Kammerkonzerte: Ausnahme-Pianistin Xin Wang begeistert

Von: Berthold Strauch
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Die Pianisten Xin Wang und ihr Mann Florian Koltun, der konzentriert die Noten weiterblätterte – und Veranstalter des Kammerkonzerts ist, mit Musikern des Kammerorchesters Aquisgrana. Foto: Berthold Strauch

Monschau. Es war erst die Nummer zwei der im März eröffneten kleinen musikalischen Reihe. Und schon gab es ein fast volles Haus bei den „Kammerkonzerten in Monschau“. Es ist aber auch eine hervorragende „Location“ für diesen kulturellen Hochgenuss vom Feinsten, der am vergangenen „Muttertag“ in der Schlosskapelle der Monschauer Burg hoch oben über den Dächern der historischen Stadt präsentiert wurde.

Voller Freude und mit einem strahlenden Lächeln eröffnete der junge Konzertveranstalter Florian Koltun aus Aachen, der selbst ein hervorragender Pianist ist, die Veranstaltung am Sonntag, die er mit profunden musikalischen Kenntnissen unterhaltsam moderierte. „Ich bin sehr glücklich und froh, dass Sie für die Kultur offen sind“, schwärmte er bei der Begrüßung von seinem Publikum, zu dem auffallend viele junge Musikinteressierte gehörten.

Und dies war sicher ein Tribut an den neuen musikalischen Gast dieses Nachmittags, das Kammerorchester Aquisgrana aus Aachen unter der Leitung von Fabio Man-chini. Bei der erst im vergangenen Jahr gegründeten hervorragenden Formation handelt es sich um insgesamt zwölf führende Musiker, die an den Musikhochschulen Köln und Aachen studiert haben.

Koltun sprach von einem „unglaublich hohen Niveau“, das von Aquisgrana in „schön gestaltete Musik“ umgesetzt werde. Die talentierten Akteure haben denn auch das Ziel, ein eigenständiges professionelles Ensemble aufzubauen, das in der gesamten Euregio und damit diesseits und jenseits der Grenzen Furore machen möchte.

Nach dem vorzüglichen Klangerlebnis von Monschau braucht man kein weitsichtiger Prophet zu sein, um zu behaupten, dass dieses Ziel wahrlich nicht zu hoch gegriffen ist! Denn neben ihrem Engagement im Aquisgrana-Ensemble füllen die Musiker Orchesterstellen in ganz Deutschland aus. Außerdem schwärmen sie zu Soloauftritten oder kleineren Gruppen zu Konzerten im In- und Ausland aus, macht Florian Koltun deutlich.

Zum Programm des Kammerkonzerts gehörten zunächst Stücke des norwegischen Komponisten Edward Grieg, bei denen man ihre ursprüngliche Bestimmung als rhythmische „Untermalung“ von europäischen Tänzen, etwa aus Spanien und Frankreich, wunderbar heraushören konnte. Und als es danach um Melodien des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und dessen „Klavierkonzert Nr. 1, opus 11“ ging, griff wieder – wie schon bei der Premiere in der Schlosskapelle – die chinesische Pianistin Xin Wang äußerst gefühlvoll in die Tasten bei diesen romantischen, fröhlich-heiter-beschwingten Werken, die zum Träumen einladen.

„Unglaublich schöne Kammermusik“, betonte Florian Koltun. Die zierliche Frau im schulterfreien weißen Kleid ist übrigens mit ihm verheiratet – und eine international vielfach preisgekrönte Musikerin. Zuletzt kam eine Auszeichnung aus Italien hinzu. Sie holte einen ersten Preis („Absolut Winner“) in der Solo-Kategorie und einen weiteren Sieg gleicher Güte in der Duo-Kategorie, mit ihrem Ehemann als Partner. Dort, im Raum Assisi, will sie im August drei Konzerte geben. Sie finden in Zusammenarbeit mit dem Wettbewerb „International Piano Competition ,Notes in Harmony‘“ statt.

Jetzt, bei der Vorstellung in Monschau, könne sie sich, so Koltun, als Solistin bei den technisch anspruchsvollen Stücken richtig „austoben“, versprach der Moderator zur Einführung bei den am Flügel virtuos und hochkonzentriert dargebotenen Stücken nicht zu viel. Wehmut und Sehnsucht des Polen Chopin nach seiner Heimat, die er in seinen Melodien „verarbeitet“ hatte, waren zu spüren, zu hören – ein echtes Vergnügen, hatte Koltun wirklich nicht zu viel versprochen.

Nach der Pause waren es dann wieder die Musiker von Aquisgrana, das diesmal mit Melodien des tschechischen Komponisten Anton Dvorak erneut zu begeistern wussten, mit einer Serenade für Streichorchester.

Florian Koltun will sich übrigens fünf Jahre Zeit lassen, seine Konzertreihe in dem alten Gemäuer an der Monschauer Burg fest zu etablieren. Doch schon nach dem zweiten Konzert darf man sagen: Es ist ihm bereits gelungen! Dieser Auffassung war wohl auch das Publikum, das mit Bravorufen und „Standing Ovations“ seine Begeisterung zeigte. Ein Zuhörer draußen vor der Schlosskapelle: „Das war Super-Qualität. Da passte einfach alles.“

Blumen für alle Musiker waren ein kleines Zeichen des Dankes – wobei die Künstler von Aquisgrana ihrerseits eine muntere, zauberhafte Zugabe lieferten: ein auf ihren Streichinstrumenten nur mit den Händen „gezupftes“ Stück.

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