Kammerkonzert mit dem jungen russischen Violinvirtuosen Yury Revich

Von: js
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Violinvirtuose Yury Revich zog in Begleitung seines Klavierpartners Ulegbek Palvanov sämtliche Register seines Könnens. Foto: Josef Schreier

Monschau. Die Kammerkonzertreihe „Montjoie musicale“ eilt von Höhepunkt zu Höhepunkt. Sowohl der künstlerische Rang der Darbietungen wie auch die Intensität der Publikumsresonanz erreichte letzten Sonntag noch einmal eine deutliche Steigerung.

Florian Koltun, der künstlerische Leiter der Konzerte, darf es sich persönlich als Erfolg anrechnen, die Monschauer Klassik-Szene bereichert und stabilisiert zu haben. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Findigkeit Koltun junge, aufstrebende Talente aus aller Welt zu motivieren vermag, den Weg ihrer Karriere auch über Monschau nehmen zu lassen.

Gerade in dieser Hinsicht mag der letzte Sonntagnachmittag im Aukloster in der Tat ein Höhepunkt gewesen sein. Der 24-jährige russische Geiger Yury Revich erwies sich als versierter und nahezu ausgereifter Violinvirtuose, der das Publikum von Beginn an zu fesseln wusste. Beide Programmhälften begannen jeweils mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei meldete sich ein etwas kritischer Punkt insofern, als die geigerisch subjektive Virtuosität, wie sie sich seit Paganini entwickelte, mit Werken, die vor diesem Wendepunkt liegen, sich wohl etwas schwertut.

So war die Mozart-Sonate G-Dur KV 301 vielleicht noch nicht so überzeugend „mozartisch“, wie es beim Rondo G-Dur (aus KV 250), mit dem das Konzert nach der Pause fortgesetzt wurde, dann aber doch gelang. In beiden Fällen war es dabei der überaus umsichtige Klavierbegleiter Ulegbek Palvanov, der sich als Fürsprecher des eigentlichen Mozartduktus bewährte.

Die angesprochene Problematik zeigte sich noch stärker bei der berühmten Teufelstriller-Sonate von Giuseppe Tartini, die allerdings auch in der schon virtuos stilisierten Fassung von Fritz Kreisler gespielt wurde. Dabei dachte man bei aller Perfektion der Darbietung öfter eher an die „Zigeunermusik“ des späten 19. Jahrhunderts als an Barock.

Revich in seinem Element

Völlig in seinem Element war Yury Revich dagegen in den restlichen Stücken, die dann auch stilistisch vollkommen homogen gelangen. Das gilt in erster Linie für die berühmte „Campanella“ des virtuosen Hexenmeisters Paganini selber. Da war es schon faszinierend zu sehen, wie bei Revich die manuelle Technik mit höchster Präzision und überzeugender Musikalität zusammenging.

Auf ähnlich hohem Niveau bewegte sich die Darbietung der Stücke von J. Massenet, C. Saint-Saëns und vor allem von M. de Falla. Exemplarisch ist dabei vielleicht die berühmte „Meditation“ aus Jules Massenets Oper „Thais“ hervorzuheben, die oft genug als sentimentaler und süßlicher „Schmachtfetzen“ dargeboten wird, von Revich aber in völliger Klarheit und Durchsichtigkeit, beinahe sogar mit einer gewissen widerborstigen Schärfe interpretiert wurde.

Nach Manuel de Fallas eingängiger spanischer Suite endete das Konzert nahezu triumphal mit Camille Saint-Saëns‘ „Introduktion und Rondo cappricioso“, wobei Yury Revich nochmals sämtliche Register seines Könnens zog und die Zuhörer zu „Standing ovations“ veranlasste.

Überall erwies sich wiederum Ulegbek Palvanov als sympathischer und verlässlicher Klavierpartner. Aus Zeitgründen war leider nur eine Zugabe möglich. Das Publikum hätte sicher noch mehrere gewünscht, so einhellig war die allgemeine Begeisterung. Für den weiteren Ausbau der Monschauer Kammerkonzerte bestehen jedenfalls zweifellos beste Voraussetzungen.

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