Kalterherberg: Funkstille noch bis Donnerstag

Von: Sarah Maria Berners
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Fünf Tage ohne Telefon und Internet: Die Ursache für den Telefonausfall in Kalterherberg liegt an Dreistegen. Wasser war am Samstag in die Leitungen gedrungen. Jetzt müssen die Arbeiter einer Spezialfirma die beschädigte Hauptleitung auf 40 Metern austauschen und 2000 feine Drähte miteinander verbinden. Foto: S.M. Berners

Kalterherberg. Katja Runge hat sich als Coach in Kalterherberg selbstständig gemacht und erst vor kurzem Flyer mit ihrer Festnetznummer verteilt. Erreichen kann Sie dort derzeit niemand. „Für mich bedeutet das einen finanziellen Ausfall. Ich bin auf Telefon und Internet angewiesen”, sagt Runge.

Aber seit Samstag sind die Leitungen in allen Haushalten, die an der betroffenen Hauptleitung angeschlossen sind, tot.

„Das ist schon sehr ärgerlich”, sagt Ortsvorsteher Norbert Rader. Vor allem für die ortsansässigen Betriebe sei das belastend. „Ich finde es schon eine Unverschämtheit, dass Samstag und Sonntag gar nichts passiert ist und dass es jetzt fast eine Woche dauern wird.” Diesem Vorwurf entgegnet Telekom-Sprecherin Katja Werz, dass man sofort nach Bekanntwerden der Störung begonnen habe, nach der Ursache zu forschen. Einen konkreten Tag nannte sie aber nicht.

Anbieterwechsel ist Thema

Katja Runge hat Verständnis dafür, dass solche Ausfälle in einem Unwetter passieren können. Kein Verständnis hat sie dafür, dass die Telekom nicht offensiver mit dem Problem umgeht und sich nicht besser um ihre Kunden kümmert. Sie selbst ist derweil auf ihren Surf-Stick umgestiegen. Allerdings ist sie damit im belgischen Netz gelandet. Das hat die Kosten natürlich in die Höhe getrieben. Jetzt will Runge versuchen, sich mit Schadensersatzansprüchen an die Telekom zu wenden. Und sie ist sicher: „Wenn ich ein vernünftiges Angebot eines anderen Anbieters bekommen, werde ich wechseln.”

Vor allem mit der Informationspolitik des Telefonkonzerns sind viele Kalterherberger unzufrieden. Einige von ihnen hatten Techniker angefordert - unter anderem aus Sorge darum, dass neben der Hauptleitung auch der Hausanschluss beschädigt sei.

Nicht alle haben Handys

„Aber es ist niemand gekommen”, berichten Katja Runge und Hermann Pauls, der in Kalterherberg Ferienwohnungen betreibt. „Bei der Störstelle hatte man uns gesagt, dass ein Massenausfall nicht sein könne, da schließlich noch niemand angerufen habe”, erzählt Katja Runge. Wie auch? Nicht alle Anwohner haben Handys. Bei Ortsvorsteher Norbert Rader haben sich vor allem viele ältere Leute gemeldet. „Sie machen sich Sorgen darüber, wie sie in einem Notfall den Arzt rufen sollen.”

Am Donnerstag im Laufe des Vormittages können nach Angaben der Telekom alle Kalterherberger wieder telefonieren. „Im Bereich Dreistegen muss das Hauptkabel auf einer Länge von 40 Metern ausgetauscht werden”, erklärt Konzern-Sprecherin Katja Werz und betont: „Es handelt sich um ein Spezialkabel, das wir erst bestellen mussten. Es wurde per Express angeliefert.” Das Telefonkabel ist ein sogenanntes 1000-paariges Kabel. 1000-paarig bedeute, dass 2000 kleine Drähte zueinander geführt werden müssen, an beiden Seiten. „Das ist eine sehr filigrane Arbeit”, so Werz.

Mit dieser hat die Telekom eine „Spezialfirma” beauftragt. Am Dienstag wurde gebuddelt, am Mittwoch haben die Arbeiter mit dem Verbinden der Drähte begonnen. Für die Reparaturarbeiten musste das Kabel nach Telekomangaben durchtrennt werden.

Für diesen Zeitraum seien zeitweise 500 Kalterherberger Kunden ohne Telefon gewesen, außerdem hatten auch die Kunden anderer Anbieter keinen Anschluss. Kabel für Kabel würden die Haushalte nun wieder angeschlossen. Und so kommt es, dass in einer Straße die Nachbarn schon wieder im Internet surfen können, während die eigene Leitung tot ist.

Ursache für den fünftägigen Telefonausfall war das Unwetter am vergangenen Samstag. „Durch unterirdisch verrutschende Erdmassen ist die Ummantelung des Hauptkabels nach Kalterherberg beschädigt worden, so dass Wasser eindringen konnte”, erklärt Werz. Trocknen lassen helfe dabei nicht.
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