Kammermusikkreis begeistert mit Herbstkonzert

Von: js
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Dank für die Solistin und den Dirigenten: Birgit Röselers (vierte v.l.) Darbietung war einer der Höhepunkte des Konzertes. Foto: Josef Schreier

Monschau. Wer die Entwicklung des Kammermusikkreises Simmerath über die vielen Jahres seines Bestehens mitverfolgt hat, ist oft erstaunt darüber, wie gut dieses kleine Laienorchester sich sozusagen immer wieder neu erfindet, neue Wege geht und trotz aller Schwierigkeiten sich die Freude an der Musik erhält.

Sicher ist dies in erster Linie der Energie und der Musikalität des Begründers und Dirigenten Friedhelm Schütz zuzuschreiben, der es immer wieder versteht, junge und jüngste Musiker in das musikalische Geschehen einzubinden. Oder aber, wie bei dem Konzert am Samstagabend geschehen, auch frühere Orchestermitglieder, deren Lebenslauf sie längst vom Monschauer Land weggeführt hat, zu einzelnen Projekten wieder einzuladen.

Am Samstag waren darüber hinaus auch befreundete Instrumentalisten aus der Region daran beteiligt, ein musikalisch hochwertiges Konzert einem zahlreichen Publikum darzubieten. Schon das erste Stück, die Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ließ einen sehr vollen, satten Orchesterklang hören. Die musikalische Darstellung eines Reiseerlebnisses des Komponisten war differenziert ausgestaltet, wobei gleich hier auch das außerordentlich klare Dirigat von Friedhelm Schütz zu bewundern war.

Mit dem zweiten Stück hatten sich die Musiker ein musikalisch wie emotional gar nicht leicht zu bewältigendes Werk ausgesucht, nämlich eines der beiden Klavierkonzerte, die Wolfgang Amadeus Mozart in einer Moll-Tonart geschrieben hat. Hier handelte es sich um das c-moll-Konzert KV 491.

Dieses Werk zeigt deutlich, wie der Komponist neue Wege sucht, hin zu Bewegtheit und Dramatik, auch zu dem Mut, musikalische (und persönliche?) Konflikte künstlerisch auszutragen. Das Orchester darf es durchaus als Kompliment auffassen, dass es – auch trotz gewisser Unausgeglichenheiten im Verhältnis von Streichern und Bläsern – das Werk in seiner ganzen Tiefe zur Darstellung brachte.

Das Hauptkompliment muss in diesem Falle aber der Solistin, Birgit Röseler, gelten. Die Monschauer Pianistin trägt ja überhaupt viel (und in viel zu großer persönlicher Bescheidenheit) zum musikalischen Leben ihrer Heimatstadt bei. Aber dieses Mozart-Konzert in ihrer Darbietung darf nun gewiss als einer der Höhepunkte ihres Wirkens hier gelten. Bewundernswert, wie sie dieses schwierige Stück mit Gelassenheit und Souveränität, aber doch auch mit großem seelischem Tiefgang zu Gehör brachte. Ein Riesenbeifall dankte ihr.

Nach der Pause gab es eine Überraschung. Mit dem Komponistennamen Paul Wranitzky dürften wohl die wenigsten Konzertbesucher zuvor etwas verbunden haben. Es war eine Sinfonie in D-Dur aus der Feder dieses Mozart-Zeit- (und Jahrgangs-) genossen angekündigt.

Und es zeigte sich, dass das größtenteils ganz unbekannte Werk gewissermaßen eine Entdeckung eines Orchestermitglieds, des Kontrabassisten Thomas Frank, war, der die Notenmaterialien in Prag aufgespürt und dabei den Eindruck hatte, dass dies etwas für „sein“ Orchester wäre. Und so war es auch. Die Neuentdeckung fand großen Anklang. Friedhelm Schütz erzählte zu Beginn davon, dass die Sinfonie als Hochzeitsgeschenk für Wranitzkys Dienstgeber, den Grafen Esterházy, geschrieben worden war.

Und das Leichte und Tänzerische, das zu diesem Zwecke angebracht war, kam bei der Ausführung auch zum Zuge und ließ ein insgesamt sehr attraktives und eingängiges Werk zum Erlebnis werden. Die Darbietung war in jeder Weise eine Empfehlung, diesen Komponisten nicht mehr so „links liegen“ zu lassen, wie es bisher leider der Fall ist.

Für den eindrucksvollen Konzertabend bedankte sich das Publikum sichtlich begeistert. Der Beifall dürfte ein großer Ansporn für das Orchester und für den Dirigenten sein, den Weg konsequent weiterzugehen.

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