Kaltblutrennen in Mützenich: Die „Dicken“ lassen den Boden beben

Von: Anneliese Lauscher
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Im „Eifel-Polo“ lieferten sich zwei beherzte Mannschaften einen außergewöhnlichen Wettkampf zu Pferd: Ein riesiger Ball musste ins Tor befördert werden, die Reiter/Innen bewiesen Mut und Geschick.
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Dressurquadrille mit zwölf Kaltblütern: Für die gelungenen Hufschlagfiguren der Dicken und ihre engagierten Reiter gab es spontanen Applaus des Publikums. Foto: A. Lauscher

Mützenich. Das Kaltblutrennen des Reitervereins St. Georg Mützenich ist nicht bloß ein Rennen; um den spektakulären Wettkampf ranken sich mittlerweile Programmpunkte, die den Pferdefreunden die Vielseitigkeit des Kaltblutpferdes vor Augen führen, sein Können und sein Temperament.

So war es auch am Samstag wieder, als zum 28. Kaltblutpferderennen eingeladen wurde. Rund um den Springplatz der Reitanlage am Rand des Hohen Venn hatten Hunderte Zuschauer schon zeitig ihre Plätze eingenommen, um das interessante Geschehen in der unvergleichlichen Atmosphäre mitzuerleben. Durch die fachmännische Moderation von Frank Schreiber wurden auch den Nicht-Pferdefachleuten viele wissenswerte Hinweise gegeben.

Schnelligkeit und Augenmaß

Im „Eifel-Polo“ lieferten sich zwei beherzte Mannschaften einen außergewöhnlichen Wettkampf zu Pferd: Ein riesiger Ball musste ins Tor befördert werden, die Reiter/Innen bewiesen Mut und Geschick, die „Dicken“ machten bereitwillig mit und zeigten überraschend schnelle Wendungen. „Die mit der Warnweste“ gewannen in dem spaßigen Wettbewerb.

Auch bei „Ride and Drive“ staunten die Zuschauer über Schnelligkeit und gutes Augenmaß; zunächst musste ein Reiter – tatsächlich starteten hier nur Amazonen – einen Geschicklichkeitsparcours absolvieren, in dem beispielsweise Ringstechen verlangt wurde oder gar, einen Tennisball reitend auf einem Tennisschläger zu transportieren! Danach rannte die Reiterin schnell zur bereitstehenden Kutsche, und ein Gespannfahrer lenkte diese durch den Parcours. Rasant ging es zu, und es gab viel Applaus für Reiter und Fahrer.

Verschiedene Anspannungen wurden gezeigt, schick herausgeputzt präsentierten sich die Kaltblüter, beispielsweise vor einer Holzkarre, vor einem – mittlerweile schon historischen – Mähbalken oder beim Ziehen eines langen Holzstammes. Die am Kummet befestigten Glöckchen läuteten, das Publikum erfreute sich an den schönen Bildern und lernte gleich mehrere Rassen kennen: den Holländer, den Belgier und den Ardenner.

Staunend und still beobachteten die Zuschauer ein „Pas de Deux“, Ulla Kreutzer auf Moritz und Katharina Steffens auf Bobby demonstrierten in beeindruckender Weise, dass man Kaltblüter auch reiten kann, dass sie an den Hilfen stehen und willig Volten und Schlangenlinien vollführen – ein Bild von Eleganz und Würde.

Das war nur noch zu übertreffen von der Dressurquadrille! „Wo bekommt man so etwas geboten? Nur in Mützenich“, meinte eine überraschte und begeisterte Pferdefreundin unter den Zuschauern. Es war wirklich eine Augenweide, was die zwölf Dicken und ihre engagierten Reiter boten, da gab es spontanen Applaus für die gelungenen Hufschlagfiguren. Den Atem hielten alle an, als eine Reiterin stürzte und vom Platz getragen werden musste. Doch die Quadrille wurde beendet, und zur großen Erleichterung ritt die Amazone in der Schlussrunde wieder mit! Alle Reiter erhielten ein Präsent aus der Hand von Manfred Jansen, dem scheidenden Gebietsdirektor der Sparkasse Aachen, der den Sponsor dieser Veranstaltung vertrat. Insgesamt hatten 27 Kaltblüter mitgemacht bei dem sehenswerten Schauprogramm. Und mit einem herzlichen Applaus dankte das Publikum den Organisatoren und Unterstützern, Horst Steffens und Bernhard Ungermann, sowie den Kaltblutfreunden Aachen.

Im rasanten Galopp

Nun war die Stimmung bestens, und in den letzten Abendsonnenstrahlen wurde das 28. Kaltblutpferderennen in Mützenich gestartet; hierfür hatten sich 19 Teilnehmer angemeldet. Im rasanten Galopp ging es rund um den Turnierplatz, tatsächlich spürte man den Vennboden vibrieren, wenn die schweren Pferde herangestampft kamen. „Riskiert nicht zu viel, hier geht es hauptsächlich um den Spaß“, mahnte Frank Schreiber. Eine Neuheit waren die „Startboxen“, zwischen Strohballen gingen jeweils zwei Teilnehmer an den Start. Das passte nicht jedem Pferd, und vor allen Dingen wollte manch ein Dicker nicht genau dort das Rennen beenden, was für Heiterkeit sorgte. Die besten Zwei aus einem starken Feld von couragierten Reitern waren Ellen Hermanns auf Indigulli vom RV Mützenich und Sonja Sarlette auf Polly, die aus Winterspelt gekommen war. Sie ließ in der Finalrunde auf ihrem wendigen Schimmel die Mützenicherin hinter sich und empfing den Siegerpokal. Ein letzter musikalischer Gruß der Jagdhornbläservereinigung beendete den offiziellen Teil des Turniers.

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