf. Ebenso waren häufig Hauseigentümer zu beobachten, die mit Zollstock und Spaten ausgerüstet verzweifelt irgendwelche Kanaldeckel von längst vergessenen Revisionsschächten suchten, bzw. im Keller überflieste Schächte wieder öffneten.

Tröstlich für die gestressten Hauseigentümer war und ist jedoch, dass ihre Sanierungskosten im Rahmen eines Pilotprojektes vom Umweltministerium des Landes NRW mit 30 Prozent bezuschusst werden.

Termin nicht einzuhalten?

Damit sind die Bewohner im Bereich des Pumpwerks Kelzerbach augenscheinlich zunächst einmal im Vorteil gegenüber den restlichen Bewohnern von Simmerath. Nach dem Landeswassergesetz von NRW (§ 61 a Abs. 4) müssen bis zum 31.12.2015 im gesamten Gemeindegebiet (und allen anderen Orten) Dichtheitsprüfungen der bestehenden Abwasserleitungen erfolgen.

Man darf gespannt sein, wann das in Angriff genommen wird, denn schließlich sind es nur noch sechs Jahre bis zum gesetzlich fixierten Zeitpunkt (2015). Und da die Sanierungsmaßnahmen rund um das Pumpwerk Kelzerbach von der Planung bis zur Rechnungsstellung sich schon über gut vier Jahre hinzogen, dürfte der gesetzlich fixierte Termin schwer einzuhalten sein.
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