Kampf um Spielplatz: Gemeinde opfert Grundstücke nur ungern

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Auch das Grundstück der evangelischen Gemeinde soll als Standort für einen Spielplatz im Baugebiet Wiedevenn in Roetgen geprüft werden. Foto: S. Olk

Roetgen. Der Roetgener Gemeinderat hat die 9. und 10. Änderung des Bebauungsplans Wiedevenn beschlossen. In den vergangenen Jahren hat die Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde in dem Gebiet, das erstmals Ende der 80er Jahre als Bauland ausgewiesen wurde, 17 Grundstücke erworben, die noch in diesem Jahr erschlossen und gemeinsam mit der Sparkasse vermarktet werden sollen.

Die Änderungen des Bebauungsplans sollen gewährleisten, dass sich die Neubauten in das bestehende Baugebiet einfügen. Festgelegt wurde unter anderem, dass die Wohneinheiten auf zwei pro Haus, beziehungsweise vier pro Doppelhaus, beschränkt sind. Zudem wurde die maximal zu bebauende Fläche pro Grundstück festgelegt.

In der Bürgerfragestunde äußerten mehrere Roetgener ihren Unmut darüber, dass in dem Gebiet kein Spielplatz eingeplant sei. Die Verwaltung um Bauamtsleiter Dirk Meyer, der auch Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft ist, wies darauf hin, dass dieses Vorhaben, das bei der ursprünglichen Ausweisung vor fast 30 Jahren versäumt wurde, nun schwer nachzuholen sei. „Dazu müssten wir eines der 17 Grundstücke opfern“, erläuterte er. „Damit würde der Gemeinde ein Schaden von geschätzt 100.000 Euro entstehen.“

Diese setzten sich aus den entgangenen Einnahmen für das Grundstück von etwa 80.000 Euro plus dem grob kalkulierten Preis für die Errichtung des Spielplatzes zusammen. Wolle die Gemeinde diese Summe wieder über Verkaufserlöse einholen, müsse der Quadratmeterpreis für die übrigen Grundstücke um etwa 10 Euro pro Quadratmeter angehoben werden, was im Mittel etwa 5000 Euro pro Parzelle entspräche. Somit würden lediglich die neuen Besitzer zur Kasse gebeten, während die Alteingesessenen von dem Angebot profitierten, ohne einen Beitrag zu leisten, führte der Bauamtsleiter aus.

Lärmschutzwand statt -wall?

Um die Kosten für die Gemeinde zu verringern, wurden einige Vorschläge von den Ratsmitglieder gemacht. Wolfgang Schruff von der CDU regte an, auf die evangelische Gemeinde zuzugehen, die zwei Grundstücke am Beginn des Wiedevenns nicht benutze. Vielleicht erkläre diese sich bereit, das Vorhaben zu unterstützen. Hier waren die meisten Ratsmitglieder allerdings skeptisch.

Generationen- statt Spielplatz

Auf viel Zustimmung stieß der Vorschlag von Günther Severain von der UWG, den zum Teil schon vorhandenen Lärmschutzwall in Richtung der Sportanlagen an dessen Ende lediglich durch eine Lärmschutzwand zu ersetzen. Die so gewonnene Fläche wäre für einen Spielplatz unter Umständen ausreichend und der Gemeinde würden weniger Kosten entstehen.

Die Grünen regten an, insbesondere wegen der räumlichen Nähe zur Seniorenresidenz, nicht nur einen Spielplatz anzulegen, sondern einen Platz zu schaffen, der für alle Altersgruppen attraktiv sei.

Der Rat vertagte die Entscheidung darüber einstimmig. Zuerst sollten Entwicklungsgesellschaft und Verwaltung prüfen, ob dieses Vorhaben an der Stelle des Lärmschutzwalls praktisch umsetzbar ist. Der Spielplatz beziehungsweise der Generationenplatz für das Wiedevenn ist also noch nicht vom Tisch.

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